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07.08.2019 Von: Silvan Rosser

Züriberg

So sonnig wie seit 70 Jahren nicht mehr


Hitzewellen und rekordverdächtig viele Sonnenstunden dominieren das bisherige Wettergeschehen im Jahr 2019. Auch global reiht sich das Jahr 2019 nahtlos in die Reihe der wärmsten Jahre ein.

Aufgeheizt durch zwei extreme Hitzewellen Ende Juni und im zweiten Julidrittel, erlebt die Schweiz gerade den bisher zweitwärmsten Sommer seit Messbeginn im Jahr 1864. In Zürich liegt das Temperaturmittel nach zwei Dritteln des Sommers (Monate Juni und Juli) bei 20,4 Grad. Nur im Hitzesommer 2003 war das Sommerwetter nach zwei Dritteln mit 21 Grad heisser als heuer.
Ein Stück heisser war im Jahr 2003 der Juni. Hingegen hat der Juli im Jahr 2019 die Nase vorn. Im Jahr 2019 stieg das Tagesmaximum am Zürichberg bereits 35 Mal über die Sommermarke von 25 Grad im Schatten. Und dies, obwohl der Mai heuer alles andere als sommerlich verlief. Noch mehr Sommertage bis Ende Juli brachten die Jahre 1928 und 2006. Im Hitzesommer 2003 verbuchte Zürich 54 Sommertage bis Ende Juli.
Dominierender ist der diesjährige Sommer bei den Hitzetagen. Obwohl auch das Vorjahr bis Ende Juli schon mehr Sommertage vorzuweisen hatte, summierten sich die Hitzetage «erst» auf 6. Aktuell zählen die Meteorologen in Zürich bereits 15 Hitzetage. Das ist ein Spitzenwert. Selbst im Hitzesommer 2003, im Zwei-Drittel-Hitzesommer 2006 sowie in den heissen Sommern 1947 und 2015 gab es nicht mehr Hitzetage bis Ende Juli. Wie der Sommer 2019 in der Endabrechnung abschneidet, wird sich im August weisen. Im Jahr 2006 verabschiedete sich der Hochsommer nach heissem Juni und Hitzejuli mit einem kühlen August frühzeitig. Anders im Vorjahr. Der Sommer 2018 brachte bis Mitte Juli keinen einzigen Hitzetag mit mindestens 30 Grad in Zürich. Am Ende resultierte trotzdem noch der drittwärmste Sommer seit Messbeginn im Jahr 1864.

Warme Schweiz
Angetrieben vom heissen Sommer erreicht das Temperaturmittel der Monate Januar bis Juli im laufenden Jahr den bisher fünfthöchsten Zwischenwert. Vergleichbar warm war die Periode Januar bis Juli in den Jahren 1994, 2002 und 2017. Wärmer war es in den Jahren 2007, 2014 und 2018. Die Vorjahresperiode war nochmals 5 Zehntelgrad wärmer als in diesem Jahr. Mit 11,2 Grad im Durchschnitt war es im Jahr 2007 zwischen Januar und Juli sogar knapp 1 Grad wärmer als 2019. Noch extremer präsentiert sich das Bild bei den Tageshöchsttemperaturen. So werden im Jahr 2019 die bisher zweithöchsten Werte seit 1901 erreicht. Nur im Jahr 2007 brachten die Nachmittage von Januar bis Juli im Schnitt noch höhere Temperaturen. Auch wenn das Jahr 2019 noch fünf Monate dauert, die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Warmjahrs ist sehr gross. Lediglich das Jahr 2007 fiel nach einer Top-10-Platzierung bis zum Juli bis Ende Jahr aufgrund eines kühlen Spätsommers und eines eines kalten Herbstes noch auf den elften Rang.

Warme Welt
Auch global gehört das laufende Jahr 2019 zu den wärmsten überhaupt. Zusammen mit dem Jahr 2017 rangiert das erste Halbjahr 2019 auf dem zweiten Platz der ewigen Wärmeliste der letzten 140 Jahre. Global war es knapp 1 Grad wärmer als im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Wärmer war einzig das erste Halbjahr 2016. In fünf der sechs Kontinente gehört das erste Halbjahr 2019 jeweils zu den fünf wärmsten. Südamerika erlebte sogar das wärmste erste Halbjahr seit Messbeginn. Einzig in Nordamerika, genauer in grossen Teilen der USA und im südlichen Kanada, war das erste Halbjahr 2019 kühler als im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Auf globaler Ebene ist es gemäss aktuellen Prognosen sozusagen sicher, dass 2019 auch Ende Jahr zu den fünf wärmsten Jahren überhaupt gehören wird – wärmer zwar als das Vorjahr, wahrscheinlich aber kein neues Rekordjahr.

Sonnig wie selten, wenig Regen
An neue Wärmerekorde haben sich Zürcherinnen und Zürcher in den letzten Jahren gewöhnt. Im letzten Jahr hat aber vor allem auch die Trockenheit zu reden gegeben. Und auch in diesem Jahr bewegen sich die Niederschläge deutlich unter der Norm. Bereits zum dritten Mal in Folge bringt die Periode Januar bis Juli unterdurchschnittliche Regenmengen in Zürich. Mit 550 Litern Regen pro Quadratmeter fehlt im Raum Zürich momentan die Regenmenge eines Sommermonats. Ähnlich trocken war das Jahr 2017 bis Ende Juli. Im Vorjahr fehlten sogar die Niederschlagsmengen von zwei Sommermonaten.
So extrem, wie im letzten Jahr die Trockenheit war, könnte in diesem Jahr die Sonnenscheindauer werden. Denn das Jahr 2019 zeigt sich bis anhin von seiner Sonnenseite. Die Periode Januar bis Juli ist mit über 1300 Sonnenstunden in Zürich so sonnig wie seit 70 Jahren nicht mehr. Seit Messbeginn 1901 brachten nur die Jahre 1945 und 1949 unbedeutend mehr Sonnenschein in den ersten sieben Monaten des Jahres. Wo viele Sonnentage sind, hat es kaum Platz für Regentage (Tage mit mehr als 1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter). Und so erstaunt es nicht, dass es in diesem Jahr bisher erst 66 Regentage gab. Damit gehört 2019 zu den Jahren mit den zehn wenigsten Regentagen bis Ende Juli.



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