
Im Januar 2012 sollen im Rütihof neue Profile aufgestellt werden. Bild: rs
Zürich Nord
Ringling: Die Fronten bleiben verhärtet
Voraussichtlich im Januar 2012 wird das überarbeitete Projekt für die Überbauung Ringling im Rütihof in Höngg ausgeschrieben. Ausser der Zufahrt wird wenig verändert.
Pia Meier
Die Gegner der Überbauung Ringling in Höngg sind bereits wieder in den Startlöchern gegen das Bauprojekt, wie Jean Bollier auf Anfrage mitteilt. Dass nun die Einfahrt in die Tiefgarage der Neuüberbauung im Oberen Boden und nicht an der Geeringstrasse sei, ändere nichts an der Tatsache, dass man das Projekt überrissen finde. Man werde sich deshalb weiterhin dagegen wehren, notfalls bis vor Bundesgericht. Anders sieht es Urs Erni, Präsident der Baugenossenschaft Sonnengarten. Diese will die Überbauung gemeinsam mit der Gemeinnützigen Bau- und Mietergenossenschaft Zürich und der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich erstellen. «Das Projekt sei von hoher Qualität, weshalb wir daran festhalten.» Durch die jahrelangen Verzögerungen würden allerdings die Wohnungen teurer werden. Gemäss Erni soll des im Januar 2012 neu ausgeschrieben werden.
Mangelhaftes Verkehrskonzept Die Überbauung Ringling scheiterte am mangelhaften Verkehrskonzept. Die Bewilligung wurde darauf durch die Bausektion des Stadtrates aufgehoben. Vor allem die Erschliessung über die Geeringstrasse wurde vom Gericht als untauglich beurteilt. Der Fussgängerbereich werde von zu vielen Verkehrswegen gekreuzt, wodurch die gesetzlich geforderte Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet sei. Neu soll die Erschliessung über die Strasse Oberer Boden erfolgen.
Die Gegner lancierten darauf den Aufruf an die Bauträgerschaft, auf das Projekt «Ringling» zu verzichten. Ein besser geeignetes Projekt aus dem Architekturwettbewerb von 2005 könnte in kurzer Zeit zur Baureife geführt werden. «Wir lehnen das Projekt als Ganzes ab, nicht nur die Verkehrserschliessung», bekräftigt Bollier. Auf jeden Fall könne ein neues Projekt schneller erstellt werden als «Ringling», das noch jahrelang durch Prozesse verzögert werden könne. Die Bauträgerinnen wollen aber vom Austauschen des Projekts nichts wissen. Schon das Baurekursgericht habe die Einwände der Gegner zu Grösse und Gestaltung als unerheblich beurteilt und «Ringling» grundsätzlich als bewilligungsfähig eingeschätzt. Die Baubewilligung sei einzig wegen der geplanten Verkehrsführung aufgehoben worden. Auch der Stadtrat hält am Projekt fest, wie er auf eine Interpellation der Gemeinderäte Guido Trevisan und Alexander Jäger mitteilte.
Die Ausführungen zur Gestaltung von «Ringling» lassen die Anwohner nicht gelten. Das Baurekursgericht sehe zwar in der Gestaltung des Baus keine Nachteile fürs Quartier, das heisse aber noch lange nicht, dass dies auch die weiteren Instanzen Verwaltungsgericht und Bundesgericht gleich beurteilen würden.
Zeitgemässe Familienwohnungen Die Ziele der drei Bauträger Baugenossenschaft Sonnengarten (BGS), Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich (GBMZ) und Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) umfassen das Erstellen von zeitgemässen Familienwohnungen mit hoher Bauqualität zu tragbaren Mietzinsen, das Schaffen einer kinderfreundlichen Umgebung, den Bau von preisgünstigen Alterswohnungen sowie dazugehörende Quartier-Infrastruktur. Die gut 270 Wohnungen, sind angeordnet in einem Blockrandbau. Die Siedlung wird bis zu acht Stockwerke hoch und gesamthaft um die 650 Meter lang. Von Beginn an regte sich im Quartier heftige Opposition gegen das Projekt, das einen ganz neuen, dem Quartier bisher fremden Bautypus verkörpere.
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