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13.05.2020
Zürich West

Altstetten erhält 265 städtische Wohnungen


Projekt «Mira» hatte den Wettbewerb fürs Areal Letzibach D gewonnen. Visualisierung: Gut & Schoep Architekten GmbH

Eine Wohnsiedlung, drei Bauträgerinnen: Liegenschaften Stadt Zürich sowie zwei städtische Stiftungen beabsichtigen, in Altstetten die Wohnsiedlung Letzi mit 265 Wohnungen zu bauen. Die Erstellungskosten belaufen sich auf 133,9 Millionen Franken. 

Auf dem Areal Letzibach D an der Hohlstrasse 444–456, das die Stadt 2013 von den SBB erworben hat, sollen 265 Wohnungen entstehen, ausserdem Gewerbeflächen, ein Doppelkindergarten mit Betreuung, eine Tiefgarage sowie ein Fuss- und Radweg entlang des Gleisfelds. Es handelt sich bei der Wohnsiedlung, die den Namen «Letzi» tragen wird, um eine gemeinsame Überbauung von Liegenschaften Stadt Zürich (LSZ) und zweier städtischer Stiftungen: der Stiftung Alterswohnungen (SAW) und der Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien (SWkF). Die Stiftungen sollen das Land für ihre Siedlungsteile im Baurecht übernehmen, schreibt der Stadtrat in seiner Medienmitteilung. Die gesamten Anlagekosten (inklusive Land, Reserven und Mehrwertsteuer) belaufen sich auf 133,9 Millionen Franken.

Urnenabstimmung im November

Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat, einen Objektkredit von
57,76 Millionen Franken zu genehmigen; dessen Ja vorausgesetzt, wird der Kredit voraussichtlich im November 2020 den Stimmberechtigten vorgelegt. Inbegriffen in der Summe sind neben den Anlagekosten für den LSZ-Siedlungsteil von 44,74 Millionen Franken auch die Landanteile der Baurechtsabgabe an die beiden Stiftungen, die Kosten für den Fuss- und Radweg, den Doppelkindergarten mit Betreuung und die Photovoltaikanlage. Der Stadtrat hat dem Bau neuer SAW-Wohnungen zugestimmt, die Stiftungsräte von SAW und SWkF haben die Kredite für ihre jeweiligen Siedlungsteile bewilligt – alles unter dem Vorbehalt, dass die Stimmberechtigten Ja sagen zum Objektkredit von 57,76 Millionen Franken.
Das Team Gut & Schoep Architekten GmbH und Neuland ArchitekturLandschaft GmbH ging 2016 mit dem Projekt «Mira» als Sieger aus einem vom Amt für Hochbauten veranstalteten Wettbewerb für die Überbauung des Areals Letzibach D hervor. In einem zusammenhängenden Baukörper sind 81 Wohnungen von LSZ und 53 Wohnungen der SWkF vereint. Den Abschluss der Siedlung gegen die Kreuzung Hohl-/Flurstrasse hin bildet ein rund 70 Meter hohes Hochhaus mit 131 SAW-Wohnungen.

Im Siedlungsteil von LSZ machen 3- und 4,5-Zimmer-Wohnungen den Hauptanteil aus, so der Stadtrat. Im SAW-Hochhaus sind altersgerechte Kleinwohnungen geplant, knapp die Hälfte 2,5-Zimmer-Wohnungen. Die SWkF wird 13 4,5-, 33 5,5- und 7 6,5-Zimmer-Wohnungen vermieten. Die ganze Überbauung wird nach den SIA-Vorgaben «Hindernisfreie Bauten» erstellt: Die Wohnungen von LSZ und SWkF lassen eine nachträgliche Anpassung an eine hindernisfreie Nutzung zu, die SAW-Wohnungen werden altersgerecht gebaut.

1560 Franken für 4,5 Zimmer

Gemäss heutigen Berechnungen wird der Nettomietzins für eine freitragende, durchschnittlich 95 m2 grosse 4,5-Zimmer-Wohnung im LSZ-Teil 1560 Franken betragen, für eine 110 m2 grosse 5,5-Zimmer-Wohnung sind es 1730 Franken. Die Mietzinse der beiden Stiftungen bewegen sich gemäss Stadtrat in einem vergleichbaren Rahmen. Üblicherweise wird bei neuen städtischen Siedlungen rund ein Drittel der Wohnungen subventioniert. Da die beiden Stiftungen gemäss ihren Zweckbestimmungen bei Neubauvorhaben einen sehr hohen Anteil an subventionierten Wohnungen anstreben (SAW: 80 Prozent, SWkF: 65 Prozent), sollen in diesem Fall keine LSZ-Wohnungen subventioniert werden – dies, um eine ausgeglichene Verteilung von subventionierten und freitragenden Wohnungen zu erreichen. Über die gesamte Siedlung betrachtet, beträgt der Anteil an subventionierten Wohnungen 42 Prozent.
In der Tiefgarage stehen 56 Parkplätze für Bewohnende und 8 für Besucherinnen und Besucher zur Verfügung, 5 davon werden mit Elektromobil-Ladestationen ausgerüstet; weitere 13 Besucher-Parkplätze sind auf dem Areal angeordnet. Im weiteren sind 412 Velo-Abstellplätze vorgesehen, davon die Hälfte in Veloräumen in den Eingangsbereichen der drei Gebäudeteile.

Ökologische Dachbegrünung

Mit dem Bau werden die Kennwerte des Standards Minergie-P-ECO erreicht, was den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft entspricht, heisst es in der Mitteilung weiter. Eine vom EWZ geplante, realisierte und finanzierte Photovoltaikanlage ermöglicht es, einen Anteil an erneuerbaren Energien auf dem Grundstück selber zu erzeugen. Mieterschaft und Bauträgerinnen bilden eine Eigenverbrauchsgemeinschaft, sodass der auf den Dächern der Wohnsiedlung produzierte Strom vor Ort genutzt werden kann. Für die Mieterinnen und Mieter entstehen dadurch im Vergleich zum günstigsten Öko-Strom-Produkt keine Mehrkosten. Eine ökologisch wertvolle Dachbegrünung wird auf die spezifischen Tier- und Pflanzenarten abgestimmt, die auf dem angrenzenden Bahnareal vorkommen.

Erstbezug im Frühling 2025

Falls die Volksabstimmung im November 2020 stattfinden kann, könnten die Bauarbeiten im Sommer 2021 beginnen, schreibt der Stadtrat. Die ersten Mieterinnen und Mieter könnten dann im Frühling 2025 einziehen. Die Gewerberäume werden voraussichtlich im Herbst 2023 zur Vermietung ausgeschrieben, die Wohnungen im Herbst 2024. (red.)



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