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05.06.2019
Zürich West

Sekundarschule Kappeli steht Umzug bevor


Ein Haus wie ein blauer Dampfer: Die Geschäftsliegenschaft an der Mürtschenstrasse 39 soll für mehrere Jahre als Schulhaus dienen. Foto: mai.

Die Altstetter Schule Kappeli platzt aus allen Nähten. Nun geht die Stadt bei der Beschaffung von temporärem Schulraum neue Wege: Sie will die Sekundarschule in ein ehemaliges Geschäftshaus ausquartieren.

Lisa Maire

Anfang Jahr ragten auf der Sportwiese der Schulanlage Kappeli zahlreiche Bauprofile in die Höhe. Sie markierten den Platz für drei zusätzliche temporäre Pavillons. Inzwischen hat die Stadt eine andere Lösung des Platzproblems gefunden: Sie will das nahe gelegene Geschäftshaus Mürtschenpark anmieten und für den Schulbetrieb ausbauen. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat hierfür einen Objektkredit von 8,55 Millionen Franken und einen jährlichen Mietzins von 702 950 Franken.

In der siebengeschossigen privaten Liegenschaft an der Mürtschenstrasse sind 14 bis 16 Klassenzimmer für den Sekundarschulunterricht, 5 Handarbeits- und 2 Werkenräume für die Nutzung durch Primar- und Sekundarschule sowie entsprechende Nebenräume vorgesehen. Ausserdem sollen eine Regenerierküche und Räume für die Verpflegung aller Schülerinnen und Schüler Platz finden. Mit dem Mürtschenpark könne der Schulraumbedarf bis zum Bezug des geplanten neuen Schulhauses Tüffenwies in der Grünau (voraussichtlich 2028) und danach während der Instandsetzung der Schulanlage Kappeli gedeckt werden, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung. Die Schulerweiterung soll in zwei Etappen erfolgen: Nach den Sommerferien 2020 wären die Räume für Betreuung, Handarbeit und Werken bereit. Voraussichtlich im Frühling 2021 könnten dann auch die Unterrichtsräume der Sekundarschule bezogen werden.

«Goldenes Los gezogen»

Die Auslagerung einer ganzen Sekundarschule in eine Büroimmobilie mag ungewöhnlich erscheinen. Für das Kappeli erweist sie sich als Glücksfall. «Es ist auf jeden Fall die beste Lösung», sagt Silvan von Wartburg von Immobilien Stadt Zürich auf Anfrage. Erstens befinde sich der Mürtschenpark in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Schule. Zweitens könne die ehemalige Geschäftsliegenschaft bereits ab 2020 angemietet und mit relativ wenig Aufwand umgebaut werden. Drittens bleibe so die Sportwiese, die den ursprünglich geplanten Pavillons zum Opfer gefallen wäre, erhalten. Bei der Kreisschulbehörde Letzi stösst der Entscheid des Stadtrats jedenfalls auf grosse Freude: «Wir haben das goldene Los gezogen», ist Kreisschulpräsidentin Barbara Grisch überzeugt.

Der 2001 erstellte Mürtschenpark verfügt über eine intakte Infrastruktur. Für die Umnutzung der Büroflächen zu Schulräumen müssen jedoch bestehende Raumstrukturen angepasst, neben der Regenerierküche auch zusätzliche WC-Anlagen eingebaut sowie die Akustik verbessert werden. Um das Gebäude im Spickel zwischen Basler- und Mürtschenstrasse gibt es heute einen schmalen mit Büschen bewachsenen Grünstreifen. Dieser soll zum Teil in einen bekiesten Pausenplatz mit Sitzstufen umgewandelt werden. Der Aufenthaltsbereich im Freien fällt damit nicht gerade üppig aus. «Wir versuchen, ein Optimum aus der Situation rauszuholen», betont von Wartburg. Bei Bewegungsbedarf im Freien stehe den Sekundarschülerinnen und -schülern ja weiterhin die Schulanlage Kappeli zur Verfügung. Ausserdem seien in der neuen Liegenschaft auf vier Geschossen je 120  m2 Aufenthaltsfläche vorgesehen.

Noch nicht alle Probleme gelöst

Auch Kreisschulpräsidentin Grisch hält die künftige Pausenplatzsituation für unproblematisch. «Wenn man will, kann man immer ein Haar in der Suppe finden», meint sie. Mit der Nutzung des Mürtschenparks habe man grundsätzlich eine optimale Lösung für all die Jahre bis zum Bezug des neuen Sekundarschulhauses Tüffenwies und zur nachfolgenden Instandstellung der denkmalgeschützten Schule Kappeli gefunden, ist sie überzeugt. Ihr sei jedenfalls – wie schon kürzlich beim Ja des Stimmvolks zum Schulneubau Freilager – «ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen». Die Raumprobleme im Schulkreis Letzi sind damit allerdings noch nicht alle gelöst. Ebenso schwierig sei die Situation in der Schule Utogrund, die dereinst auch die Kinder aus dem Kochareal aufnehmen soll, so Grisch. Doch hier stehe man erst am Anfang der Planung.



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