Küsnachter
Küsnachter

23_ks_tunnel-i

Peter Ritter mit dem offiziellen Plan: Der Tunnel soll die Oberwachtstrasse entlasten.

«Etwas für die nächsten Generationen»

Erst war es nur eine Idee des Küsnachters Rolf Ruètz, mittlerweile ist es ein höchst umstrittenes Politikum: Der Tunnel, über den der Küsnachter Souverän im Juni abstimmen wird.

Philippa Schmidt

Die Oberwachtstrasse ist der Verkehrsschwerpunkt in Küsnacht. Durchschnittlich 12 000 Fahrzeuge wälzen sich täglich auf ihr durchs Dorf. Um dieses Problem anzugehen, wird neben der Tunnellösung auch über das BGK, eine Aufhübschung der Oberwachtstrasse, die allerdings keine Reduktion brächte, abgestimmt. Für Peter Ritter, Sprecher der IG Tunnel, ist das Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) keine tragbare Alternative zum Tunnel. Er empfindet diese Option mit einem Kreisel an der Kreuzung Zürichstrasse/Oberwachtstrasse/Dorfstrasse als klare Verschlechterung. Ritter war sowohl beim Mitwirkungsverfahren als auch in der Steuerungsgruppe dabei.


Enttäuscht vom Gemeinderat
Die IG Tunnel versteht sich als Interessengemeinschaft für das Bauwerk und zählt nach eigenen Angaben rund 100 Sympathisanten. Über die skeptischen Reaktionen vieler Bürger an der Infoveranstaltung der Gemeinde im Januar freut er sich, zeigt sich aber auch überrascht: «Das BGK ist zerpflückt worden. Wir haben nie und nimmer damit gerechnet, dass die Teilnehmer der Infoveranstaltung das Konzept sofort durchschauen.» Aber auch die Tunnellösung hat ihre Kritiker nicht zuletzt im Gemeinderat. Insbesondere die Kosten von 39,3 Millionen Franken gelten als Argument dagegen. Eine Zahl, die Peter Ritter so allerdings nicht gelten lässt. «Die Tunnelkosten im Tagbau müssten im Vergleich zu drei anderen aktuellen Tunnelbauten pro Meter um mehr als 40 Prozent günstiger sein. Unsere Berechnungen ergeben, dass wir am Schluss wieder bei den 29 Millionen Franken wären.»


Es sei regelrecht nach Kosten gesucht worden. «Der Gemeinderat sagt, wir müssen die Oberwachtstrasse auch noch machen und packt noch 5 Millionen drauf, doch kann eine spätere Anpassung zu einem kaum wesentlichen Betrag vorgenommen werden», wehrt sich Peter Ritter. «Der Gemeinderat war dezidiert immer gegen den Tunnel», so der Sprecher der IG-Tunnel weiter. Auf Anfrage nimmt der Gemeinderat Stellung dazu: «Eine Tunnelvariante ohne Umgestaltung der Oberwachtstrasse als flankierende Massnahme macht keinen Sinn, wäre im Gegenteil kontraproduktiv, und es wäre gegenüber der Bevölkerung auch nicht ehrlich, wenn die Umgestaltung zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden würde.» Er sei ausserdem sehr offen gegenüber der Tunnelvariante gewesen, andernfalls hätte er der Gemeindeversammlung auch keinen Kreditantrag von 300 000 Franken für eine vertiefte Prüfung unterbreitet, so der Gemeinderat weiter.


Neben den Kosten sind auch die Ästhetik eines Ein- und Ausgangsportals in der Eigenstrasse sowie der Doppelkreisel, der durch den neuen Kreisel bei der Einmündung der Eigenstrasse in die Oberwachstrasse entstehen würde, Kritikpunkte. Der Doppelkreisel wird von der IG Tunnel liebevoll «Nüsslikreisel» genannt – übrigens nicht in erster Linie wegen des benachbarten Metzgers, sondern weil er von oben die Form einer Erdnuss aufweist. «Einen Doppelkreisel gibt es in Dübendorf, und er funktioniert sehr gut, zu meiner Überraschung», so Ritter. Auch die Wuchtigkeit des Portals, wie sie auf einer Skizze im Schlussbericht «Teilprojekt Verkehr» sichtbar wird, lässt er als Argument nicht gelten. «Man kann eine Einfahrt weniger stossend realisieren, als dies im Moment aufgezeigt wird», argumentiert Ritter. Im Sinne des Ziels der Verkehrsentlastung sei es eine Pflicht, an der Verbesserung des Projekts weiterzuarbeiten. Einen Vorteil sieht Ritter in der Tatsache, dass es im Tunnel eine direkte Verbindung in die Tiefgarage aus beiden Richtungen gäbe, während beim BGK dies nur aus einer Richtung möglich wäre: Die vom See her kommenden Autos müssten beim Kreisel an der Zürichstrasse drehen.


Synergien nutzen
Eine grosse Chance sieht er in der Arealüberbauung des Parkplatzes Zürichstrasse, wo nun zehn Projekte vertieft werden: «Das muss gleichzeitig laufen.» Da der Boden für die Tiefgarage sowieso geöffnet würde, könnten dort Kosten gespart werden. Er fürchtet, dass ein Tunnel technisch nicht mehr möglich wäre, wenn die Vorlage verworfen würde und dann wäre die Chance für eine Verkehrsentlastung im Zentrum in Zukunft vergeben.
In einem sind sich aber Gegner wie auch Befürworter der Tunnellösung einig: «Wenn beides abgelehnt wird, stehen wir vor einem Scherbenhaufen.» – «Wir müssen auch etwas für die nächsten Generationen machen«, ist Peter Ritter überzeugt.

www.tunnel-loesung.ch

Küsnachter
 

Tageshoroskop

Ihr tägliches Horoskop.
> zum Tageshoroskop.


Fotostrecken

  • Frühling
    Frühlingsbilder
  • Sanierung Lindenplatz
    Sanierung Lindenplatz
  • Meierhofplatz
    Stau am Meierhofplatz
  • Regensbergbrücke
    Regensbergbrücke