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26.06.2019 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Stadt saniert «Arbeitslosensiedlung»


Die Gebäude am Aemmerliweg sind in die Jahre gekommen. Foto: pm.

Das Auzelg in Schwamendingen ist Heimat von vielen kinderreichen Familien. Nun saniert die Stadt ihre ehemalige «Arbeitslosen- und Selbstversorgersiedlung».

Das Auzelg – es ist vom übrigen Stadtgebiet isoliert – ist in vielerlei Hinsicht besonders. Eine Mischung aus städtischem Randquartier und dörflicher Idylle. Viele kinderreiche Familien leben hier. Der Ausländeranteil ist hoch. Der dörfliche Eindruck ist gewollt. Bäuerlich waren die Siedlungen im Auzelg aber nie. Früher kamen Arbeitslose, später kinderreiche Familien. Das Auzelg verfügt mit der Baracke über einen Treffpunkt, eine Schule und viele Gärten, unter anderem für Migrantinnen. Bis vor wenigen Jahren hatte es einen eigenen Quartierverein. Nun sorgt sich der Quartierverein Schwamendingen ums Gebiet.

Die städtische Wohnsiedlung Au besteht aus Einfamilienhäusern. Sie ist aus der Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre heraus entstanden. Architekt Georg Seger bezeichnete sein Projekt als «Arbeitslosen- und Selbstversorgersiedlung». Es umfasst 17 zweigeschossige Einfamilienhäuser mit jeweils 4 Zimmern, einem Schopfanbau und eine Gartenfläche von 12 bis 16 Aren. Von der Arbeitslosigkeit Betroffene sollten Gemüse und Früchte anbauen und Kleintiere halten. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner zogen 1941 ein. Die Wohnsiedlung Au blieb in Zürich das einzige Beispiel, bei dem Wohnen und Selbstversorgung so konsequent miteinander verbunden wurden. Gebäude und Aussenanlagen sind im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte der Stadt Zürich aufgeführt.
Nun werden 13 Einfamilienhäuser der Wohnsiedlung Au am Aemmerliweg 6 bis 30 instandgesetzt. Dafür hat der Stadtrat kürzlich gebundene Ausgaben von 11,7 Millionen Franken bewilligt. Viele finden, dass es angesichts des Zustandes der Gebäude Zeit sei für eine Sanierung, einige Mieter hingegen wehrten sich. Sie fochten die Kündigung an. Die Schlichtungsbehörde sprach ihnen eine einmalige, nicht verlängerbare Mieterstreckung von 18 Monaten zu; der ursprünglich für September 2019 vorgesehene Baustart verzögert sich deshalb um ein Jahr.

Vernachlässigte Gärten
«Der Zustand der Bauten ist schlecht, der Wärmeverlust wegen der fehlenden Dämmung gross, bei erhöhtem Grundwasserstand dringt Wasser in die Keller ein, und die Gärten sind stark vernachlässigt», räumt die städtische Liegenschaftenverwaltung ein. Bei den 13 Einfamilienhäusern werden unter anderem Küchen und Bäder erneuert, originale Fenster saniert und später eingebaute ersetzt. Die Gebäudehülle wird mit einer Innendämmung isoliert. Zudem werden die Gärten nach denkmalpflegerischen Vorgaben saniert. Der Beginn der Instandsetzung ist für Oktober 2020 geplant, Ende 2021 sollen die Arbeiten beendet sein. Die Gebäude werden in unbewohntem Zustand instand gesetzt. Die Mietzinse für die Einfamilienhäuser werden nach dem Modell der Kostenmiete berechnet. Für ein Haus samt Umschwung ergibt sich gemäss Stadt eine Nettomiete von gut 1900 Franken.

Ausgenommen von der Instandsetzung sind die vier Einfamilienhäuser der Siedlung Au an der Opfikonstrasse 16 bis 20 und 30 bis 32. Für sie und das ebenfalls der Stadt gehörende Zweifamilienhaus Opfikonstrasse 20 ist ein Ersatzneubau geplant. Voraussetzung dafür ist, dass der Stadtrat die vier Häuser aus dem Inventar entlassen kann. Aber auch hier wollen Mieter bleiben.



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