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23.05.2019 Von: Elsbeth Stucky

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Im Wald dürfen Kinder noch dreckig werden


Leiten die neue Waldspielgruppe in Küsnacht: Heike Furger und Pascal Rüfenacht. Mit im Bild: Danuk, Furgers junger Schäferhund. Foto: Elsbeth Stucky

Egal, ob es regnet oder schneit: Kinder von Waldspielgruppen sind zu jeder Jahreszeit im Wald. Dabei sammeln sie Erfahrungen, die in abgeschotteten Räumen nicht möglich wären. In Küsnacht gibt es ab den Sommerferien ein neues Angebot.

«Die Chemie stimmt.» Das sagen Heike Furger und Pascal Rüfenacht nicht nur einmal im Gespräch. Sie sind die Initianten der neuen Waldspielgruppe Küsnacht. Die beiden starten mit einer ersten Gruppe nach den Sommerferien.
Im Gegensatz zum altbewährten Angebot Waldspielgruppe Tobel von Renata Staub sind Furger und Rüfenacht Neulinge. Und nein, Konkurrentinnen seien sie keineswegs, betont Furger: «Wir sind mit Renata Staub in einvernehmlichem Kontakt.»

Unterschiedlicher Hintergrund
Um eine Waldspielgruppe zu leiten, braucht es ein Zertifikat. In der Ausbildung letztes Jahr haben sich Furger und Rüfenacht kennen gelernt. Sie verstanden sich auf Anhieb und ihre Ansichten, wie man eine Waldspielgruppe leitet, deckten sich. Also taten sie sich zusammen. Die Küsnachterin Furger und Rüfenacht aus Oerlikon freuen sich darauf, zu zweit die neue Waldspielgruppe zu betreuen. Es sei eine ideale Voraussetzung, um auf jedes Kind einzugehen und die Gruppe zu überschauen.
Ihr Hintergrund könnte nicht unterschiedlicher sein. Doch der offene Geist, Neues anzupacken, ist beiden gegeben. Da ist der 33-jährige Rüfenacht, der einst Maler lernte, später ein Kunststudium absolvierte und seit einiger Zeit ältere Menschen pflegt und betreut. Dort Heike Furger, die viel gereiste 50-jährige Familienfrau mit zwei noch schulpflichtigen Söhnen und gelernte Krankenschwester. Eine optimale Ergänzung, wie Furger betont.
Während der dreimonatige weisse Schäferhund begeistert in den nassen Kohlen vom Lagerfeuer gräbt, erzählen die Spielgruppenleiterin und der Spielgruppenleiter über ihre Anliegen. Nämlich Kindern die Liebe, die Freude und den Respekt zur Natur weitergeben. Für die Kinder sei der Wald ein anregendes und wohltuendes Spielfeld.

Kein Druck, etwas zu müssen
Der Name sagt es: In der Waldspielgruppe wird gespielt. Kein Druck, etwas zu lernen, nichts zu erfüllen oder zu beweisen. Eigentlich, erklärt Rüfenacht, sei es ein freies Spielen im Wald. «Und die Kinder dürfen dreckig werden. »
Es liegt in der Natur des Kindes, draussen zu sein. Furger kommt ins Sinnieren über das Früher und Heute. Kinder spielten früher zusammen und entdeckten gemeinsam die Natur. Man könnte sagen, so Furger, dass die Waldspielgruppe ein klein wenig vergleichbar ist. Aber der heutigen Zeit entsprechend mit Aufsicht.

Lernen in der Gemeinschaft
Früher verfügten Kinder über 90 Prozent Freiraum und nur 10 Prozent war reguliert. Und heute, sagt Rüfenacht, ist es genau umgekehrt.
«Die Bedürfnisse der Kinder stehen für uns im Zentrum», erklärt Furger. Trotz viel Freiheit seien sie als Leiter verantwortlich für die Sicherheit der Kinder und setzten klare Grenzen. Aber ein Thema für den Vormittag vorgeben, nein, das würden sie nicht. Im Gegenteil: «Wir lassen uns von den Kindern inspirieren.»
In Absprache mit dem Kindergarten Goldbach teilt sich die Waldspielgruppe den Platz im Wald. Hier erleben die Kinder den Kreislauf der Natur und das wechselnde Klima hautnah.
Die Spielgruppe bedeute für die Kinder vor dem Kindergarten auch eine erste Ablösung von den Eltern. Und trotz Regeln und Vorgaben ist Flexibilität für Furger und Rüfenacht wichtig: «Man kann mit uns reden. Wir sind offen für Inputs von den Eltern.»



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