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22.05.2019 Von: Jeannette Gerber

Zürich 2

Musikbegeisterte greifen zum Mikrofon


Andrew Whiteside organisiert mit Kollegen das Open Mic. Sandra Hauser steht ihm zur Seite. Foto: Jeannette Gerber

Hier steht das Mikrofon für musikalische Personen bereit: Am letzten Freitag des Monats findet das Open Mic Wollishofen statt.

Wörtlich übersetzt heisst Open Mic «offenes Mikrofon» und meint auch eine offene Bühne. Es umschreibt eine Veranstaltung, wo Laien-Musiker und -Autoren ihre eigenen Musikstücke oder Texte dem Publikum vortragen können. Es ist eine Plattform für Künstlerinnen und Künstler aller Stilrichtungen, die gerne Bühnenerfahrung sammeln und Teil einer lebendigen Zürcher Musikgemeinde sein möchten. Poetry Slam, Tanz und andere Darbietungen sind genauso willkommen.
Jazz Open Mics sind seit 40 Jahren weltweit bekannt. Heute gibt es international Open Mics für Singer-Songwriters oder kleinere Gruppen in vielen Städten, allein fünf in Zürich. Seit zwölf Jahren findet eine dieser Veranstaltungen im Gemeinschaftszentrum Wollishofen am See statt, kostenlos und jeweils am letzten Freitag des Monats.

Niveau nicht ausschlaggebend
Sandra Hauser, Verantwortliche für die Quartierarbeit des GZ, war bis Januar 2019 die Hauptverantwortliche für dieses Projekt. Inzwischen haben vier junge Enthusiasten – die seit vier Jahren dabei sind – die Organisation in ihrer Freizeit übernommen: Andrew Whiteside, Architekt und US-Amerikaner aus Brooklyn in New York, Christoph Maurer, Heimleiter eines Wohnheims im Seefeld, Rich Harpur, Student aus Kapstadt, und Michael Gawthorne, Australier und Pressesprecher bei Swiss Re. Alle vier spielen Gitarre.

Gemäss Andrew Whiteside sei das Niveau der Performance nicht ausschlaggebend, sondern das Gefühl für Community, ganz im Sinne des Gemeinschaftszentrums. Amateure seien genauso gefragt wie Professionelle. Alle würden unterstützt und bejubelt. «Erstlinge machen Erfahrung mit einer positiven Audience. Da das Lokal kaum 50 Leute fasst, erzeugt es eine gewisse Intimität», meinte
Whiteside. Für jede Musikerin, jeden Musiker steht ein Zeitfenster von maximal 15 Minuten inklusive Aufbaus zur Verfügung, damit insgesamt 10 Auftritte zwischen 20 und 23 Uhr möglich sind. Oft findet anschliessend noch eine Jamsession statt.
Für manche ist es der erste Gig vor hoffentlich wohlwollendem Publikum mit eventueller konstruktiver Kritik. Es ist ein Event ohne Konkurrenzansprüche, alle wollen voneinander lernen und von den gemachten Erfahrungen profitieren. Diese Amateurveranstaltungsreihe ist interessant, um Kontakte zu schaffen und Synergien zu nutzen. Christoph Maurer verfügt über ein eigenes Musikstudio an der Langstrasse – die Kitchen Table Productions –, wo er bereits Aufnahmen von sechs Musikern aus dem Open Mic Wollishofen im Studio erstellte. Als IT-Experte ist Maurer mit sämtlichen sozialen Medien vertraut und hat die Möglichkeit, im Netz entsprechend für die Veranstaltungen zu werben. Die Organisatoren zeichnen alle Auftritte auf Video und Audio auf. Mit Erlaubnis der betreffenden Künstlerin oder des betreffenden Künstlers wird eine Auswahl dieser Aufnahmen auf den Social-Media-Plattformen veröffentlicht. Die Tontechnik und das Equipment im GZ sind soweit ausgebaut, dass das Studio qualitativ einem professionellen Tonstudio gleichkommt. Heute verfügen sie über ein Keyboard, eine Westerngitarre, einen Verstärker für die E-Gitarre und diverse Perkussionsinstrumente. Ein Teil des Reizes mache laut Whiteside die Hilfe beim Auf- und Abbau aus.

Open Mic lebt hauptsächlich von Mundpropaganda und den sozialen Medien. Auch werden regelmässig Flyers verteilt und Newsletter an Interessierte verschickt. Alle Publikationen sind in Deutsch und in Englisch. «Zwei Drittel der Musikerinnen und Musiker sind Wiederholungstäter», so Whiteside. Sie kommen aus dem gesamten Grossraum Zürich. Um zu wenig Publikum brauchen sich die Organisatoren keine Sorgen zu machen. Diese musikalischen Darbietungen sind inzwischen so beliebt, dass sie höchstens von zu grossem Ansturm überrannt werden könnten. Denn Leute, die auftreten, und jene, die zuhören wollen, sind informiert, wann, wo, was in Zürich stattfindet.

Nächster Termin: 31. Mai
Die Musikerinnen und Musiker müssen nur ihre Gitarre, akustisch oder elektrisch, Bassgitarre, spezielle Instrumente und – falls nötig – Effekte/Pedalboards mitbringen.

Der nächste Anlass ist am Freitag, 31. Mai, ab 20 Uhr. Bei schönem Wetter findet Open Mic im Freien statt, das erste Mal am 28. Juni. Der Ort draussen am See ist eine ideale Location für ein gelungenes Musikfest – natürlich nur mit entsprechender Bewilligung.

31. Mai, 20 Uhr: Open Mic Wollishofen: Gemeinschaftszentrum Wollishofen, Bachstrasse 7. www.open-mic.net



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