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04.04.2019 Von: Liana Soliman

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Jungbürger wollen mehr Leben im Dorf


Jürg Eberhard spricht auf der Dachterrasse zu den Jugendlichen. Foto: Liana Soliman

40 Zumiker Jungbürger der Jahrgänge 2000 und 2001 trafen sich vergangenen Freitag, um den «einmaligen, exklusiven Abend» gemeinsam zu feiern, so Gemeindepräsident Jürg Eberhard. Dabei verrieten sie ihre vielen Wünsche.

Einst als biografische Zäsur von den Teenagern zelebriert, erscheint die Jungbürgerfeier heute immer seltener im jährlichen Anlassprogramm der Gemeinden. In Küsnacht findet sie noch jährlich statt. Dies ist bei einigen jedoch anders: Wenn das Fest aufgrund mangelnden Interesses nicht endgültig abgeschafft wurde wie in Herrliberg, findet es nur alle zwei Jahre statt. Für genau diesen Rhythmus hat man sich in Zollikon, Erlenbach und Zumikon entschieden.
«Man erlebt die Volljährigkeit nur einmal im Leben, und das hat politische Wirkung», sagt der Zumiker Gemeindepräsident Jürg Eberhard (FDP) zu den bald oder bereits 18- Jährigen, die vor ihm auf der Dachterrasse des Gemeindehauses im Halbkreis stehen. Was bedeutet dies für die jungen Erwachsenen? «Wir haben das Recht, Steuern zu zahlen», ruft ein Junge in der Menge. Sein Humor wird von den Gleichaltrigen geteilt.

«Ihre Zettel in die Urne»
Dann macht Eberhard einen Aufruf: «Wenn Sie etwas nicht mehr zeitgemäss finden oder unzufrieden sind, dann werfen Sie Ihre Zettel in die Urne rein und geben Sie Ihre Meinung kund.» An diesem Abend werden die jungen Männer und Frauen auf zahlreiche wilde, feierliche Ideen kommen, aber auch Vorschläge mit Potenzial hervorbringen.
Genau aus diesem Grund möchte Eberhard, dass die Jungbürgerfeiern nicht abgeschafft werden und die Jugendlichen weiterhin kommen. «Es ist ein wichtiger Moment zum Innehalten und darüber nachdenken, dass man jetzt mitreden und etwas verändern kann», sagt der Gemeindepräsident.

Bier-Pong-Festival und Chilbi
Tatsächlich beginnen die Teenager nach dem Apéro, ihre Pläne für die Zukunft Zumikons zu schmieden. Einige wünschen sich ein Bier-Pong- Festival, eine Chilbi mit Riesenrad von Freitag bis Sonntag, bessere Bars, eine Zigarren-Lounge und After- Partys im Gemeindesaal. Andere wollen einen Wochenendbus, eine Verbindung zwischen Zumikon und Maur, zwei Goals auf dem roten Platz und einen grüneren, lebendigeren Dorfplatz.
Pi Imboden möchte schnellere, direkte Verbindungen nach Stadelhofen. Überzeugt von seinem Plan und gepackt von plötzlicher Euphorie, erhebt er sich vor dem Hauptgang und fragt die Gleichaltrigen an jedem Tisch, ob sie ihn wählen würden, wenn er sich für die Umsetzung dieser Idee einsetze. Der ausgebildete Sterbehilfebegleiter bekommt sofort die Zustimmung seiner Kolleginnen und Kollegen.

Ein spezielles Wiedersehen
Die meisten Anwesenden kennen einander von der Primarschule und haben dann unterschiedliche Lebenspfade gewählt. Nun treffen sie sich nach ein paar Jahren wieder. Zu Mineralwasser, Wein und Hamburger tauschen sich die Jugendlichen aus. «Es ist interessant, wie wir uns vom Aussehen her verändert haben, aber als Personen noch dieselben sind, einfach ein wenig älter», sagt die Kantischülerin Michelle Rübel.
Nicht nur das Wiedersehen sorgt für freudige Stimmung. An den diesjährigen Feierlichkeiten gab es ein weiteres Highlight. Der Gemeindepräsident dazu: «Es besteht der Anspruch, das Programm des Abends spannend für die jungen Erwachsenen zu gestalten und ihnen etwas Spezielles zu bieten, was sie sonst vielleicht nicht erleben würden.» Damit meint er den Schweizer Zauberweltmeister Pat Perry, der die Jugendlichen durch kleine Tischkunststücke und eine grössere Bühnenshow in Erstaunen versetzt.
Der wohl bedeutendste Moment an diesem Abend ist jedoch die Gratulation der Jungbürgerinnen und Jungbürger. Dabei werden sie einzeln von Gemeindeschreiber Thomas Kauflin aufgerufen. Kaum erklingt ein Name, brechen die Teens schlagartig in tosenden Applaus und laute Jubelrufe aus. Von Gemeinderat Marc Bohnenblust erhalten sie dann einen Händedruck, ein Badetuch und ein Staatskundebuch. Daraufhin lässt man den Abend gemeinsam entspannt und heiter ausklingen.



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