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27.11.2019
Zürich West

Weggefährten erzählen von Pfarrer Sieber


Ernst Sieber schuf zahlreiche Bilder und Skulpturen von archaischer Intensität und zugleich subtiler Fragilität. Foto: zvg.

Mit dem Titel «Kämpft weiter, ich hab’s heiter» ist ein Buch über Pfarrer Ernst Sieber, den Obdachlosenpfarrer, erschienen. Darin erzählen 40 Weggefährten, Betroffene, Politiker und Künstler Geschichten und berichten über ihre Begegnungen und Erlebnisse.

Pia Meier

«Pfarrer Sieber war den Menschen zugetan. Er konnte seine Mitmenschen begeistern. Er erreichte in seinem langen Leben viele Menschen und brachte viele von ihnen wieder auf die Beine», schreibt Stadtpräsidentin Corine Mauch im Vorwort des Buches «Kämpft weiter, ich hab’s heiter». Sie erinnert auch an die Situation am 21. Juni 1980. «Auf der Quaibrücke kam es zu einer sehr heiklen Situation. Auf der einen Seite einige tausend junge Menschen, die sich als Bewegung verstanden und die mit Nachdruck ein autonomes Jugendzentrum forderten. Auf der anderen Seite die Stadtpolizei mit dem Auftrag, die Demonstranten zu stoppen.»
Aber nicht nur Corine Mauch erinnert an Ereignisse. 40 Weggefährten, Betroffene, Politiker und Künstler berichten im Buch über ihre Begegnungen und Erlebnisse: Carmen Roshard, Matthias Ackeret, Ilona Sieber, Christoph Zingg, Monika Stocker, Christian Sieber, Joachim Focking, Monika Weber, Viktor Giacobbo, Christoph Blocher, Toni Vescoli und Thomas Wagner, um nur einige zu nennen.

Grosses Lebenswerk

Ernst Sieber, geboren am 24. Februar 1927, starb am 19. Mai 2018. Er war Autor mehrerer Bücher und Nationalrat. Zu den Sozialwerken Pfarrer Sieber gehören das Spital Sune-Egge, das Rehazentrum Sunedörfli, die Suchthilfeeinrichtung Ur-Dörfli, das Gassencafé Sunestube, die Notschlafstelle Pfuusbus im Albisgüetli, die Anlaufstelle Brot-Egge, die Notschlafstelle für Jugendliche Nemo, die Pflegestation Sunegarte, das Warenlager Bediendi.ch, die Wohnsiedlung Brothuuse, die Lebensmittelverteilung Reschteglück und die Notschlafstelle Iglu.
Ernst Sieber war unkonventionell, originell und etwas provozierend. Das Provozierende liegt darin, dass ein Wort aus der Bibel mit einem profanen Ausdruck aus der Umgangssprache kombiniert wird. Genau diesen Spagat hat die brillante Rhetorik von Ernst Sieber immer wieder ausgezeichnet und ihm damit Kreise erschlossen, die eher mit irdischen denn mit geistlichen Problemen konfrontiert waren.

Ernst Sieber war aber auch Künstler. In seinem Atelier in Euthal tankte er beim Malen und Bildhauen Kraft für die aufreibende Arbeit in der Kirchgemeinde und auf der Gasse. Er schuf zahlreiche Bilder und Skulpturen von archaischer Intensität und zugleich subtiler Fragilität. Die ausdrucksstarken Bilder zeugen von der kraftvollen, aber auch sensiblen Persönlichkeit. Auf dem Cover des abwechslungsreichen und übersichtlichen Buches ist Ernst Sieber typisch mit Hut zu sehen. Es ist ein umfassendes Werk über eine Persönlichkeit, die noch lange in ihren Werken und den Erinnerungen weiterlebt.

«Kämpft weiter, ich hab’s heiter». Ein Buch über Pfarrer Ernst Sieber, den Obdachlosenpfarrer. 2019. CoLibri die Büchermacher, Zürich, Projektleiter Rolf Bootz. ISBN 978-3-033-07514-6.



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