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15.05.2019 Von: Lisa Maire

Zürich West

Der «West Markt» steht in den Startlöchern


Gemüse und noch viel mehr am geplanten neuen Wochenmarkt. Foto: mai.

Der Chef des Zürcher Engrosmarkts stellte der IG Hardturmquartier sein Projekt für einen Wochenmarkt vor.

Auf dem Areal des Zürcher Engrosmarkts an der Aargauerstrasse herrscht vor allem in den frühen Morgenstunden ein reges Treiben: Über 50 unabhängige Händler und Produzenten bieten hier täglich ausser Sonntag Gemüse und Früchte und weitere frische Lebensmittel an. Unter ihnen auch Familienunternehmen, die ihr Gemüse schon nach Zürich brachten, als der Handel noch direkt im Eilgutbahnhof und später an der Ausstellungsstrasse abgewickelt wurde. Seit 1980 der Zürcher Engrosmarkt eröffnet wurde, steht als Umschlagplatz ein 65 000 Quadratmeter grosses Areal mit Halle und überdachtem Verkaufsbereich zur Verfügung.

Einkaufsberechtigt sind im Engrosmarkt bisher nur Wiederverkäufer oder Gastronomiebetriebe. Jetzt will sich die Plattform auch für Privatverbraucher öffnen. «West Markt» nennt sich das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Kulturmeile Zürich West ausgeheckt wurde. Michael Raduner, langjähriger Geschäftsführer der Zürcher Engros-Markthalle AG, stellte das Konzept an der Mitgliederversammlung der IG Hardturm vor (siehe Kasten). Nach den Vorstellungen der Initianten soll der «West Markt» das urbane Flair eines Grossmarkts mit der Nähe zum regionalen Produzenten verbinden. Und zwar jeweils von März bis Oktober am Samstag von 12 bis 18 Uhr unter dem lang gestreckten Dach. Der Eingang befindet sich an der Aargauerstrasse, nahe der gleichnamigen Tramhaltestelle.

Nicht nur Früchte und Gemüse
Zum Angebot werden laut Raduner neben Gemüse und Obst weitere Lebensmittel wie frische Molkereiprodukte, Backwaren, Fleisch und Fisch gehören. Auch Street-Food-Stände, Wok-Küchen, kleine Bars sind geplant. Nach dem Konzept «aus dem Quartier für das Quartier» seien zudem weitere Stände und Workshops möglich, sagte Raduner. Von Zero-Waste-Initiativen, ortsansässigen kleinen Produktverarbeitern über den Quartierverein bis zu Bücher- und Kunstständen. Auf der Verkaufsseite gibt es gemäss Raduner bereits einige Anmeldungen.

Auch auf der Nutzerseite scheint ein Bedürfnis nach einem Wochenmarkt vorhanden zu sein. Trotzdem wird das Projekt im August und September erst einmal getestet. Falls sich die Erwartungen erfüllen, könnte der «West Markt» 2020 definitiv starten. Aus dem Publikum gab es im Anschluss an die Präsentation auch skeptische Fragen: «Warum soll ich mein Gemüse und Obst auf dem Markt statt etwa in der Migros kaufen?», wollte jemand wissen. Raduner hatte klare Antworten: «In der Migros finden Sie 5 Tomatensorten, wir haben 15», heisst die erste. Die Produkte auf dem geplanten Wochenmarkt seien zudem frischer, und beim Einkaufen erhalte man bei Bedarf kompetente Beratung.

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Projekt Hardturmareal: IGH bleibt am Ball

45 Mitglieder und 8 Gäste nahmen letzte Woche an der Versammlung der IG Hardturmquartier teil. Auf der Traktandenliste standen auch Berichte zu den wichtigsten Themen der IGH. So der Dauerbrenner «Aufwertung Hardturmstrasse». Das Projekt, 2010 vom Stadtrat festgesetzt und immer wieder verschoben, soll ab Ende Jahr endlich umgesetzt werden. Der Abbau der zweiten Fahrspur ab Autobahn scheiterte allerdings am Veto des Bundesamts für Strassen. Immerhin, so eine positive Nachricht, kommen die Verkehrstafeln, die deutlich darauf hinweisen, dass die City über die Ausfahrt Pfingstweidstrasse trotz Stau schneller erreichbar ist als über die Ausweichroute Hardturmstrasse.

Thematisiert wurden auch die Nutzerkonflikte auf dem Fischerweg: Die Tafeln mit der Aufforderung zu respektvoller Begegnung Fuss-/Veloverkehr sollten heller und damit auffälliger werden. Jetzt sind sie ganz verschwunden. Noch ungelöst ist das Problem der Erschütterungen durch den Trambetrieb, unter denen die Anwohnerinnen und Anwohner der Hardturmstrasse zu leiden haben. Auf der Agenda steht weiter die Sicherheit des Schulwegs zum Schulhaus Pfingstweid. Von Stadtseite her sind Verbesserungen an kritischen Strassenübergängen, vor allem beim Toniareal, versprochen.

Am Ball bleibt die IG beim Stadionprojekt. Für die Überbauung liegt ein Gestaltungsplan vor, der demnächst ins Parlament kommt. Die Versammlung beauftragte den Vorstand mit 40 Ja, 3 Nein und 2 Enthaltungen, alles zu unternehmen, dass bekannte Mängel im Gestaltungsplan optimiert werden: Die hohe Bodenversiegelung, die stark eingeschränkten Grünflächen, die mangelnde Aufenthaltsqualität und die wuchtigen Hochhäuser wurden bereits von der Wettbewerbsjury bemängelt. Auch das ungenügende Sicherheitsdispositiv muss verbessert werden – nicht zuletzt mit Blick auf die jüngsten Gewaltexzesse bei den Klubanhängern. (mai.)



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