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29.04.2020
Zürich 2, Zürich West

«Als Zauberer muss man auch lügen können»


«Zauberei ist vor allem perfektes Handwerk und geschieht immer live», weiss Zauberlehrer Hörbi Kull. Foto: zvg.

Der Strassenmagier Hörbi Kull (59) ist seit über 30 Jahren Zauberer und Inhaber der Zauberschule Zürich in der Enge.

Laura Hohler

«Ich habe spät begonnen mit dem Zaubern, als Kind hatte ich keinen Zauberkasten», erzählt der Strassenzauberer und Zauberlehrer Hörbi Kull. Erst mit 28 Jahre habe er angefangen zu zaubern. Sein Mentor und Vorbild war der damals weltbekannte Amerikaner Cellini, ein Meister der Strassenzauberei. «Der König der Strasse» Cellini brachte dem jungen Hörbi das Handwerk von Grund auf bei. So kam es, dass der eidgenössisch diplomierte Autoersatzteilkäufer Hörbi Kull die Zauberei nach und nach zu seinem Hauptberuf machte. Ende der 80er-Jahre arbeitete er halbtags im Zauberladen und halbtags als Zauberer. Sein Spezialgebiet ist die «Street Magic» sowie Tisch- und Salonmagie. Mit Letzterem tritt Hörbi Kull regelmässig an Firmenanlässen auf. «Man kann mich als Sprechzauberer umschreiben, ich brauche nicht unbedingt eine Bühne.»

Hörbi Kull sieht sich nicht als Mainstream-Zauberer. Moderne Tabletmagie oder Tricks mit dem Smartphone seien nicht sein Ding, so der Künstler. «Da mache ich nicht wirklich mit. Ich mag die alten Klassiker.» Der Trick mit den Ringen zum Beispiel fasziniere die Menschen nach wie vor. «Oft werde ich nach den Shows auf den Ringtrick angesprochen.» Zauberei sei vor allem perfektes Handwerk und geschehe immer live, weiss der Zauberlehrer. Eines seiner grossen Vorbilder ist der Zaubermeister David Copperfield. «Er hat in den 80er- und 90er-Jahren unglaublich viel für die Zauberkunst getan», so Kull, der Ehrenmitglied des Magischen Rings Schweiz ist.

Zauberei und Psychologie

Heute unterrichtet der 59-Jährige einzelne Schülerinnen und Schüler und bietet auch Zauberkurse für Kinder an. Meistens kommen diese für einzelne Stunden zu ihm an die Zauberschule in der Enge. Im Sommer besucht der Zauberkünstler Festivals in ganz Europa, an denen er auftritt. Besonderen Wert legt Kull auf das Handwerk – Griffe, Blicke, Gesten. Das sei beim Zaubern schon die halbe Miete. «Als Zauberer muss man auch lügen können», weiss der vielseitige Strassenmagier.

www.hoerbikull.ch, zauberladen.com

Die Zauberer

In einer losen Serie stellen die Quartierzeitungen «Zürich West» und «Zürich 2» Zauberkünstler aus ihrem Verteilgebiet vor. Bereits erschienen sind Beiträge über Jamil  Tafazzolian (27. Februar), Michel Toupet (12. März) und Raphaël Wolf (26. März).



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