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15.05.2019 Von: David Herter

Züriberg

In der Stadt geht es der Honigbiene gut


Pro Flug sammelt eine Bienenarbeiterin zwischen 20 und 50 Milligramm Pollen oder Nektar. Foto: Lisa Maire

Nicht die Honigbienen seien gefährdet, sondern die vielen anderen Insekten, sagt eine Stadtimkerin.

Für Imkerinnen und Imker sei Zürich «ein Paradies», sagt Anna Hochreutener. Von April bis Ende Juli finden die Bienen in der Stadt durchgehend Nektar und Pollen. Anders auf dem Land, wo etwa Raps grossflächig angebaut wird und nur kurzzeitig gelb blüht. Hier kann es vorkommen, dass Imker im Juni ihre Bienen wegen Nahrungsmangel füttern müssen.
Imkerin Hochreutener und ihr Mann Tom Scheuer leben von der Bienenhaltung. Sie führen 120 Völker in sogenannten Magazinen. Diese sind in der Stadt auf 11 Standorte verteilt, zumeist auf Dächern. Jedes Volk produziert pro Jahr rund 25 bis 35 Kilogramm Honig. Dieser sowie Honigkuchen und weitere Artikel verkauft «Wabe3 – Die Imkerei auf Zürichs Dächern» im eigenen Laden. Ein weiteres Standbein sind Führungen und Anlässe für Gruppen, Firmen und die Öffentlichkeit.
Qualitativ sei der Honig aus der Stadt gleich gut wie der Honig vom Land, sagt Hochreutener. «Das wurde schon vielfach untersucht.» Schadstoffe seien darin im Normalfall keine auszumachen. Der Aufwand sei in der Stadt aber etwas grösser. Für jeden Arbeitsschritt – vom Kontrollblick über die Honigernte bis zur Anti- Milben-Behandlung – muss sie mit dem notwendigen Material an die Standorte der Bienenvölker fahren.

«Besser schützen und stärken»
Sorgen machen müssten sich die Menschen in der Schweiz mehr um die anderen Bienenarten und die vielen tausend Insekten als um die Zukunft der Honigbienen, sagt Hochreutener. Wegen des Einsatzes von Pestiziden und Insektiziden in der Landwirtschaft und weil naturbelassene Flächen fehlten, sei diese Vielfalt unter Druck. «Die Biodiversität ist stark gefährdet, und es ist höchste Zeit, diese besser zu schützen.»
Den Vorwurf, dass die auf hohe Erträge gezüchteten Honigbienen den Wildbienen den Nektar wegfressen würden, höre sie oft, sagt Hochreutener. Dafür gebe es aber keine Anhaltspunkte. Solange die Honigbienen nicht direkt neben einem Naturschutzgebiet stehen würden, könnten die Bienen gut nebeneinander leben, meint die Imkerin. «Statt gegeneinander sollten Bienenfreunde besser gemeinsam für Massnahmen kämpfen, die allen Bienen und Insekten zu Gute kommen.»



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