Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
11.04.2019
Zürich West

Albisrieder Demenz-Treff muss schliessen


Im Sommer 2017 blickte Präsidentin Margrit Züger (l.) noch zuversichtlich nach vorn: Andrea Hauenstein von der Baugenossenschaft Zurlinden überreichte ihr den Schlüssel für eine neue Wohnung. Foto: Angela Mariani

Ein Verein bietet in Albisrieden seit 2012 einen Begegnungsort für Demenz-Betroffene und Angehörige. Ende April ist Schluss. Es gibt keine Nachfolge für die Leiterin und zu wenig finanzielle Unterstützung.

Thomas Hoffmann

Der Verein Quartiernetz Demenz hat die Auflösung an einer ausserordentlichen Generalversammlung beschlossen. «Anfangs war ich frustriert, dass die Stadt keine Übergangslösung mittragen will», sagt Leiterin und Präsidentin Margrit Züger. Inzwischen findet sie, es sei der richtige Zeitpunkt: «Institutionen wie das Tertianum im Letzipark realisieren nun ein Tagesangebot.»

Margrit Züger hatte den Verein im Mai 2012 zusammen mit Katharina Müller gegründet. Seine «Langhag-Stube» diente daraufhin Betroffenen an drei Tagen pro Woche als Begegnungsraum. In einem Wohnblock boten Züger und ihr zehnköpfiges Team den Gästen je nach Interesse unterschiedlichste Aktivitäten: Man malte, rätselte, spazierte durchs Quartier oder kochte gemeinsam das Mittagessen. Die Kosten betrugen pro Stunde 10 Franken, ebenso für das Mittagessen.

Stadt winkt ab

Eine erste Krise gab es 2017, als der Verein die Wohnung am Langhagweg aufgeben musste, weil das Gebäude abgerissen wurde. Doch in letzter Minute fand man eine Lösung: Die Baugenossenschaft Zurlinden bot vorübergehend eine Bleibe an der Bachwiesenstrasse 110. Hier ist der Demenz-Treff immer noch zuhause. «In guten Zeiten kamen etwa acht Personen pro Tag», erzählt Margrit Züger. Wenn mal mehrere Leute gleichzeitig in ein Heim eingetreten seien, habe es Schwankungen gegeben. «Aber wir mussten nie Werbung machen, denn über Ärzte oder Beratungsstellen sind immer wieder neue Leute zu uns gekommen.»
Betreut werden die Menschen mit Gedächtnisschwierigkeiten oder Demenz von Freiwilligen, die gratis tätig sind. Nur für den «sintegrA»-Bereuungsdienst (eine Person pro Nachmittag) zahlt man ein bescheidenes Honorar. Das würde sich nun ändern, wenn Leiterin Margrit Züger zurücktritt. «Wir haben niemanden im Rentenalter gefunden, der die Tätigkeit ehrenamtlich übernehmen will.» Und einer jüngeren Leiterin müsste man einen Lohn von 90 000 Franken im Jahr zahlen. Dafür fehle das Geld.

Margrit Züger, die inzwischen 69 Jahre alt ist, wollte schon vor zwei Jahren aufhören. «Seither suchen wir eine Nachfolgerin oder eine bestehende Institution, die das Angebot übernimmt.» Aber die Institutionen hätten abgewinkt, als sie die finanziellen Folgen sahen. Auch die Stadt Zürich wolle dem Verein finanziell nicht unter die Arme greifen. «Sie erarbeiten eine neue Altersstrategie – es sei derzeit offen, ob das Angebot der Langhag-Stube dort hineinpassen würde», erklärt die Präsidentin. Die Stadt hatte den Verein Quartiernetz Demenz am Anfang mit 10 000 Franken unterstützt und vor vier Jahren, als es um die Einrichtung einer Küche ging, nochmals mit 20 000 Franken.

Um den Hausrat und Kleinmöbel zu verkaufen, organisiert der Verein einen Basar. Er findet am Samstag, 18. Mai, von 10 bis 15 Uhr im Demenz-Treff an der Bachwiesenstrasse 110 statt.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 18. April 2019
Zürich 2 vom 18. April 2019
Zürich Nord vom 18. April 2019
Zürich West vom 18. April 2019
Küsnachter vom 18. April 2019
Küsnachter Amtlich vom 18. April 2019

Sonderzeitungen

Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger Volketswiler Nachrichten