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19.06.2019 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Dieses Museum gabs nur auf Zeit


Der 16-jährige Nicolas Luth zeigt sein persönliches Lieblingswerk «Nächtliche Stadt». Foto: pw.

Wie ein richtiges Museum mit Shop: Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderungen zeigten in Wollishofen ihr künstlerisches Schaffen.

Nicolas Luth führt durch die Gänge. In einem Raum läuft ein Film, der eine junge Künstlerin beim Malen zeigt. «An diesem Video über die Entstehung der Bilder habe ich mitgearbeitet», so der 16-Jährige. Er geht an die Schule für Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderungen (SKB) in Wollishofen. Doch Luth hat nicht nur gefilmt, sondern auch selber gemalt.

Seine Werke waren bis Montag in der Ausstellung «Museum auf Zeit» in der SKB zu sehen. Offen war das Museum nur für Schüler, Lehrpersonen und die Eltern. Die Bilder gaben den sonst etwas tristen Gängen des Untergeschosses einen Farbtupfer. Gemalt haben sie die Sekundarschul- und 15plus-Klassen – Jugendliche, die die obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben.

Freude, wenn etwas gelingt
Das Thema der Ausstellung war die Stadt. Entstanden sind vielseitige Werke, von denen jedoch nur ein Bruchteil aufgehängt werden konnte. Das Bild «Nächtliche Stadt» hatte Luth gemalt. Es ist sein persönliches Lieblingsbild. «Meine Hände machen nicht immer, was sie sollen», bedauert der 16-Jährige. Darum falle ihm das Malen manchmal schwer. Luth hat eine cerebrale Bewegungsstörung. Trotzdem habe er weitergemacht. «Weil es mich besonders freut, wenn mir etwas gelingt», erzählt Luth. «Nächtliche Stadt», oder wie es der Künstler persönlich nennt – «New Wollishofen bei Nacht» – fand schon am ersten Ausstellungstag einen Käufer.
Schülerinnen und Schüler, die durch ihre stärkere Behinderung weniger gut malen können, bastelten Buttons oder Schlüsselanhänger, bedruckten Küchentücher und Taschen. Diese wurden – wie es sich für ein richtiges Museum gehört – im Museumsshop verkauft. Der Erlös ging an den Förderverein der SKB. Ebenfalls nicht fehlen durfte ein Museumscafé mit Gebäcken und Getränken.

Laut Flurina Hallauer, Klassenlehrerin und Heilpädagogin, war es das erste Projekt der Schule in dieser Grössenordnung. Fast ein Jahr lang haben 17 Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Begabungen und Einschränkungen jeden Freitagnachmittag an der Ausstellung gearbeitet. Bei der Vernissage letzte Woche war der Stolz der Beteiligten zu spüren. Eine Neuauflage ist aber vorläufig nicht geplant.

Die SKB an der Mutschellenstrasse ist eine Sonderschule. Sie nimmt Schülerinnen und Schüler zwischen 4 und 20 Jahren mit einer körperlichen und/oder mehrfachen Behinderung auf.



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