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25.09.2019
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Räbeliechtli-Alarm: Stadt will neu eine Risikoanalyse


Wie gefährlich sind Räbeliechtli-Umzüge? Neu müssen die Organisatoren für die Stadtpolizei eine Risikoanalyse erstellen. (Foto: mai.)

Die Stadt Zürich hat die Veranstaltungsgesuche angepasst. Neu muss für alle Veranstaltungen ab 500 Teilnehmern eine Risikoanalyse gemacht werden. Die Organisatoren der Räbeliechtli-Umzüge sind mehr als sauer.

Bei den Quartiervereinen und den Organisatoren der Räbeliechtli-Umzüge geht die Angst um. Denn die Stadtpolizei Zürich hat klammheimlich die Anforderungen im Bewilligungsverfahren für öffentliche Anlässe angepasst. Gesuchsteller von Veranstaltungen für 500 bis 5000 Teilnehmer müssen neu innerhalb des Bewilligungsgesuchs «zwingend» eine Risikoanalyse erstellen, «welche den Vorgaben der Fachstelle Crowd Management entsprechen muss. Die Risikoanalyse umfasst Punkte wie «Unwetter», «Zelt-/ Bühneneinsturz», «Bombendrohung», «Falschgeld», «Wildurinierer» sowie Begriffe wie «KöVerl» und «Zielger. Gewalt». Die Risikoanalyse ist spätestens vier Wochen vor der Veranstaltung dem Büro für Veranstaltungen einzureichen. Im zehnseitigen Begleitschreiben der Fachstelle Crowd Management wird auf die negativen Schlagzeilen der Loveparade von Duisburg und auf die Probleme am Züri-Fäscht 2013 verwiesen. Nachzulesen sind Tipps wie: «Für den gerichteten Personenfluss dürfen keine Verengungen erzeugt werden, Verkehrswege sollen möglichst immer gleich breit sein.»
Das tönt ziemlich kompliziert. Entsprechend verunsichert sind die Festorganisatoren in den Quartieren. Beim OK des Affoltemer Räbeliechtli-Umzugs kamen die zusätzlichen Auflagen schlecht an. «Der zusätzliche Aufwand für Freiwillige für die Erstellung eines Sicherheitskonzepts ist immens. Zudem ist es unnötig, da schon jetzt stark auf Sicherheit geschaut wird», hält Quartiervereinspräsidentin Pia Meier auf Anfrage fest. Ihr Fazit: «Ein bürokratischer Nonsense.» Ins gleiche Horn bläst Irene B. Rösli vom Quartierverein Höngg. «Wir haben jetzt schon enorm Mühe, Freiwillige für unseren Räbeliechtli-Umzug zu finden, durch solche bürokratischen Hürden wird das noch schwieriger.» Dabei hatte Rösli noch Glück, denn sie stellte ihr Gesuch schon im Januar – ohne ein Sicherheitskonzept und eine Risikoanalyse. Trotzdem erhielt sie die Bewilligung. Die Vertreterin eines anderen Quartiervereins erzählt schelmisch, man habe lediglich 499 Teilnehmende am lokalen Räbeliechtli-Umzug. Warum die genaue Zahl? Weil die Auflage der Stadtpolizei erst ab einer Teilnehmerzahl von 500 gilt.

Kreischefs bieten Hilfe an
Wie reagiert die kritisierte Stadtpolizei? Mediensprecher Michael Walker versteht die Aufregung nicht. «Es gibt keinen Grund zur Angst, dass Räbeliechtli-Umzüge aufgrund der neuen Regelungen nicht mehr bewilligt werden.» Im Gegenteil, die Rückmeldungen der Kreischefs hätten ergeben, dass bislang keine solchen Ängste oder Bedenken geäussert worden seien. «Wichtig ist, dass Gesuchstellende früh Kontakt mit den Kreischefs oder mit dem Crowd Management der Stadtpolizei aufnehmen», so Walker. Weil im Internet stets die aktualisierten, gültigen Formulare und Richtlinien abrufbar seien, habe man auf eine zusätzliche Information verzichtet. Walker: «Es ist uns bewusst, dass es im ersten Durchgang etwas mehr Aufwand bedeutet, eine solche Risikoanalyse zu erstellen.»



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