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07.08.2019
Zürich West

Probefahrten starten in wenigen Tagen


Die Arbeiten am Farbhof laufen sieben Tage die Woche, grundsätzlich in zwei Schichten, jeweils von 5 bis 23 Uhr. Vor allem im Gleisbau kommen Nachteinsätze hinzu. Foto: Marcus Weiss

Trotz Ferien wird beim Projekt Limmattalbahn keine Pause eingelegt – die Intensivbauphase für den neuen Farbhof ist in vollem Gange. Schon ab 2. September sollen die Trams bis Schlieren rollen. Ab Mitte August starten die Probefahrten.

Marcus Weiss

Baustellenbesuch beim Farbhof. Es ist hochsommerlich heiss, die Sonne brennt ohne Unterlass vom Himmel, der Autoverkehr sucht sich seinen Weg zwischen zahllosen Abschrankungen hindurch. Doch dies macht den hier arbeitenden Spezialisten nichts aus. Im gewohnten Rhythmus gehen sie ihren Tätigkeiten nach, steuern routiniert ihre riesigen Geräte über den knochentrockenen Untergrund, den Staubwolken und dem Lärm trotzend.

Im Moment ist die Firma Implenia mit dem Tiefbau beschäftigt, bald werden auch die Gleisbau-Unternehmen anrücken. Vom seit Jahrzehnten vertrauten Bild des Verkehrsknotenpunktes mit seiner Tramschleife ist nichts übrig geblieben. Die vom Zürcher Stadtzentrum kommenden Gleise enden abrupt an der Einmündung der Badenerstrasse.

Unvergessliche Abschiedsszenen

«Es war ein denkwürdiger Moment in der Freitagnacht nach Ferienbeginn», erinnert sich Domenico Demarco, örtlicher Bauleiter des Planungsunternehmens Gruner Wepf AG, auf dieser Schlüsselbaustelle der Limmattalbahn. Der letzte Tramzug sei von Anwohnern mit Blumensträussen empfangen worden, und kaum habe er die Wendeschleife verlassen, sei mit dem Abbau der Tramgleise begonnen worden. Quasi als erster Akt sei das Ausschalten und Erden der Fahrleitung erfolgt, am Tag darauf legten die Männer Hand an den Gleisen an. «An dieser Stelle durchtrennten wir die Schienen, dann kam ein 100-Tonnen-Bagger mit Spezialwerkzeug zum Einsatz», erklärt Demarco und deutet auf die Gleisstummel. Auf seinem Smartphone zeigt er ein selbst aufgenommenes Video, wie sich die gigantische Baumaschine auf dem Trassee bewegt und die Schienen scheinbar mühelos aus dem betonierten Gleisbett reisst. «Zahlreiche Schaulustige haben das Spektakel verfolgt», so der Bauleiter. Bereits im Verlauf des Samstags sei die Aufgabe für den Grossbagger erledigt gewesen, der Farbhof gleisfrei. Nun ging es darum, den Beton der bisherigen Tramfahrbahn mit Hydraulikhämmern herauszuspitzen, damit der Weg für das Planieren des künftigen Trassenverlaufs frei wurde. Dies ist inzwischen geschehen, ein grosser Teil des Platzes ist fertig planiert und für die neue Gestaltung vorbereitet.

«Wir haben momentan einen leichten Vorsprung gegenüber dem Zeitplan», freut sich der Projektingenieur. Unvorhergesehenes habe es bisher nur in geringem Umfang gegeben, beispielsweise Werkleitungen, die nicht exakt dort verliefen, wo sie in den Plänen eingetragen waren. «Alles geschieht fortlaufend, hier haben wir gestern bereits die Randabschlüsse gemacht», erklärt Demarco, während wir der planierten Fläche entlangschreiten. Nun erreichen wir die in ihren Umrissen bereits deutlich erkennbaren neuen Fussgänger-Inseln zum Überqueren der Gleise. Die frisch betonierten Ränder sind mit Matten abgedeckt. «Wir mussten sie wegen der Hitze einpacken, damit der Beton nicht zu schnell trocknet», lautet die Erklärung hierzu. Der Projektingenieur zeigt in der Mitte des Platzes die Stelle, wo die Gleise der Limmattalbahn in Richtung Bahnhof Altstetten abzweigen werden. Der Bau dieses Abschnitts wird das nächste Teilprojekt unter seiner Leitung sein.
Testfahrten beginnen bald

Weiter stadtauswärts sind bereits die Wartehäuschen der neuen Haltestelle Farbhof montiert, die sowohl der verlängerten Tramlinie 2 als auch der Limmattalbahn dienen werden. Die Strecke bis Schlieren ist fertiggestellt, es fehlt nur noch der Lückenschluss am Farbhof, an dem hier so fieberhaft gearbeitet wird. Demarco zeigt zum Abschluss des Rundgangs einen Stapel vorfabrizierter Betonschwellen mit sogenannter Bewehrung, die in Kürze eingehoben und einbetoniert werden. Darauf können dann die Schienen verlegt und festgeklemmt werden. «Bereits Mitte August finden erste Testfahrten der VBZ auf dem neuen Trassee statt, bis dahin müssen wir fertig sein», fasst der Bauleiter den ambitionierten Plan zusammen.

Fest am 31. August

Als Besucher zweifelt man keinen Moment daran, dass alles auf den Punkt genau klappen wird. Ab Montag, 2. September, schon bedient die VBZ-Tramlinie 2 die Strecke vom Bahnhof Tiefenbrunnen über Farbhof bis nach Schlieren. Die Haltestelle heisst ganz ländlich Geissweid.

Am Samstag, 31. August, gibt’s innerhalb des Schlierefäschts ein grosses Eröffnungsfest. Besonders originell ist der Urban Minigolf Parcours der Limmattalbahn. Von der Geissweid bis zum Farbhof können alle sieben Haltestellen der 1. Etappe der Limmattalbahn bespielt werden – eine temporäre 7-Loch-Anlage. Zudem gibt’s Nostalgietramfahrten, etwa mit dem «Lisebethli». Jenes Uralttram befuhr früher die damalige Tramlinie zwischen Altstetten und Schlieren. 1955 wurde sie durch einen Busbetrieb ersetzt. 64 Jahre später rollen bald wieder die Trams. 



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