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28.08.2019 Von: Lorenz Steinmann

Züriberg, Zürich 2, Zürich West, Zürich Nord

Neue Zahlen: ZKB-Seilbahn kostet 75 Millionen Franken


Zu den Entstehungskosten kommen Betriebskosten von 15 Millionen Franken hinzu. Das Bild zeigt die geplante ZKB-Seilbahnstation bei der Blatterwiese. (Visualisierung: zvg.)

75 statt 40 bis 60 Millionen Aufwand und kein spürbarer Mehrwert für den Tourismus. Rolf Rufer, ZKB-Kadermann und Geschäftsführer der neu gegründeten ZüriBahn AG, verriet am Treffen des Gewerbevereins Zürich 2 Neuigkeiten rund um die geplante Seilbahn über den See.

Momentan ist es in der öffentlichen Wahrnehmung eher ruhig beim Thema Seilbahn über den Zürichsee. Dabei laufen die Fäden hinter den Kulissen heiss, wie Rolf Rufer an einer Infoveranstaltung des Gewerbevereins Zürich 2 erklärte. Es geht um die Detailplanung der Seilbahn mit ihren zwei Stationen in Zürich-Riesbach und Wollishofen. Sie soll während fünf Jahren die beiden Seeufer miteinander verbinden – im Rahmen des 150-Jahr-Jubiläums der Zürcher Kantonalbank. Mittlerweile ist der Zeitplan ins Stocken geraten. Die vier separaten Baubewilligungsverfahren sind teilweise durch Einsprachen blockiert. (siehe Kasten). Auswirkungen hat vor allem der VCS-Rekurs gegen die wasserrechtliche Konzession. Der geplante Betriebsstart der ZüriBahn 2020 verzögert sich darum um mindestens ein Jahr. Für Rufer ist dies aber kein Problem, wie er vor gut zwei Dutzend Gewerblern am ZKB-Hauptsitz betonte. Man werde unverändert alles unternehmen, die ZüriBahn baldmöglichst zu realisieren. Als ehemaliger Gemeindepräsident von Fällanden ist sich Rufer Widerstand aus der Bevölkerung gewohnt. Zudem kennt er die Abläufe in Verwaltungen bestens. «Ich bin ein ZKB-Mensch von der Pike auf», so Rufer. Er arbeitet seit Jahrzehnten bei der Zürcher Kantonalbank. Seit gut einem Jahr ist der 63-jährige Geschäftsführer der neu gegründeten «ZüriBahn AG» mit einem Aktienkapital von fünf Millionen Franken. Ziel der Gesellschaft mit Verwaltungsratspräsident und ZKB-CEO Martin Scholl: Bau, Betrieb und anschliessender Rückbau einer Gondelbahn über den Zürichsee und den dazugehörigen betrieblichen und touristischen Anlagen.

Ziel: Return on Invest
Wie es sich für ein Bankeninstitut gehört, gibt es fast nichts gratis. Tatsächlich will die ZKB einen Return on Invest bei der Seilbahn. Dass diese ein Geschenk an die Bevölkerung ist, war ein Missverständnis, das die Bank nie so kommunizierte. Die Anlagekosten betragen laut Rufer 60 Millionen Franken. Dazu kommen 15 Millionen Franken Betriebskosten während der fünf Jahre, in denen die Seilbahn laufen darf. Die Ausgaben von 75 Millionen Franken sollen durch die Ticketverkäufe wieder hereingeholt werden. «Ein gewisses unternehmerisches Risiko ist da», muss Rufer einräumen. Ursprünglich war die Rede von 40 bis 60 Millionen Franken Investitionskosten. Die Medien machten daraus Kosten von 50 Millionen Franken. Die ZKB kommunizierte bisher die zusätzlichen Betriebskosten nicht.

Gebaut für 20 Jahre oder mehr
Ein Thema in der Diskussion war die vorgegebene, lediglich fünfjährige Betriebszeit. Es gebe keinerlei Kompromisse. Stationen und Masten müssen gebaut werden, wie wenn die Anlage 20 Jahre oder länger in Betrieb stünde. Die linksgrüne Stadtregierung wird sich dazu wohl noch der einen oder anderen kritischen Frage stellen müssen. Denn eigentlich genügt so ein Projekt dem politisch hochgehaltenen Nachhaltigkeitsgedanken von Zürich nicht. Immerhin: Um die erwarteten Besucherströme zu lenken, verkaufen die ZKB lediglich Einzelfahrten. Geplant ist ein Preis von 14 Franken. Reduktionen gibt’s für 5er- und 10-er-Abos. Eher tief scheint der Rabatt von 10 Prozent, wenn man das Ticket via RailAway der SBB inklusive öV-Anreise kauft.

Umfragen geben gutes Resultat
Wie kommt die Seilbahn denn im Volk an? Eine Umfrage des Meinungsforschungsdienstes GfS Ende 2018 zeigte ein positives Bild. Drei Viertel der Kantonalen Bevölkerung stehen der ZüriBahn neutral bis sehr positiv gegenüber. Immerhin 2/3 der Anwohner in den direkt betroffenen Kreisen 2 und 8 stehen dem Projekt neutral bis sehr positiv gegenüber. Rufer ergänzt, dass Tourismus Zürich der Seilbahn ebenfalls positiv gegenüberstehe. Aber: «Es werden keine ausländischen Touristen nur wegen der Bahn nach Zürich kommen, sie ist zu wenig attraktiv», zitiert Rufer die Experten. Fazit des Abends: Die anwesenden Gewerbler befürworten das Projekt mehrheitlich. Gewerbevereinspräsident Felix Weber freut sich «auf baldige Umsetzung, solange meine Buben noch Buben sind».

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Begehung mit Rekurrenten vor Ort

Gegen die ZüriBahn der ZKB gibt es gemäss ZKB einige Rekurse. 15 Privatpersonen aus der Umgebung in Riesbach und in Wollishofen sowie die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der Verkehrsclub der Schweiz haben Einspruch erhoben gegen das Millionen-Projekt. Dem Vernehmen nach findet dazu bald ein Treffen vor Ort statt. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob und wie die Bauten sich störend auf die Umgebung auswirken. Die Visualisierung oben rechts zeigt die Dimension der geplanten Seilbahnstation auf der Blatterwiese. (ls.)



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