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29.05.2019
Zürich West

Hardau-Kids stehen auf der Tonhalle-Bühne


Mehrere Lehrerinnen und Lehrer der MKZ sind bei dem Konzertprojekt engagiert, wie hier beim Dirigieren. Foto: Lisa Maire

289 Kinder der Schule Hardau geben zusammen mit Mitgliedern des Tonhalle-Orchesters ein Konzert in der Tonhalle Maag. Auf dem Programm steht der berühmte «Karneval der Tiere» von Camille Saint-Saëns. «Zürich West» war bei einer Probe dabei.

Lisa Maire

Ein Heer von blauen und roten Notenständern und zahllose offene Geigenkästen, den Wänden entlang aneinandergereiht: Das Arrangement im leuchtend grünen Ambiente der Turnhalle Hardau sieht fast schon aus wie eine Kunstinstallation, ist jedoch nichts anderes als die Auslegeordnung für die erste gemeinsame Probe vor dem Konzertauftritt «Kids on stage» in der Tonhalle Maag. 289 Kinder der Schule Hardau, vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse, nehmen daran teil.

Tierrufe, Wind und Wasser

Noch herrscht in der Turnhalle die Ruhe vor dem Sturm. Während der Orchesterbereich gemäss der Bühnengrösse in der Tonhalle Maag genau abgesteckt und die Notenblätter auf die Ständer verteilt werden, ist eine Musiklehrerin mit dem Stimmen der 168 bereitliegenden Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe beschäftigt. Sie stammen aus dem Fundus der Fondation Vareille und der Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ). Die Stiftung Vareille unterstützt die Schule Hardau im Rahmen ihres Programms «Eine Geige in meiner Schule», das für die jüngsten Kinder aus Brennpunktschulen mit besonderem Förderbedarf entwickelt wurde.

Neben den kleinen Geigerinnen und Geigern aus Kindergarten, 1. und 2. Klasse sind am Konzert Viert- und Fünftklässler beteiligt, die eine Streicherklasse an der MKZ besuchen, während Kinder und Jugendliche aus der 3. und 6. Klasse verschiedene Perkussionsinstrumente spielen. Zur Orchesterausstattung gehören denn ausser den vielen Streichinstrumenten auch 40 Djemben (Trommeln) und drei Balafone (afrikanische Xylofone). Und als die ersten Kinder nach der grossen Pause in die Turnhalle stürmen, bringen sie noch allerhand weitere Instrumente mit: bunte Schläuche zum Beispiel, die beim Schwingen Windgeräusche erzeugen, oder flache runde Kästen mit kleinen Metallkügelchen drin, die beim Hin- und Herschwenken den Klang brandender Wellen imitieren. Die mit Fischmotiven bunt bemalten Instrumente kämen beim Musikteil «Aquarium» zum Einsatz, erzählt ein Bub bereitwillig.

Grosser Einsatz auf allen Seiten

Bis die vielen kleinen Musikerinnen und Musiker alle ihren Platz in dem Riesenorchester gefunden haben, dauert es eine Weile. Dann gehts auch schon los. Unter der Leitung von Lorenz Raths und weiteren Musiklehrerinnen und -lehrern erklingt die «Einleitung» aus der berühmten Suite von Saint-Saëns. Erstaunlich, wie gut die Kinder ihre jeweiligen Einsätze schon bei der ersten grossen Probe meistern. Der zweite Satz «Schildkröte und Can-Can» kommt so überzeugend daher, dass die zuhörenden Klassenlehrpersonen dazu spontan die Beine in die Höhe werfen.

Konzentriert und gut gelaunt erzählen die Kinder auf ihrer musikalischen Reise die Geschichte rund um ein Tier, das aus dem Züri-Zoo ausgebrochen ist. Auf ihren Instrumenten imitieren sie dabei allerhand Rufe von Tieren – vom Elefanten bis zum Kuckuck – und versuchen mit allen musikalischen Mitteln, dem verlorenen Tier auf die Spur zu kommen.

Die Vorbereitungen für das Konzert bedeuten für alle Beteiligten viel Einsatz. Partituren und Noten mussten neu arrangiert werden, und die Kinder haben über Monate hinweg intensiv in ihren Klassenverbänden geprobt. Um Berührungsängsten vorzubeugen, kamen Musikerinnen und Musiker des Tonhalle-Orchesters Zürich zu Besuch in die Schulklassen, und die Kinder machten sich zudem bei Vorabbesuchen in der Tonhalle Maag mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut. Am Konzert werden sie übrigens von drei Profis vom Tonhalle-Orchester unterstützt.

Teamgeist gefordert

Sowohl Alexandra Böni und Martin Laely von der Schulleitung als auch Janina Kriszun, Projektleiterin aus der Musikvermittlung der Tonhalle-Gesellschaft Zürich, sind überzeugt: Musikunterricht und Orchesterarbeit bringen den Kindern sehr viel. Beim gemeinsamen Musizieren seien – unabhängig vom Niveau – nicht nur Disziplin und Konzentration gefordert, sondern vor allem auch viel Teamgeist, betont Kriszun. Dies wiederum komme den Kindern im Schulalltag und in ihrem ganzen sozialen Umfeld zugute.

Handkehrum profitiert man auch beim Tonhalle-Orchester von Musikprojekten mit Schülerinnen und Schülern. «Es ist immer wieder schön, den Kindern zu zeigen, was der Musikerberuf bedeutet, sie in die Welt eines Orchesters einzuführen, ihnen die Angst vor der klassischen Musik zu nehmen», so Kriszun. Der eine oder die andere der involvierten Musikprofis entdecke zudem, wie viel Spass die Vermittlungsarbeit neben der eigenen Konzerttätigkeit machen könne.

Konzert am Montag, 3. Juni, 18 Uhr, Tonhalle Maag, Zahnradstrasse 22, 8005 Zürich. Tickets: www.tonhalle-maag.ch.



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