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22.05.2019
Zürich West

Stadtrat schaute sich das Triemli genau an


Auf dem Döltschihof lies der Quartierverein Triemli dem Gesamtstadtrat einen Apéro servieren. Foto: ch.

Der Quartierverein Triemli führte den Gesamtstadtrat durch das Quartier. Auf der Rundfahrt mit dem Pferdefuhrwerk gab es Interessantes zu erleben. Und danach gab es auch kritische Fragen. 

Béatrice Christen

Der Zürcher Stadtrat begab sich vergangenen Donnerstag ins Quartier Triemli. Treffpunkt war das Rondell mit dem Café Thiwa. Hier wurden die Gäste mit Kaffee und Gebäck empfangen. Das vom Quartierverein Triemli zusammengestellte Programm brachte der Politprominenz das Triemli und seine Geschichte näher. Präsident Max Kurzen führte die Gästeschar durch den Vormittag.
An der ersten Station des Quartierrundgangs stellte Peter Seidler, Präsident der Baugenossenschaft Sonnengarten, deren Modelle der Zukunft vor. Es folgte ein Spaziergang durch die mit Grünflächen aufgelockerte Triemli-Siedlung bis zu den beiden Kindergärten Goldacker. Hier wurden die Stadträtinnen und Stadträte von den Kleinsten aus dem Quartier mit munteren Liedern begrüsst.
Weiter gings mit Ross und Wagen

Hinter dem Kindergartengebäude wurde die stadträtliche Prominenz von zwei mit Blumen bekränzten Pferdefuhrwerken erwartet. Nachdem alle Platz genommen hatten, zogen die Zweispänner ihre kostbare Fracht gemächlich durch das Triemliquartier. Stadtrat Richard Wolff (AL) schloss sich verspätet auf seinem grünen Velo den Zweispännern an und hielt sich zwischendurch – wenn die Fahrt bergauf ging – am Fuhrwerk fest.

Unterwegs wies Max Kurzen immer wieder auf Besonderheiten hin. Als alteingesessener Triemler kennt er sich aus in seinem Wohnquartier. Er erläuterte anhand von historischen Fotos verschiedene Eckpunkte von anno dazumal. Die Fahrt führte zum Döltschihof, wo die Gäste vom Biobauern Jürg Obrist begrüsst wurden.

Auf dem Döltschihof – mit Blick über das Triemli und ganz Zürich – servierte das Hotel Atlantis den prominenten Gästen einen Apéro mit Häppchen. Im Rahmen von Gesprächen standen auch einige Fragen des Quartiervereins zur Debatte. Thematisiert wurde unter anderem der Preis für den Mittagstisch an Tagesschulen. Filippo Leutenegger (FDP) wies darauf hin, dass zurzeit eine Testphase laufe und noch keine Zahlen bekannt seien.
Bemängelt wurde anschliessend die Bike-Strecke am Üetliberg, die jeweils bis spät in die Nacht auch von E-Bikes befahren wird. Stadtrat Richard Wolff bestätigte, dass es hier Konflikte zu lösen gebe. Im Zusammenhang mit der zunehmenden Bevölkerung stellte sich die Frage, wo sich Jugendliche in ihrer Freizeit künftig aufhalten könnten. Stadtrat Raphael Golta (SP) wies darauf hin, dass sich das Ausgehverhalten der jungen Menschen durch Handys und so weiter verändert habe. Diese würden sich in der Freizeit nicht nur im Wohnquartier aufhalten, sondern auch an benachbarten Orten und in der Innenstadt. Weitere Themen waren unter anderen die Anbindung des Triemlis durch Velowege an die Innenstadt. Karin Rykart (Grüne) erklärte, dass man sich auf dieser Strecke um sichere Velorouten kümmern werde.

Corine Mauch würdigte Arbeit

Diskutiert wurde auch über die städtischen Beiträge an die Quartiervereine, die zurzeit an Workshops behandelt werden. Max Kurzen erkundigte sich, wie es mit der finanziellen Unterstützung weitergehe. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) würdigte die Arbeit der Quartiervereine, betonte aber, dass es zurzeit keine definitive Stellungnahme gebe, da das Prozedere noch am Laufen sei.
Ein Anliegen der Triemler sind auch die Überbauung der Freihalteflächen. Tiefbauvorsteher Richard Wolff betonte, dass diese nicht überbaut würden. Das verdichtete Bauen beziehe sich nicht auf das Zubetonieren von bestehendem Grünraum. Es beinhalte höhere Bauten und Gebäude an Standorten, an denen bereits gebaut worden sei.

Nach der Gesprächsrunde führten die Zweispänner die Gäste zum Restaurant Oberes Triemli, wo sie mit einem Mittagessen verwöhnt wurden. Max Kurzen ist zufrieden mit dem Tag. Er freut sich und sagt: «Der Gesamtstadtrat besucht die einzelnen Zürcher Stadtquartiere ungefähr alle 25 bis 30 Jahre. Er hätte eigentlich vor 30 Jahren ins Triemli kommen sollen.» Doch damals habe er kurzfristig abgesagt, weil es ein unruhiges Quartier sei. Und nun – Jahrzehnte später – hat der Quartierverein Triemli es doch noch geschafft, die politische Prominenz durch das Triemli zu geleiten. Und das genau einen Tag bevor Max Kurzen das Präsidium des Vereins nach langjähriger Tätigkeit abgab.



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