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Kunstszene zieht ins Ferienlager


Das ehemalige Siemens-Gebäude wird ab 24. September vorübergehend als Kulturstätte genutzt. Foto: lau.

Das Gelände des Löwenbräu-Areals im Kreis 5 wird umgebaut und aufgewertet – nun ziehen die Kunstmuseen und Galerien für zwei Jahre in ein Provisorium in Albisrieden.

Hanna Lauer

Die geplanten Umbauarbeiten auf dem Löwenbräu-Areal sind in den Startlöchern – im Herbst gehts los: Die private Eigentümerin PSP Swiss Property realisiert eine Aufwertung der ehemaligen Brauerei Löwenbräu. Eine Überbauung für kulturellen Nutzen, Dienstleistungen und Wohnungen soll an der Limmatstrasse zwischen Limmatplatz und Escher-Wyss-Platz entstehen.

Die zahlreichen Kunstmuseen und Galerien ziehen bis 2012 ins Ferienlager, in eine provisorische Ausstellungsstätte an der Albisriederstrasse 199a. Das Gebäude in Albisrieden gehörte ursprünglich der Firma Siemens. Die Stadt Zürich erwarb es mit anderen Liegenschaften für rund 46,5 Millionen Franken, wie die «NZZ» berichtete. Hier entsteht auch das neue städtische Rechenzentrum von Organisation und Informatik Zürich. Das Migros-Museum, die Galerie Hauser & Wirth, die Buchhandlung Kunstgriff sowie die Galerie Bon van Orsouw werden sich zwei Stockwerke des Gewerbe­hauses teilen. Die beiden Galerien Peter Kilchmann und Eva Presenhuber werden ab April 2011 dauerhaft auf dem Maag-Areal ihre Räume beziehen. Der Ersteren werden im neuen Maag-Gebäude namens Diagonal 500 Quadratmeter für Austellungen zur Verfügung stehen. Die Eröffnung des zwischenzeitlichen Ausstellungmekkas «Exhibition Hubertus» (wie die nahe Haltestelle der VBZ) ist auf den 24. September geplant.

Fragile Ausstellung zum Auftakt

«Der Umzug bietet in erster Linie neue Chancen», meint Raphael ­Gygax, Kurator am Migros-Museum für Gegenwartskunst. «Ein anderes Stadtgebiet, ein neuer Ausstellungsraum. Es wird eine sehr spannende Zeit. Aber natürlich brauchen Umzüge auch immer viel Energie und Planung.» Die neue Fläche von 600 Quadratmetern wird fürs Museum um einiges kleiner sein als bisher, aber auch diesem Aspekt schaut Gygax gelassen entgegen: «Es war eine bewusste Entscheidung, weil so andere, speziellere Ausstellungen möglich sind.» 2011 werde die Museumssammlung in mehreren Museen im Ausland gastieren. Zum Programm der Eröffnung in Albisrieden verrät er: «Es wird eine Gruppenausstellung sein mit zum Teil sehr kleinen Arbeiten, die genau richtig sind für diese Räumlichkeiten, bei denen es definitiv ein Vorteil ist, dass der Raum nicht so riesig ist. Im alten Museumsraum wäre diese sehr feine, fragile Ausstellung weniger gut möglich gewesen.»

Löwenbräu: Neuer Nutzungsmix

Das alte Gelände soll als Platz für neues Kulturgut stehen. Aufgestockt wird es durch zwei Hochhäuser mit einer Höhe von 37 sowie 70 Metern. Bei einer Gesamtnutzungsfläche von rund 32 000 Quadratmetern sollen auf einer Fläche von rund 10 000 Quadratmetern neue Gewerbe- und Büroflächen entstehen. 11 600 Quadratmeter sind für Wohnungen gedacht und rund 9400 stehen der Kultur zur Verfügung. Die historischen Bauten und die Stahlsilos werden erhalten bleiben, versichert die Stadt Zürich.

Hinter dem Konzept stehen die Zürcher Architekten Gigon/Guyer sowie das Atelier WW. Der Gestaltungsplan für das unter Denkmalschutz stehende Löwenbräu-Areal wurde im November 1995 vom ­Gemeinderat genehmigt. 2008 hat die Stadt die Baubewilligung erteilt, der einzige Rekurs wurde 2009 zurückgezogen.

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