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06.11.2019 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Eine Hommage an Jakob Künzler


Jakob Künzler mit armenischen Waisenkindern. Foto: Familienarchiv Anne und Tony Betts

Jakob Künzler geriet vor über 100 Jahren in der Osttürkei mitten in die entsetzlichen Gräuel des Völkermordes an den Armeniern hinein. Eine Ausstellung in der reformierten Kirche Oerlikon zeichnet das Leben und Wirken des «Vaters der armenischen Waisenkinder» nach.

Jakob Künzler, 1871 im appenzellischen Hundwil geboren, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und war mit neun Jahren Vollwaise. Er machte eine Lehre als Zimmermann und liess sich später zum evangelischen Diakon in Krankenpflege ausbilden. Im Jahr 1899 wurde er nach Urfa in Anatolien berufen, wo er als Krankenpfleger in einer Missionsklinik arbeitete. Nach einigen beschaulichen Jahren sah er das Unheil kommen: Im Jahr 1915 erteilten die Türken den Befehl zur systematischen Vernichtung des armenischen Volkes. Künzler wurde Zeuge der Ermordung Hunderttausender armenischer Kinder, Frauen und Männer. Die Greuel hielt er in dem Buch «Im Land des Blutes und der Tränen» fest. Unter Lebensgefahr verhalfen er und seine Frau Verfolgten zur Flucht und brachten 8000 Waisenkinder in den Libanon in Sicherheit. Die letzten dreissig Jahre seines Lebens widmete er diesen Kindern.

Das Rahmenprogramm
In der reformierten Kirche Oerlikon ist bis 21. November eine Wanderausstellung von Dr. Bernhard Rothen, Pfarrer in Hundwil, zu sehen. Auf grossen Tafeln wird mit Text und Bildern die bewegte und bewegende Geschichte des Waisenjungen aus Hundwil gezeigt. Zudem findet man Ausschnitte aus seinen Werken, die seinen Klinikalltag in Ufra schildern. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Kirche jeweils mittwochs bis freitags von 11 Uhr bis 15 Uhr und dienstags von 11 Uhr bis 19 Uhr besucht werden.

Im Begleitprogramm zur Ausstellung gibt es am Mittwoch, 13. November, um 14.30 Uhr im Kirchgemeindehaus Oerlikon einen Gemeindenachmittag mit Pfarrer Bernhard Rothen und am Freitag, 15. November, um 19 Uhr einen Filmabend in der Kirche Oerlikon mit dem Film «Aghet» («die Katastrophe») von Erich Friedler in leicht gekürzter Form. Am Sonntag, 17. November, um 10 Uhr findet ein Gottesdienst zum Sonntag der verfolgten Christen in der Kirche Oerlikon statt und am Donnerstag, 21. November, um 19 Uhr an der Finissage gibt es ein Referat von Adrian Künsch über das Cevi-Projekt in Spitak in der Kirche Oerlikon.



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