Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
12.06.2019
Zürich West

Altstetten stehen heisse Zeiten bevor


Während der Bauzeit von Juli 2019 bis Mai 2021 soll der Transitverkehr möglichst störungsfrei über die Hohlstrasse stadtauswärts und über die Badenerstrasse stadteinwärts fliessen. Grafik: DAV

Mit dem Umbau des Farbhofs in den Sommerferien fällt der Startschuss zur 2. Bauetappe der Limmattalbahn. Vertreter von Bahn und Stadt informierten letzte Woche in Altstetten über die Auswirkungen des Grossprojekts im Quartier.

Lisa Maire

Die Limmattalbahn (LTB) ist auf Kurs: In der 1. Etappe vom Farbhof bis Schlieren-Geissweid sei man «erfreulich zügig vorangekommen», beschied Daniel Issler, Gesamtprojektleiter und Geschäftsführer der LTB AG, vor einem rund 120-köpfigen Publikum im Hotel Spirgarten. Nach zwei Jahren Bauzeit wird nun im September die 2. Etappe in Angriff genommen. Auf dem Stadtzürcher Boden gehen die Arbeiten bereits in den Sommerferien los. Und zwar mit einem Knall – einer fünfwöchigen Inselbaustelle mit teilweise 24-Stunden-Arbeitsbetrieb am Farbhof.

Big five mit Generalstabsplanung

Die Intensivbaustelle am Farbhof (vom 12. Juli bis 18. August) sei, ähnlich wie einst am Bellevue, vor allem logistisch eine riesige Herausforderung, sagte Thomas Vollenweider, Chefbauleiter Tiefbau. Die Ausführung der Arbeiten – «The big five» mit Werkleitungs-, Strassen-, Fahrleitungs-, Gleisbau und Verkehrsführung – erfordere eine generalstabsmässige Planung und eine absolute Termintreue aller Player. Wenn nur einer aus der Reihe falle, «haben wir ein grosses Problem», so Vollenweider.

Der Inselbaustelle Farbhof folgt im September der LTB-Streckenbau an der Hohlstrasse zwischen Bahnhof Altstetten und Farbhof. Er dauert voraussichtlich bis Mai 2021. Die Arbeiten erfolgen wechselseitig. Dabei wird jeweils etwa ein Jahr lang auf der einen Seite der Hohlstrasse gebaut und auf der anderen Seite der Verkehr abgewickelt. Wie die Hohlstrasse wird auch die Saumackerstrasse Richtung Bahnhof Altstetten zur Einbahn. Ebenso die Altstetterstrasse zwischen Hohl- und Baslerstrasse Richtung Lindenplatz.

Die Badenerstrasse bleibt immer in beide Richtungen befahrbar, mit Wende- und Abbiegemöglichkeiten. Rund um den Farbhof sind nicht immer alle Fahrbeziehungen gewährleistet. An der Saumackerstrasse müssen einzelne Parkplätze aufgehoben werden, zudem regeln hier neue temporäre Ampelanlagen den Verkehr. Und zwar an den Kreuzungen der Saumacker- mit der Badener- und Baslerstrasse sowie für die wichtige Fussgängerquerung der Hohlstrasse. Diese soll situativ auch mit einem Verkehrsdienst geregelt werden. Die Ampel Altstetter-/Hohlstrasse hingegen kommt weg.

Umwege für Velofahrende

Für den Veloverkehr werden die Hohlstrasse stadtauswärts und die Saumackerstrasse Richtung Bahnhof ebenfalls zur Einbahn. Stadteinwärts werden Velofahrende vom Farbhof in Richtung Bahnhof über die Badener-, Segness-, Meier-Bosshard- und Altstetterstrasse umgeleitet. Letztere bleibt für Velos in beide Richtungen befahrbar. Wer mit dem Velo auch stadtauswärts nicht durch die Baustelle Hohlstrasse will, kann die Umleitung über Altstetter-, Herrlig-, Badenerstrasse nutzen.

Mehr Umsteigen im ÖV

Wichtige baustellenbedingte Änderungen gibt es auch bei den ÖV-Verbindungen. So fahren die Busse der Linie 31 ab 13. Juli bis zum Abschluss der Bauarbeiten 2021 nur noch bis zum Bahnhof Altstetten. Danach wird die Linie 31 bis Hermetschloo führen und dort wenden. Fahrgäste Richtung Farbhof und Schlieren können am Bahnhof mit den Buslinien 78 und 80 zum Lindenplatz fahren und dort auf die Tramlinie 2 umsteigen. Bis zum 2. September wird das Zweier-Tram zwischen Letzigrund und Schlieren als Ersatzbus geführt.

Zwischen Bahnhof und Farbhof gibt es zudem neu eine direkte Verbindung mit der Buslinie 35. Diese wird ab dem 13. Juli bis auf Weiteres – eventuell über die Bauzeit hinaus – ab Solidapark zum Bahnhof Altstetten verlängert. Die 35er-Busse fahren täglich und in der ganzen Betriebszeit im 15-Minuten-Takt. Aus Platzgründen werden die Busse stadteinwärts via Basler-/Saumackerstrasse zum Bahnhof Altstetten geführt, mit provisorischer Haltestelle in der Saumackerstrasse. Die Haltestelle Bristenstrasse Richtung Bahnhof wird aufgehoben. Die Busse stadtauswärts fahren weiterhin am Altstetterplatz ab.

Zwei Wochen Eingewöhnung

Die Baustellenzeit wird für die Altstetterinnen und Altstetter kein Schleck sein. Man setze aber alles dran, die Bewegungen im Quartier so wenig wie möglich zu belasten, sagte Esther Arnet, Direktorin der städtischen Dienstabteilung Verkehr (DAV). «Wir beobachten die Situation sehr genau und können bei Bedarf nachjustieren.» Es brauche aber wohl zwei Wochen, bis sich alle Verkehrsteilnehmer an die neue Situation gewöhnt hätten.

Über die Arbeiten, Bauzeiten und Verkehrsregimes werden Anwohnerinnen und Anwohner ab Juli regelmässig schriftlich informiert. Auch die VBZ wird die anstehenden Änderungen rechtzeitig ankündigen. Wer Fragen habe, könne sich aber auch direkt an die Bauleitung, die Limmattalbahn oder die DAV wenden. Man nehme alle Anliegen ernst, versprachen Arnet und Issler.

Zackig gegen Schleichverkehr

Die ersten Fragen kamen bereits am Infoabend. So zum Beispiel zum Thema Linksabbiegeverbot aus der Karstlernstrasse stadtauswärts. Je nach Baustellensituation am Farbhof sei Linksabbiegen vorerst meist möglich, nach Abschluss der Bauarbeiten jedoch nicht mehr, hiess es von DAV-Seite. Die Bestätigung des umstrittenen Entscheids verursachte im Publikum eine Welle raunender Empörung. Auch der befürchtete Ausweichverkehr im Bachmattquartier beschäftigt die Gemüter: Wie man ihn denn unterbinden wolle, fragte jemand. Auf der Bachmattstrasse könne es tatsächlich Mehrverkehr geben, meinte Arnet. Sollte es schlimmer werden, «würden wir aber relativ zackig Gegenmassnahmen ergreifen».

Weitere Fragen galten – mit Blick auf die Glattalbahn – der Unfallgefahr. Gemäss Issler herrscht aber bei der LTB grundsätzlich eine andere Ausgangslage: «Ihre Mittellage mit abgesetztem Eigentrassee ist sicherer.» Nicht zuletzt kamen auch die Baumfällaktionen an der Hohlstrasse zur Sprache. Dass Bäume nachts und schon im Februar gefällt wurden, habe mit den Fahrstromleitungen und mit der Vogelbrutzeit zu tun. Die Bäume, so Issler, würden von Grün Stadt Zürich nach und nach und so schnell wie möglich ersetzt.

 

Kostenvorgaben unterschritten

Die Baukosten für die Limmattalbahn sind auf 755 Millionen Franken veranschlagt. Darin sind neben den Bahninfrastrukturen auch eine Depotanlage und Massnahmen für den Strassen-, Velo- und Fussverkehr enthalten, nicht aber das Rollmaterial. Am Infoabend wurde aus dem Publikum moniert, die 750 Millionen seien «ein Fantasiepreis», das werde doch niemals reichen. «Es wird reichen, da gehe ich jede Wette ein», versicherte Gesamtprojektleiter Issler. Die erste Bauetappe könne man nämlich 10 Prozent unter den Vorgaben abschliessen. Und auch die kürzlich erfolgten wichtigsten Tiefbau-Vergaben für die 2. Etappe lägen innerhalb des Kostenvoranschlags. «Am Ende werden wir unter 700 Millionen Franken bleiben», gab sich Issler überzeugt.

Von den Gesamtbaukosten übernimmt der Bund voraussichtlich 35 Prozent. Den Rest tragen zu rund drei Vierteln der Kanton Zürich und zu einem Viertel der Kanton Aargau. (mai.)



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 20. Juni 2019
Zürich 2 vom 20. Juni 2019
Zürich Nord vom 20. Juni 2019
Zürich West vom 20. Juni 2019
Küsnachter vom 13. Juni 2019
Küsnachter Amtlich vom 13. Juni 2019

Sonderzeitungen

Abenteuer Stadt Natur 2019
Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger Volketswiler Nachrichten