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11.12.2019
Zürich West

Bund will Zugangskontrollen «feinjustieren»


Alle Räume im BAZ sind äusserst spartanisch möbliert. Nur der vom GZ Wipkingen betreute Begegnungsraum für die derzeit 230 Asylsuchenden und die Quartierbevölkerung wirkt wohnlich. Fotos: Lisa Maire

Das von der Stadt Zürich als zu hart kritisierte Kontrollregime im neuen Bundesasylzentrum wurde etwas angepasst. In Sachen Wohnlichkeit besteht jedoch noch Luft nach oben.

Lisa Maire

Das rigide Kontrollregime im neuen Bundesasylzentrum (BAZ) an der Duttweilerstrasse hatte dem Bund harsche Kritik von Seiten des Zürcher Sozialvorstehers Raphael Golta (SP) eingetragen. Man habe wohl zuerst etwas übertrieben, räumten nun Vertreter des Staatssekretariats für Migration (SEM) bei einem Medienrundgang anlässlich der offiziellen Eröffnungsfeier ein. Inzwischen werde mit mehr Fingerspitzengefühl kontrolliert. Vor allem, wenn es um Frauen und Kinder geht. Letztere werden nun nicht mehr gefilzt, sondern nur noch visuell kontrolliert. Beim SEM versteht man die Anpassungen jedoch nicht als Lockerung des Sicherheitskonzepts, sondern als Feinjustierung.

So bleiben die Zugangskontrollen strikt. Männer, die ins Zentrum reinkommen, werden nach wie vor alle genau durchsucht. Im Visier haben die Sicherheitsleute Drogen und Waffen, aber auch verderbliche Lebensmittel. Und für mitgebrachte neue Waren muss eine Kaufquittung vorgewiesen werden. Kaugummi und Kugelschreiber sind nach anfänglichem Verbot wieder zugelassen.

Stadtrat Golta gab sich an der Eröffnungsfeier versöhnlich. Er sei zuversichtlich, dass sich die Partnerschaft mit dem SEM weiterhin konstruktiv gestalten werde, sagte er und betonte: «Wir bleiben dran.» Denn auch wenn der Bund dem Zürcher BAZ längere Ausgangszeiten zugesteht als den übrigen Bundesasylzentren und die Kinder in die Quartierschule Pfingstweid gehen dürfen: Verbesserungspotenzial besteht nach wie vor. Zum Beispiel in Sachen Wohnlichkeit. Die Räume in dem für 360 Personen ausgelegten Modulbau kommen nämlich ausgesprochen karg daher. In den Sechsbettzimmern etwa gibt es weder Tische noch Stühle, geschweige denn Vorhänge.

Als kleine Insel der Behaglichkeit erscheint da der «Begegnungsraum» im Erdgeschoss. Betreut vom GZ Wipkingen, soll er ein Treff für Menschen aus dem BAZ und dem Quartier sein. Bei den derzeit 230 Asylsuchenden sind die angebotenen Aktivitäten sehr beliebt. Interessierte aus dem Quartier kommen offenbar erst zögerlich. Das GZ-Team zählt jedoch darauf, dass sich der Treff (Mittwoch bis Freitag, 14 bis 17 Uhr) in der Bevölkerung noch mehr rumsprechen wird. 



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