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26.06.2019 Von: Lisa Maire

Zürich Nord

Engagement für eine enkelgerechte Zukunft


Auf der «Karte der Möglichkeiten» für Höngg (Ausschnitt) sind rund 40 «Quartierpioniere» verzeichnet und beschrieben. I Karte: Transition Zürich

In Zürich gibt es immer mehr «Pioniere des Wandels», die sich für einen nachhaltigen Alltag einsetzen. Wer sind sie, und wo sind sie? Die neuen Quartierkarten des Vereins Transition Zürich zeigen es.

Besser, schneller, billiger: Die Wachstumsmaxime der heutigen Zeit verursacht immer mehr Menschen Kopf- und Bauchweh. Sie suchen nach entschleunigenden Alternativen – nach konkreten Handlungsmöglichkeiten für einen nachhaltigen Alltag. In Zürich gebe es eine breite, bunte Palette solcher Projekte im Zeichen des Wandels, sagen Jasmin Helg und Leander Dalbert von Transition Zürich. Der Verein setzt sich dafür ein, die Wandel-Pioniere für Interessierte sichtbarer zu machen. Sei es, indem er ihnen Plattformen für Präsentation und Vernetzung anbietet, öffentliche Info-Anlässe und Workshops organisiert oder sie auf speziellen Quartierkarten vorstellt.

«Karte der Möglichkeiten»
Eine solche «Karte der Möglichkeiten», auf der nachhaltige und alternative Projekte eingezeichnet und beschrieben sind, hat Transition Zürich vor ein paar Monaten bereits für die Kreise 4 und 5 veröffentlicht. Nun sind in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinschaftszentren Höngg, Buchegg, Schindlergut und Wipkingen zwei weitere Karten entstanden. Sie zeigen auf einen Blick, wo in den Kreisen 10 und 6 es welche Initiativen gibt. Total kamen über 100 Projekte, gekennzeichnet nach Themen, zusammen.

Im Zentrum all dieser Projekte steht ein bewusster, sorgfältiger Umgang mit Ressourcen. Ob in den Bereichen Ernährung, Mobilität, Wohnen, Energie, Reparieren, Recycling, Tauschen, Leihen, Secondhand, Garten oder naturbezogenes Lernen. Ob niederschwellige, gut erreichbare Angebote oder solche, die mit einer etwas radikaleren Umgestaltung des Lebensalltags einhergehen. Besonders im Trend ist die Sharing-Kultur: Von Kleidern über Lastenvelos bis zu Werkzeugen lässt sich vielerlei tauschen oder (ver-)leihen. Auch Zeit, Dienstleistungen, Talente werden getauscht. So etwa beim Netzwerk «Tauschen am Fluss» im GZ Wipkingen. Weitere Sharing-Communities pflegen Online-Plattformen wie «Pumpipumpe», «Sharely» oder die Genossenschaft Kiss im Kreis 10, wo es um Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften geht. Ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität setzen unter anderen die «Repair-Cafés» (Sydefädeli, GZ Buchegg) oder «The Pink Sheep» (Wipkingen), wo zum Upcycling von Kleidern animiert wird.

Verschwendung ist out
Ein grosses Thema im sozial und ökologisch nachhaltigen Alltag sind Angebote im Bereich Ernährung. Dazu gehört neben den «Brüederhof»-Depots für biologische Produkte (in mehreren Quartieren) zum Beispiel die Anbau- und Quartiergemeinschaft POT, die in Höngg nicht nur ein Depot für Demeter-Lebensmittel unterhält, sondern diese auch fertig gekocht in der Quartierküche anbietet. Vegane Gerichte – und aufgefrischte Möbel – gibt es bei «26 Rose Garden» (Wipkingen). Dazu kommen Projekte wie die «Einmach Bibliothek» (Brache Guggach), «Basimilch» mit Bio-Milch-Depots (in mehreren Quartieren) oder Online-Plattformen, die sich gezielt für Food Sharing und gegen Food Waste einsetzen. Viele der auf den Karten gelisteten Läden vermeiden unnötige Verpackung. Explizit tut dies der Unverpackt-Laden «Chez Mamie» (Schaffhauserstrasse).

Im Vordergrund der von Transition Zürich unterstützten Initiativen stehe ein Gewinn an Lebensqualität und Lebenssinn, sagt Leander Dalbert. Er beobachtet ein wachsendes Interesse an solchen Projekten. Zwar kollidiere das konkrete Mitmachen manchmal noch mit den Alltagszwängen. Grundsätzlich aber gebe es immer mehr Menschen, die sich gegen den heutigen «Überfluss an Sinnlosigkeit» zur Wehr setzen. Eine Möglichkeit, sich bei der Gestaltung einer enkelgerechten Zukunft persönlich zu engagieren, bietet übrigens auch eine Workshop-Serie, die am 3. Juli im GZ Höngg startet. Interessierte Hönggerinnen und Höngger können hier in lockerer Atmosphäre ihre Ideen und Träume für ein «nachhaltiges, schönes, nachbarschaftliches Höngg» austauschen oder auch – unterstützt von erfahrenen Prozessbegleiterinnen und -begleitern – planen und umsetzen.

Workshops im GZ Höngg: 3. Juli, 28. August, 18. September, jeweils 18–21.30 Uhr. Anmeldung an: gz-hoengg@gz-zh.ch.
Markt der Möglichkeiten im GZ Buchegg am 21. September, 13–17 Uhr.
Die Quartierkarten gibts gratis beim Verein Transition Zürich, Langstrasse 200, bei den GZs oder als Internet-Download (PDF) über www.transition-zuerich.ch



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