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11.04.2019
Zürich 2, Zürich Nord, Zürich West, Züriberg

Von «total absurd» bis «super, super»


Das waren noch Zeiten: 1975 gabs schon mal eine Art Gratis-Tram, denn im Fahrpreis von einem Franken waren Speis und Trank inklusive. (Bild: NZZ)

Der Vorschlag, die 11 ZKB-Millionen für eine kosten-lose Circle-Line der VBZ zu verwenden, wird kontrovers diskutiert. Entscheiden, was mit der ZKB-Dividende geschieht, muss schluss-endlich der Stadtrat.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) will zu ihrem 150-Jahr-Jubiläum eine Sonderdividende ausschütten. Die Stadt Zürich kann mit etwa 11 Millionen Franken rechnen. Finanzvorsteher Daniel Leupi hat kürzlich die Idee lanciert, dass er das Geld Jugendlichen und Jungen Erwachsenen zugutekommen lassen will. Einen anderen Vorschlag hat Gemeinderat Urs Fehr (SVP), wie diese Zeitung vergangene Woche bekannt machte. Er möchte zur Adventszeit ein Gratistram – eine Circle-Line wie in London oder New York – in der City zirkulieren lassen. Während die City-Vereinigung jubiliert, führen die VBZ organisatorische Gründe dagegen an. Auch ein Sprecher des Stadtrats gibt sich zurückhaltend. Bei der Leserschaft der Lokalinfo ist die Reaktion auf einen entsprechenden Artikel vom 4. April unterschiedlich. Eine Stossrichtung ist aber klar erkennbar: «Der Stadtrat scheint vergessen zu haben, dass es in dieser Stadt auch Leute gibt, die älter als 55 sind und, man höre und staune, auch Bedürfnisse haben», findet Roger Grossmann aus Zürich-Affoltern. Für ihn wären die 11 Millionen in ein Gratis-Tram gut investiert, weil dann «wirklich alle etwas davon haben». Unterstützung bekommt Grossmann von alt SVP-Gemeinderätin Monika Erfigen aus Hottingen und von Gloria Wehrli aus Oberstrass. So werde das Weihnachtsgeschäft angekurbelt. Auch Kurt Siegenthaler findet die Idee «prima» und bedauert, «dass die VBZ sofort zum Bedenkenträger wird». Ein über 80-jähriger Exil-Tscheche erinnert daran, dass in Zürich bis die 1970er Jahre hinein für AHV-Bezüger generell der Nulltarif galt. Etwas, was heute in Prag immer noch angewendet wird. In Zürich wurde der «AHV-Bonus» dem Vernehmen nach vor gut 50 Jahren gestrichen, weil die VBZ damals mit grossen finanziellen Problemen zu kämpfen hatten.

«Fehlende Mobilitätsrealität»
«Ich finde diese Idee total absurd, sie ist ganz sicher nicht für die ganze Bevölkerung gedacht», findet hingegen Kathleen Gallagher aus Fluntern und mit ihr ein weiteres halbes Dutzend Leserinnen und Leser. Verena Liechti Gamper kritisiert etwa, dass «Herr Fehr die Mobilitätsrealität der Stadtzürcher nicht ganz richtig» einschätze. Nutzniesser wären vor allem die «Weihnachtseinkaufstouristen», ein paar winterharte Zwei- oder notorische Vierradfahrer und wie nicht anders zu erwarten die City-Vereinigung – zwecks Ankurbelung des Weihnachtsgeschäfts. Damit ginge wohl ein weiteres «Geschenk» der Kantonalbank an der «breiten Bevölkerungsschicht» unserer Stadt vorbei, so Liechti Gamper.
Wie geht es nun weiter? Entscheiden wird schlussendlich der Stadtrat, was mit den 11 Millionen Franken geschieht. Er habe sich «noch nicht im Detail über die Verwendung der ZKB-Sonderdividende ausgetauscht», so ein Sprecher. (ls.)



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