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24.04.2019 Von: Pia Meier

Zürich Nord, Zürich West, Zürich 2, Züriberg

Tram soll ab 2027 nach Affoltern fahren


Oliver Tabbert (l.) und René Volken freuen sich aufs Tram Affoltern. Foto: pm.

Ab 2027 soll das Tram 11 vom Bucheggplatz ins Holzerhurd in Affoltern fahren. Am 17. Mai informieren die Stadträte Michael Baumer und Richard Wolff sowie die VBZ-Gesamtprojektleitung.

Affoltern ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Heute hat das Quartier ungefähr 26 500 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Quartier wird weiter gebaut und verdichtet, sodass in ein paar Jahren um die 31 000 Menschen in Affoltern leben werden. Die Busse vor allem der Linie 32 sind bereits heute zu Stosszeiten voll ausgelastet. Deshalb braucht Affoltern ein Tram. «Durch die Bevölkerungszunahme in Affoltern und die steigenden Mobilitätsbedürfnisse nimmt die Nachfrage auf unserer Buslinie 32 kontinuierlich zu», erläutert Oliver Tabbert von den VBZ. Zwischen Bucheggplatz und Holzerhurd benutzen heute täglich 14 000 Fahrgäste die Trolleybusse der Linie 32.» Bereits sind einzelne Fahrten während der Spitzenstunden hoch ausgelastet, diese Kurse sind durchschnittlich mit 100 Personen besetzt.

Busangebot stösst an Grenzen
«Mit der absehbaren Fahrgastentwicklung stösst das Busangebot an seine Grenzen. Eine weitere Verdichtung des Fahrplans ist weder unter betrieblichen noch wirtschaftlichen Aspekten sinnvoll», so Tabbert. «Ein Tram bietet dagegen ausreichende Kapazitäten, um die erwartete Nachfrage aufnehmen zu können.» Gemäss vorliegender Prognosen rechnen die VBZ damit, dass bis ins Jahr 2035 entlang der Wehntalerstrasse rund 50 bis 60 Prozent mehr Fahrgäste unterwegs sind als heute. Sie alle wollen mobil sein, in die City, an die Bahnhofstrasse oder an den Zürichsee fahren. Zudem wollen die Fahrgäste mehr Platz haben.

Entlang der vier Kilometer langen Strecke vom Radiostudio ins Hol-
zerhurd wird neu die Linie 11 fahren. Es sind insgesamt acht Haltestellen vorgesehen. Diese entsprechen ungefähr den heutigen Bushaltestellen. Die Reisezeit vom Zehntenhausplatz bis zum Hauptbahnhof beträgt 17 Minuten.

Information zum Tram Affoltern. 17. Mai, 18 Uhr, Saal Kronenhof. Wehntalerstr. 551. Mit den Stadträten Michael Baumer und Richard Wolff und VBZ sowie dem Quartierverein Affoltern.

 

Interview:

«Ansprüche aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigen»

René Volken, welche Vorteile bietet ein Tram für Affoltern?
Nebst den zusätzlichen Fahrgastkapazitäten ist insbesondere die bequeme Direktverbindung zum Hauptbahnhof und ins Stadtzentrum zu nennen. Dank der Eigentrassierung über weite Strecken bietet das Tram ein schnelles und zuverlässiges Angebot.

Das Tram wird nicht auf die grüne Wiese, sondern in ein Siedlungsgebiet gebaut. Eine besondere Herausforderung?
René Volken: Das Tram wird in ein bestehendes Siedlungsgebiet integriert, das sich stark verändert. Das Tram und die Stadtentwicklung beeinflussen sich dabei gegenseitig. Eine besondere Herausforderung stellt die Berücksichtigung der Ansprüche aller Verkehrsteilnehmenden wie natürlich auch jene der Bewohner dar. Wir sind überzeugt, dass der vorliegende Planungsstand die verschiedenen Anliegen ausgewogen berücksichtigt.

In Neuaffoltern soll irgendwann noch eine zweite Tramlinie, das Tram Nordtangente, dazukommen. Genügt der vorhandene Platz und wann kommt dieses Tram?
Oliver Tabbert: Längerfristig könnte eine weitere Tramlinie von Affoltern nach Oerlikon, Schwamendingen und weiter Richtung Dübendorf führen. Die Realisierung hängt von der weiteren Siedlungs- und Nachfrageentwicklung in Zürich Nord und dem Glattal ab und kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht terminiert werden.
René Volken: Am Verzweigungspunkt der beiden Tramlinien in Neuaffoltern wird die zweite Linie bereits «mitgedacht». Dabei geht es vor allem darum, die spätere Realisierung nicht unnötig zu erschweren. Ein zusätzlicher Platzbedarf für die zweite Tramlinie ist nicht zu erwarten.

Wie sieht es mit der Wendeschlaufe im Holzerhurd aus? Wo genau wendet das Tram?
René Volken: Gemäss aktueller Planung wird die Haltestelle südlich parallel zur vorhandenen Strassenrampe angeordnet, die Wendeschleife wird im Bereich der heutigen Busschlaufe liegen.

Warum gibt es in Affoltern kein Tram, das auf demselben Gleis wieder zurückfahren kann, wie zum Beispiel die Forchbahn?
Oliver Tabbert: Im Tramsystem der VBZ verkehren ausschliesslich Einrichtungsfahrzeuge. Sogenannte Zweirichtungsfahrzeuge haben den Nachteil, dass es deutlich weniger Sitzplätze gibt, weil auf beiden Fahrzeugseiten Türen vorhanden sind. Zudem ist immer die Hälfte aller Sitze gegen die Fahrtrichtung angeordnet.

Am Zehntenhausplatz ist alles ebenerdig, Tram, Autos, Fussgänger. Wie sieht es mit der Sicherheit aus?
René Volken: Sämtliche Verkehrsträger am Zehntenhausplatz werden zukünftig ampelgeregelt. Die Planungen werden durch die Experten der Stadtpolizei eng begleitet, und bei der Konzeption der Ampelsteuerung werden die aktuellen Anforderungen an die Verkehrssicherheit berücksichtigt. So sind beispielsweise sogenannte «Konfliktschaltungen», bei denen Linksabbieger trotz Grün den Vortritt des entgegenkommenden Autoverkehrs beachten müssen, zukünftig nicht mehr anzutreffen.

Fährt das neue Tram in der Mitte der Strasse oder auf der Seite?
René Volken: Das Tram wird zwischen Radiostudio und Holzerhurd durchgängig in Mittellage geführt, ähnlich wie beispielsweise auf der Birmensdorferstrasse. Im Abschnitt von Neuaffoltern bis zum Zehntenhausplatz wird das Trassee auch von den Buslinien 61 und 62 genutzt – vergleichbar mit der heutigen Situation auf der Hofwiesenstrasse, zwischen Bucheggplatz und Radiostudio.

Wie viele Fahrspuren gibt es noch für den motorisierten Individualverkehr stadteinwärts beziehungsweise stadtauswärts?
René Volken: Das Spurangebot für den Autoverkehr wurde bereits im Rahmen der Machbarkeitsstudie untersucht, und die damaligen Ergebnisse wurden nun nochmals überprüft. Zwischen Glaubtenstrasse und Furttalstrasse sind stadtauswärts weiterhin zwei Fahrstreifen vorgesehen, ansonsten genügt überall ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Hinzu kommen Abbiegespuren in den Zufahrten zu den grösseren Knotenpunkten, beispielsweise am Zehntenhausplatz oder in Neuaffoltern. Der Kanton, der die Planungen eng begleitet, unterstützt das vorgesehene Spurangebot.

Müssen wegen des Trams Liegenschaften zwischen Radiostudio und Holzerhurd abgerissen werden?
René Volken: Eine. Das Restaurant Frieden. Am vergangenen Mittwoch wurden Wirtepaar und Besucherinnen und Besucher des Gastrobetriebes umfassend über die Pläne informiert.

Warum müssen Bäume gefällt werden?
René Volken: Durch das Tramprojekt wird der Strassenraum neu angeordnet und viele bestehende Bäume entlang der Strasse stehen am falschen Ort. Die Bäume werden durch das Alleenkonzept an neuer Lage ersetzt.

Wann wird das Tram Affoltern in Betrieb genommen?
René Volken: Die Inbetriebnahme des neuen Trams soll per Ende 2027 erfolgen. Der Baubeginn ist ab 2024 geplant.

Wie viel wird das Tram kosten?
René Volken: In der Machbarkeitsstudie wurden die Kosten auf 267 Millionen Franken geschätzt. Eine Mitfinanzierung durch den Bund wird angestrebt.



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