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11.04.2019 Von: Karin Steiner

Zürich Nord, Zürich West, Zürich 2, Züriberg

Das Hallenstadion sucht neue Wege


Das Hallenstadion ist bis heute die grösste Eventhalle der Schweiz geblieben. Foto: Micha L. Rieser

Das Hallenstadion muss sich neu ausrichten. Einerseits ist der Veranstaltungsmarkt in der Schweiz stark gesättigt, andererseits fallen mit dem Auszug der ZSC Lions 35 Eventtage weg. Um sich für die Zukunft zu rüsten, plant die AG Investitionen von bis zu 12 Millionen.

Der Auszug der ZSC Lions ist nicht die einzige Herausforderung, der sich die grösste Eventhalle der Schweiz stellen muss. Über die neue Strategie der AG Hallenstadion informierten Verwaltungsratspräsident Balz Hösly und Direktor Felix Frei anlässlich einer Medienkonferenz.

«Die Anzahl der Veranstaltungsstätten ist im Grossraum Zürich und in der Schweiz stark angestiegen», sagte Balz Hösly. «Zudem planen Weltstars ihre Tourneen heute nicht mehr nur in Westeuropa und den USA, sondern auch in Osteuropa, Asien und Südamerika. Der Markt ist unberechenbar geworden.»

Wachsender Wettbewerb
Trotz Zunahme der Eventtage von 122 im Jahr 2017 auf 141 im Jahr 2018, was 15,6 Prozent entspricht, haben nur 11 Prozent mehr Zuschauer das Hallenstadion besucht. «Der Wettbewerb hat sich extrem verstärkt. Mehr Auswahl bedeutet auch weniger Besucher.» Eine grosse Konkurrenz für Hallenanbieter seien auch die Openairs geworden, denn wer im Sommer dort auftrete, plane nicht im Winter auch noch eine Hallentournee.

ZSC: Einschnitt und Chance
Nach dem Auszug der ZSC Lions im Juni 2022 fallen von einem Tag auf den anderen rund 25 Prozent aller Eventtage und 20 Prozent der Erträge für die AG Hallenstadion weg. Positiv ist, dass die Platzhaltertermine für Play-off-Spiele, an denen wie zum Beispiel in diesem Jahr das Hallenstadion oft leersteht, zur Verfügung stehen. So werden rund 60 Eventtage frei, die es neu zu belegen gilt. Dies sei auch eine Chance, sagte Balz Hösly: «Wir müssen keine Events mehr absagen, weil das Stadion reserviert ist.»

Strategische Stossrichtungen
Der zunehmenden Bedrängung auch durch ausländische Eventanbieter will die AG Hallenstadion mit verschiedenen Massnahmen begegnen. Einerseits soll die Eventhalle vollumfänglich digitalisiert werden. «Es wird nur noch digitale Flächen mit Informationen geben», sagte Felix Frei. «Wir planen ein neues Social-Media-Konzept, neue Gastro-Angebote, eine Hallenstadion-interne App, mit der man sich zurechtfinden und Angebote buchen kann, sowie einen Ausbau der Technik auf höchstem Stand.» Ab Herbst sei zudem auch bargeldloses Bezahlen im gesamten Gastrobereich möglich. Weiter plant die AG Hallenstadion eine projektbezogene Zusammenarbeit mit der Messe Zürich. Als Erstes wird gemeinsam das Marktpotenzial des Eventplatzes Zürich Nord erforscht. Weiter ist ein neues flexibles Mietmodell in Planung. Künftig sollen auch Events möglich sein, die nicht die ganze Halle füllen. «Es gibt viele neue Eventformate wie e-Sports oder e-Gaming, die aber in der Schweiz noch nicht angekommen sind.» Noch nicht geklärt ist die Frage, ob die Eisanlage einem Eventboden weichen muss. Für Formate, die Eis benötigen, gäbe es andere Möglichkeiten. Dass im Hallenstadion nach dem Auszug der ZSC Lions neu auch mehrtägige Veranstaltungen durchgeführt werden können, sehen Felix Frei und Balz Hösly als grosse Chance. Als Flaggschiff der Schweiz müsse man nun zwingend vermehrt auf den Radar internationaler Eventplaner gelangen.

Für die Verwirklichung der Pläne will die AG Hallenstadion zehn bis zwölf Millionen investieren. Sie konnte 2018 einen guten Abschluss vorlegen und den Ertrag im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 21,673 Millionen Franken steigern.

Felix Frei verlässt Hallenstadion
Nach über zwölf Jahren als CEO wird Felix Frei das Hallenstadion verlassen und sich anderen Projekten widmen. Derzeit wird per Inserat ein neuer Direktor gesucht. «Jeder soll sich bewerben können», sagte Balz Hösly. «Wir haben einen stufenweisen Wechsel geplant. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.» Spätestens nach der Eishockey-WM, die Felix Frei als OK-Präsident des Standorts Zürich führt, wird er definitiv ausscheiden. Gleichzeitig wurde der Leiter Sales & Marketing, Renzo Cannabona, per 1. April zum stellvertretenden Direktor befördert.



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