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11.04.2019 Von: Christina Brändli

Züriberg

Mit «Soft Skills» in die digitalisierte Arbeitswelt


Murielle Antille, Ian Ravenshaw Bland, Elisabeth Rothen, Mathias Wegmüller und Alysa Kodisch (Mitorganisatorin) (v. l.).

Vier Experten, doch wenig Neues. So lässt sich die Veranstaltung zum Thema «Futur of Work» im Schulhaus Hofacker wohl am ehesten zusammenfassen.

Grosse Meinungsverschiedenheiten, über die man diskutieren könnte, gibt es an der Podiumsveranstaltung nicht. Alle vier Fachleute sind sich einig, dass sich die Arbeitswelt in den nächsten Jahren stark verändern wird. Sogenannte «Soft Skills», zu Deutsch soziale Kompetenzen, werden in Zukunft immer wichtiger werden. Darunter fallen Eigenschaften wie Improvisation, Teamfähigkeit, Stressresistenz, Flexibilität, Konfliktfähigkeit, Organisationstalent und eine rasche Auffassungsgabe. «Diese Eigenschaften können heute zum Beispiel in Hackathons trainiert werden », sagt Ian Ravenshaw Bland, Innovator und Initiant des World Cleanup Day 2019. Der Begriff Hackathons kommt ursprünglich aus der IT-Szene und setzt sich aus «Hacken» und «Marathon» zusammen. Heute sind Hacketons längst nicht mehr nur den IT-Spezialisten vorbehalten. Vielmehr handelt es sich um Events, an denen im Team kreative Lösungen für vorgegebene Probleme gefunden werden sollen. «Auch ausserschulische Aktivitäten helfen Kindern, ihre ‹Soft Skills› zu puschen», fügt Mathias Wegmüller an. Er ist Gründer der Qumram AG und Gewinner des «Swiss FinTech Awards» 2017.

Struktur vs. Chaos
Bei der Frage, ob Jugendliche mit einem weniger strukturierten Schulsystem besser auf den Schritt in die Berufswelt vorbereitet wären, gehen die Meinungen auseinander. Mathias Wegmüller meint: «Weniger Struktur und mehr Freiraum für die persönliche Entwicklung bereitet die Jungen viel besser auf die Berufswelt vor.» Elisabeth Rothen ist Beraterin im Laufbahnzentrum Zürich und nur bedingt mit Wegmüllers Aussage einverstanden: «Es gibt Schüler, die brauchen eine Struktur, um effizient lernen und arbeiten zu können. Sie sind überfordert, wenn klare Linien fehlen. » Obwohl Wegmüller zu bedenken gibt, dass Strukturen Kindern in der Pubertät nicht gerecht werden, so gibt er Rothen recht, dass man nicht alle Jugendlichen über einen Kamm scheren darf. Zudem findet er, dass Kinder schon in der Schule mit dem späteren Arbeitsumfeld bekannt gemacht werden sollten, so würde ihnen der Übergang erleichtert.

Vier Jahre in die Zukunft denken
«Der Arbeitsmarkt ist heute viel schnelllebiger als noch vor ein paar Jahren. Damals hatte man oft nur eine Anstellung und blieb dieser bis zur Pensionierung treu. Heute sind es zwischen fünf und sieben Karrieren, die wir anstreben», sagt Murielle Antille, selbst «Futur of Work»-Spezialistin. «Bei der Berufswahl stellt sich heute die Frage, ob ein Jugendlicher sich vorstellen kann, für vier Jahre in einem Beruf glücklich zu sein», führt Elisabeth Rothen den Gedanken von Antille weiter. «Der Übertritt in die Berufswelt ist der erste Schritt, bei dem ein junger Erwachsener für sich entscheiden muss, wohin ihn sein Weg führt. Das muss heute nicht mehr ein Leben lang derselbe Beruf sein», sagt Rothen.

Coachen statt drängen
Eltern können ihren Kindern helfen, indem sie gezielt Stärken und Interessen fördern, sie, statt zu drängen, besser coachen und ihre Selbstreflexion stärken, diese Aussagen kommen im Laufe des Abends von allen vier Rednern. «Die eigene Motivation und die Freude an der eigenen Arbeit, das sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere», sagt Murielle Antille. Elisabeth Rothen ergänzt: «Es ist wichtig, dass Kinder Vorbilder haben. Diese müssen nicht zwingend aus der eigenen Familie kommen. Die Eltern sollten auch Aussenstehende als Bezugspersonen akzeptieren. »
Wenn man den Fachleuten zuhört, scheint es, als ob die Digitalisierung zwar ein neues Phänomen ist, sich jedoch das Rezept für eine erfolgreiche Karriere nicht verändert hat: Motivation, Freude an dem, was man tut, und eine gesunde Portion «Soft Skills».



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