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10.07.2019
Zürich West

Das Zauberwort heisst Mehrfachnutzung


Das Künstlerinnenkollektiv Mickry3 gestaltete die Eingänge des Baukomplexes Schütze (hier die Schule) mit bunt beleuchteten Reliefs. Foto: Lisa Maire

Gleich zwei neue Schulhäuser im Kreis 5 öffnen nach den Sommerferien ihre Tore: Pfingstweid und Schütze. Erste Einblicke gab es bei einem Medienrundgang. 

Lisa Maire

Bei einem Rundgang mit den Stadträten André Odermatt, Filippo Leutenegger und Richard Wolff sowie Schulkreispräsidentin Katrin Wüthrich und PBZ-Direktorin Brigitte Zünd konnten Medienleute erstmals einen Blick in die neuen Schulhäuser an der Heinrichstrasse beim Escher-Wyss-Platz und an der Pfingstweidstrasse beim Toni-Areal werfen. «Mit dem zusätzlichen Schulraum sollten wir den Schulraumbedarf im Schulkreis Limmattal langfristig in den Griff bekommen», rechnete Wüthrich vor. Im Schütze finden neun Primarklassen sowie drei Kindergärten Platz, im Pfingstweid gibt es Platz für sechs bis neun Primarklassen, dazu kommen drei externe Kindergärten.

Teilen ist angesagt

Die Schule Schütze entstand anstelle der weggezogenen kantonalen Berufsfachschule. Das bestehende Schulhaus an der Heinrichstrasse wurde instandgesetzt und mit Neubauten für Kindergarten und Quartierzentrum, einer PBZ-Bibliothek und einer Sporthalle ergänzt. Zu den direkt mit dem Schulhaus verbundenen, aber separat zugänglichen neuen Bauten kommen grosszügige Schulaussenräume und ein öffentlicher Quartierpark.

Für die sehr kompakt gebaute Primarschule wurde das bestehende Gebäude den Bedürfnissen eines modernen Tagesschulbetriebs angepasst. Und ein solcher setzt auf eine polyvalente Nutzung der Räume. «Schule und Betreuung verschmelzen zu einer Einheit», betonte Schulvorstand Filippo Leutenegger. Und Wüthrich ergänzte: «Wir sind bereits intensiv am Üben, was man alles gemeinsam nutzen – teilen – kann.» Die Mehrfachnutzung erfordere vor allem auch von den Lehrpersonen ein neues Denken.

Ungewohnt ist die Lage der Sporthalle, die ausserhalb der Schulzeiten auch Vereinen offensteht: Sie wurde obendrauf gesetzt – wie beim Schulhaus Leutschenbach. Das sei zukunftsträchtig, weil mit etlichen Vorteilen verbunden, erklärte Hochbauvorsteher André Odermatt. Vor allem könne man so teure statische Massnahmen umgehen, die beim Bau einer (stützenfreien) Turnhalle ganz unten im Haus erforderlich wären. Auch Grundwasserprobleme liessen sich so vermeiden. Die Turnhalle im 4. Stock muss nichts mehr tragen, nur noch die Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Quartierzentrum und Bibliothek

Der Neubau neben der Schule beherbergt das Quartierzentrum Schütze als Ersatz für das bisherige Quartierhaus Kreis 5 am Sihlquai. Hier können Interessierte aus dem Quartier dereinst multifunktionale Räume für Aktivitäten und Veranstaltungen verschiedenster Grösse mieten. Ausserdem wird es ab Frühjahr 2020 im Erdgeschoss einen professionell geführten öffentlichen Begegnungsort mit Konsumationsmöglichkeiten geben.

Ein Mehrwert fürs ganze Quartier wird auch mit der neuen Pestalozzi-Bibliothek Zürich (PBZ) geschaffen. Mit der PBZ Schütze habe man eine Versorgungslücke im Kreis 5 geschlossen, so Leutenegger. Mit ihren 1000 Quadratmetern Fläche auf zwei Etagen, 25 000 Büchern und Tausenden weiterer Medien, Arbeitsplätzen und einem Lesecafé zählt sie neben den Standorten Altstadt und Oerlikon zu der grössten PBZs. Auch die Gesamtverwaltung der 14 Bibliotheken (bisher in der Altstadt) wird in den Neubau auf dem Schütze-Areal ziehen.
Eine wichtige soziale und ökologische Rolle kommt – angesichts von baulicher Entwicklung und Bevölkerungswachstum – dem geplanten Quartierpark zu. In einem breit abgestützten Mitwirkungsverfahren wurde ermittelt, welche Bedürfnisse im Quartier in Bezug auf Nutzung und Gestaltung bestehen. Ab Sommer 2020 wird der 7000 Quadratmeter grosse Park als grüne Lunge und Begegnungsort dienen. «Wir pflanzen über 100 neue Bäume und entsiegeln die Böden», sagte Tiefbauvorsteher Richard Wolff.

Schule mit zwei Seiten

Auch in der Schule Pfingstweid ist Kompaktheit und Polyvalenz angesagt. Denn neben den sechs Primarschulklassen wird hier nach den Sommerferien zusätzlich die Musikschule Konservatorium Zürich Platz beanspruchen – ein Novum. Darüberhinaus sind zwei Schulklassen für Kinder aus dem gegenüberliegenden Bundesasylzentrum vorgesehen. Architektonisch passt sich das Schulhaus seiner speziellen Lage an: Gegen die stark befahrene Pfingstweidstrasse hin prägt eine Metallverkleidung die Fassade. Dahinter liegen die Korridore, während sämtliche Unterrichtsräume und Pausenplätze zum offenen Pfingstweidpark hin orientiert sind. Hier prägt eine Holzfassade mit langen Laubengängen das Bild und schafft dabei fast ein wenig Chaletferien-Gemütlichkeit. Speziell ist auch der Spielgerätepark auf dem Schulhof: Mit seinen hölzernen Steuer-, Mühle-, Zahnrädern und Ähnlichem erinnert er an die Vergangenheit des Industriequartiers.

Baukosten unterschritten

Für die neuen Infrastrukturen auf dem Schütze-Areal hatte das Volk 61 Millionen Franken gesprochen (davon 4,8 Millionen für den Park). Gemäss Odermatt wird das Projekt nun 10 Prozent unter den Zielkosten abgeschlossen. Auch bei der Schule Pfingstweid werden die bewilligten Kosten von 29,4 Millionen Franken voraussichtlich um rund 3 Millionen Franken unterschritten.



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