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Tukane müssen Rauchern weichen


Ausquartiert: Die Riesbacher Tukane mussten wegen einem Raucherstübli an den Mythenquai umziehen. Foto: Zoo/zvg.

Im Pflegezentrum Riesbach wird ein Raucherstübli gebaut. Verschwinden müssen deshalb die zwei beliebten Vögel neben dem Café. Dies stösst auf Unverständnis.

Daniel Ammann

Sie sind zu einem Markenzeichen des Pflegezentrums Riesbach geworden: Die zwei exotischen Tukane, die neben der Cafeteria zu bestaunen sind. Von Bewohnern und Gästen gleichermassen werden sie bewundert. Doch nun soll das Tukanpärchen verschwinden. Seit letzter ­Woche wird umgebaut und anstelle des Vogelkäfigs entsteht ein kleines Raucherstübli.


«Tukane waren Bereicherung»


Bei Ursula Pittet sorgt dies für Empörung: «Dieser Umbau ist sehr schade und total unverhältnismässig», sagt die Zürcherin, deren Mutter im Pflegezentrum lebt. Bloss 2 der über 80 Pensionäre im Haus seien Raucher. «Ich kann nicht verstehen, dass wegen ein paar wenigen alle anderen zurückstecken müssen.» Aus eigener Erfahrung erzählt sie: «Die Tukane waren eine Freude für die Bewohnerinnen und Bewohner und eine Bereicherung in deren Leben.» Mit ihrem Frust ist Ursula Pittet nicht allein. Ursula Willi, die das Pflegezentrum Riesbach ebenfalls regelmässig besucht, wandte sich in der Angelegenheit mit einem Schreiben an die Betriebsleitung. Die Antwort enttäuschte sie: «Ich habe das Gefühl, man hat gar nicht nach einer besseren Lösung gesucht.»


Umbau wegen Rauchergesetz


Dem widerspricht Erwin Zehnder, seit einem Jahr Leiter des Pflegezentrums Riesbach: «Auch mir tut es weh, dass die Tukane weichen müssen. Aber wir sind gesetzlich verpflichtet, einen abgetrennten Raucherraum anzubieten.» Dies ist der Fall, weil seit 1. Mai 2010 in Zürcher Restaurationsbetrieben nicht mehr geraucht werden darf. Eine andere Lösung sei mit den vorhandenen ­finanziellen Mitteln nicht möglich ­gewesen, betont Zehnder.
Die Erstellung eines Raucherraums würde sich also nur vermeiden lassen, wenn alle Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegezentrums bereit wären, im ganzen Haus aufs Rauchen zu verzichten. Diese Forderung ist für Erwin Zehnder ausgeschlossen, obwohl es sich bei den Rauchenden um eine kleine Minderheit handelt. «Wir möchten, dass alle Seniorinnen und Senioren bei uns ihre gewohnte Lebenshaltung beibehalten können», sagt der Betriebsleiter.


Tukane am Mythenquai


Die zwei Tukane zügeln in die Anlage der Voliere Gesellschaft Zürich am Mythenquai. Dort werden sie gute Bedingungen im grossen Innen- und Aussengehege vorfinden. Die Bewohner des Pflegezentrums hingegen werden vorerst keinen Vögeln mehr zuschauen können und damit eine gern genossene Abwechslung verlieren. «Wir werden aber auf jeden Fall für einen Ersatz sorgen», versichert Zehnder.

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