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26.06.2019 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Odermatt: «Wir führen den Dialog weiter»


Wohnen, arbeiten, lernen, austauschen und relaxen. Visualisierung: zvg.

Am 3. Juli werden die beiden Gestaltungspläne  «Thurgauerstrasse» im Parlament behandelt. Diese sind die Grundlage für die Weiterentwicklung des Areals. Zusätzlich gibt es zwölf Vorstösse von Gemeinderäten.

«Das rund 65 000 Quadratmeter grosse Areal Thurgauerstrasse stellt eine der grössten Baulandreserven der Stadt Zürich dar und hat eine wichtige Funktion in der weiteren Stadtentwicklung und inneren Verdichtung Zürichs», hält der Stadtrat in seinen Weisungen an den Gemeinderat fest. Eine Weisung befasst sich mit dem öffentlichen Gestaltungsplan Thurgauerstrasse Wohnen/Gewerbe und eine mit dem öffentlichen Gestaltungsplan Schule und Quartierpark. Für die Schulanlage und den Quartierpark wurden die Projektwettbewerbe bereits durchgeführt. Ihre Notwendig ist unbestritten. Mit dem Gestaltungsplan Wohnen und Gewerbe sollen gemäss Stadt die Voraussetzungen für ein breites und vielfältiges Angebot an Wohn-, Gewerbe- und gemeinschaftlichen Flächen geschaffen werden, um innovative Wohnformen sowie individuelle Kombinationen von Wohnen und Gewerbe unter einem Dach zu ermöglichen.

Die Stadt beabsichtigt, rund 32 000 Quadratmeter Fläche mittels Baurechtsverträgen an verschiedene gemeinnützige Bauträgerschaften abzugeben. Insgesamt sollen 700 gemeinnützige Wohnungen entstehen. «Dies ist ein wichtiger Schritt hin zur Erfüllung des Drittelziels des gemeinnützigen Wohnungsbaus», so der Stadtrat. Weiter ist der Bau eines städtischen Alterszentrums kombiniert mit Alterswohnungen vorgesehen. Entlang der Thurgauerstrasse sollen fünf Hochhäuser mit unterschiedlichen Höhen entstehen. Unter anderem dagegen wehrt sich die IG Grubenacker. Eine breite Vorzone zur Strasse soll mit der bestehenden Allee einen öffentlichen Raum mit Boulevard-Charakter schaffen. Die Familiengärten werden aufgehoben. Das alte Schützenhaus bleibt bestehen und soll ein Quartiertreff werden. Ebenfalls werden die Parkplätze Eisfeld aufgehoben.
Nach einjähriger Arbeit hat die Spezialkommission Hochbau und Stadtentwicklung die Gestaltungspläne für die Entwicklung des Areals Thurgauerstrasse zu Handen des Gemeinderats verabschiedet. Am 3. Juli werden die Weisungen des Stadtrats im Gemeinderat behandelt.

Verknüpfte Geschäfte
Mit den Weisungen werden zwölf Vorstösse von Gemeinderäten behandelt wie: Partizipation von Interessengruppen, Anschluss der Liegenschaften Grubenackerstrasse an die Fernwärmeversorgung, Optimierung der Hitzevorsorge, Sicherstellung der Zufahrt zur Grubenackerstrasse, Reduzierung der Autoabstellplätze in der Blauen Zone und Entwicklung als autoarmes Quartier. «Viele dieser Vorstösse unterstützen uns für eine ganzheitliche Planung des Areals», hält Christian Häberli von der IG Grubenacker fest.

 

«Die Schulanlage und der Park haben eine hohe Priorität»

«Zürich Nord» stellte Stadtrat André Odermatt Fragen zum Prozess und zum Einbezug des «Grubenackerquartiers».

André Odermatt, am 3. Juli kommen die Weisungen Gestaltungspläne in den Gemeinderat. Sind Sie zuversichtlich, dass bald die Projektwettbewerbe für die Überbauung folgen?
Die Gestaltungspläne sind die Grundlage für die weitere Entwicklung des Areals mit gemeinnützigen Wohnungen, Gewerbeflächen, Angeboten im Bereich «Wohnen im Alter», einem Schulhaus sowie einem Quartierpark. Oder kurz: für einen lebendigen, durchmischten Quartierteil. Insofern bin ich zuversichtlich, dass der Gemeinderat die Gestaltungspläne verabschiedet.

Wie geht es nachher weiter?
Im kommenden Jahr ist eine Phase der Konsolidierung und Bearbeitung der politischen Vorstösse vorgesehen, um für die öffentliche Ausschreibung der Baurechte und die Durchführung der Wettbewerbe gut vorbereitet zu sein. Dies wird voraussichtlich ab 2021 der Fall sein.

Wann wird das Schulhaus Thurgauerstrasse gebaut?
Nach derzeitigem Planungsstand wird das Schulhaus bis 2024 fertiggestellt, zusammen mit dem Park. Beide Projekte haben eine hohe Priorität, sie sind eine Bereicherung und gleichzeitig auch eine Notwendigkeit für das gesamte Leutschenbachquartier. Die Hochhäuser entlang der Thurgauerstrasse sind ein wichtiges Element der Planung. Ich bin sehr gespannt, was sich dann aus den Wettbewerben für konkrete Projekte ergeben. Bis jetzt sind ja erst die groben Volumen bekannt.

Es gibt Gemeinderäte, die der Meinung sind, dass die Überbauung des Areals Thurgauerstrasse sistiert beziehungsweise der nächsten Generation überlassen werden soll. Ist das ein Thema?
Das ganze Leutschenbachquartier wächst rasant, überall wird gebaut, neuer Wohnraum entsteht. Entsprechend ist der Bedarf für die Schule und den Quartierpark unbestritten – und zwar heute und nicht übermorgen. Den Auftrag zur Erhöhung des Anteils an preisgünstigem Wohn- und Gewerberaum können wir ebenfalls nicht einfach der nächsten Generation überlassen. Ein Auftrag, der uns von einer deutlichen Mehrheit der Stimmbevölkerung gegeben und entsprechend in der Gemeindeordnung verankert wurde.

Die Wohnbaugenossenschaft Grubenacker möchte mit der Stadt ihr Gebiet weiterentwickeln. Offensichtlich unterstützt dies die Stadt.
Es geht um das Gebiet zwischen Bahndamm und dem Areal Thurgauerstrasse. Ein Gebiet mit viel Potenzial für eine bauliche Verdichtung mit Qualität. Wir begrüssen es, dass dahingehend aus dem Quartier heraus die Initiative ergriffen wurde, und stehen mit den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern in engem Kontakt. Am 17. Juni hat ein erster gemeinsamer Workshop stattgefunden, der bereits spannende Erkenntnisse geliefert hat. Und wir werden den Dialog auf jeden Fall weiterführen. «Damit es gut kommt», um die Wohnbaugenossenschaft zu zitieren. (Interview: pm.)
 
Das Interview wurde schriftlich geführt.

 



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