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29.04.2020
Zürich West

«Mehr Besetzer als ursprünglich angenommen»


Das besetzte Juch-Areal in Altstetten soll nun bis zum 22. Mai geräumt sein. Archivfoto: ho.

Der Stadtrat erlaubt den Besetzern, einen Monat länger auf dem Juch-Areal zu bleiben. Das freut die SP und ärgert die FDP. 

Thomas Hoffmann

Ursprünglich forderte das Sozialdepartement der Stadt Zürich von den Besetzern, das Areal an der Autobahneinfahrt in Altstetten bis zum Freitag, 24. April, zu verlassen. Über das, was dort geplant ist, schwieg die Stadt. Nach einer «Neubeurteilung unter besonderer Berücksichtigung der Coronavirus-Krise» hat das Sozialdepartement entschieden, die Frist um einen Monat bis zum 22. Mai zu verlängern. Die aktuelle Lagebeurteilung habe gezeigt, dass sich auf dem Areal mehr Personen aufhalten als ursprünglich angenommen.

Nun gibt die Stadt auch bekannt, wofür das Areal genutzt werden soll. Aufgrund der engen Verhältnisse auf dem benachbarten Bauplatz für die neue ZSC-Eishockeyarena soll das Juch-Areal für Bauplatzinstallationen dienen. Die HRS Real Estate AG, die als Generalunternehmerin für den Bau der Eishockeyarena zuständig ist, will es bis Bauende während rund 2,5 Jahren mieten. Der Stadtrat erachtet diese Nutzung als zweckmässig und zonenkonform.

Die SP nimmt in einer Pressemitteilung erfreut zur Kenntnis, dass Stadtrat Raphael Golta entschieden habe, vorerst auf die Räumung des Juch-Areals zu verzichten. «In Zeiten der Corona-Krise ist das ein vernünftiger Entscheid.» Die Juso der Stadt Zürich geht einen Schritt weiter: «Auch in einem Monat wäre die Räumung absolut untragbar.» Anders sieht es die FDP. «Unmittelbar vor Ablauf der Frist knickt der rot-grüne Stadtrat vor den Besetzerinnen und Besetzern doch noch ein», schreibt die Partei. «Statt das Areal für einen sinnvollen Zweck zu vermieten, wird nun weiterhin ein rechtsfreier Raum toleriert.»

Das Juch-Areal

Das Juch-Areal ist im Eigentum der Stadt Zürich, die Asyl-Organisation Zürich (AOZ) ist Eigentümerin der ehemaligen Gastarbeiterunterkünfte auf dem Areal. Diese Bauten wurden bis September 2019 für die Unterbringung von Asylsuchenden im Rahmen des sogenannten Testbetriebs genutzt. Ursprünglich hatte die AOZ die Absicht, die Gebäude nach notwendigen Sanierungen weiterhin für die Unterbringung von Asylsuchenden zu nutzen, so der Stadtrat in seiner Medienmitteilung. Im Oktober 2019 wurde das Areal besetzt. Zwischenzeitlich habe sich gezeigt, dass es auf Teilen des Juch-Areals zu Bodenabsenkungen gekommen ist, die Schäden an einem der Gebäude zur Folge haben. Zudem wurden weitere Schäden an der Kanalisation festgestellt. Das Areal und das betroffene Gebäude können gemäss Stadtrat nicht mit einem vertretbaren Aufwand saniert werden und lassen auch keine längerfristige Besetzung zu. (red.)

 



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