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12.02.2020
Züriberg, Zürich 2, Zürich Nord, Zürich West

Seilziehen um «Rosengarten»


Waren mit ihrem Referendum überraschend klar erfolgreich: Markus Knauss (VCS, Gemeinderat Grüne), Simone Brander (Gemeinderätin SP, Umverkehr-Regionalgruppe), Gabi Petri (VCS, Kantonsrätin Grüne). (Foto: L. Steinmann)

Nach dem nie erwartet deutlichen Nein (62,8 Prozent) gegen das Rosen-
garten-Projekt sehen sich die Sieger im Aufwind. Regierungsrätin Carmen
Walker Späh will abwarten, was die Stadt an Lösungsvorschlägen präsentiert.

Eigentlich wäre das 1,1-Milliarden-Projekt Rosengarten als Infrastrukturbeitrag ohne Berücksichtigung der Volksmeinung gebaut worden. Nur weil ein Referendumskomitee unter der Federführung von Gabi Petri, Markus Knauss (beide VCS) sowie Simone Brander (SP-Gemeinderätin) 5000 Unterschriften sammelte, kam das Megaprojekt überhaupt an die Urne. Und nun dies: Mit über 60 Prozent Nein-Stimmen sagten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Zürich Nein zur Vorlage. In der Stadt Zürich war das Verdikt noch klarer. Im Wahlkreis 10 waren es sogar nur 24,6 Prozent Ja-Stimmen-Anteil. Weder Gegner noch Befürworter rechneten mit diesem klaren Resultat. Für das Projekt mit Autotunnel und zwei Tramlinien waren sowohl der Regierungs- als auch der Stadtrat, die bürgerlichen Parteien sowie die Verbände TCS, ACS und IGöV.
Für Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) ist das Nein zum Rosengartentunnel eine schwere Niederlage, wie sie vor den Medien eingestehen musste. «Es ist nach wie vor ein grossartiges Projekt», betonte sie aber. Die Verantwortung dieser Strasse liege nun wieder bei der Stadt Zürich. «Wir haben keinen Plan B. Unser Projekt war die einzige und beste Lösung», so die 62-Jährige, die selber im betroffenen Quartier Wipkingen wohnt. Walker Späh sagte, dass «nun die Sieger in der Pflicht sind».

«Tramverzicht kein Problem»
Sieger, das ist das linksgrüne Lager mit Simone Brander, Gabi Petri und Markus Knauss. «Nun braucht es tragfähige Massnahmen, die das Verkehrsproblem lösen und nicht einfach verschieben», schreibt der VCS in einer Mitteilung. Dazu gehöre, alle Möglichkeiten zu nutzen, um den Verkehr grossräumig auf die Nordumfahrung zu lenken. Den Verzicht auf ein Tram sehen Petri und Knauss nicht als Problem. Die Kapazität entlang der Rosengartenachse sei in den letzten Jahren mit der neuen Buslinie 83 und mit der Tramlinie 8 deutlich erhöht worden. Sie fordern, dass die Rosengartenstrasse zu einer «normalen städtischen Strasse wie etwa die Birmensdorferstrasse» abklassiert werden soll. Bis dahin soll der Strassenlärm dank tieferem Tempo und Lastwagenverboten reduziert werden.
Ausarbeiten muss die Verkehrsmassnahmen der Stadtrat. Die Krux wird sein, Lösungen zu erarbeiten, die dem Kanton passen. Gegenüber Radio SRF sagte Stadtrat Richard Wolff (AL), man wolle wegen des Lärmschutzes Tempo 30 möglichst rasch einführen.

 



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