
Bronzemedaillen-Gewinner Simon Strübin ist in Erlenbach vom Gemeinderat empfangen und geehrt worden.
Willy Neubauer
Wie schafft das der andere Simon nur? Schon die Bronzemedaille von Curler Simon Strübin hat ein veritables Gewicht. Und Skispringer Simon Ammann schleppt zwei Goldmedaillen mit sich – was für ein Gewicht um den Hals! «Nun, als Skispringer hat er ja immer ziemlich Vorlage, er ist sich die Haltung gewohnt», lacht Simon Strübin, der sympathische Curling-Crack, der seit einiger Zeit mit seiner Familie in Erlenbach wohnt und auf der KEK Küsnacht trainiert. Letzten Freitag wurde er in Erlenbach von den Gemeindeoberen empfangen und geehrt. Und Gemeindepräsident Ferdy Arnold erzählt in seiner Laudatio, wie er den Bronzemedaillen-Gewinn erlebt hat: «Es war so spannend beim letzten Stein, dass ich den Ton ausgeschaltet und auf Teletext geswitcht bin und gewartet habe, bis das Resultat eingeblendet wurde.»
Die Gemeinderäte Walo Deuber, Jens Menzi und Max Wullschleger bilden mit Arnold das Empfangskomitee. Gemeindeschreiber Hans Wyler hat den Empfang mit seinem Stab organisiert. Strübin erhält von der Gemeinde eine Schwedentorte in Form eines Curlingsteines, das Spiel um Bronze wurde gegen die Schweden bekanntlich mit dem letzten Schweizer Stein von Ralph Stöckli positiv entschieden. Strübin erzählt von den mentalen Höhenflügen, welche der Bronzemedaillen-Gewinn ausgelöst habe. Und das nächste Highlight steht bevor: Die 2-jährige Tochter Alisha, die den Anlass stoisch über sich ergehen lässt und sichtlich froh ist, dass der Papi wieder zum Anfassen da ist, bekommt im April ein Geschwisterchen.
Curling hat sich von der elitären Herrensportart zur Breitensportart gewandelt, in der alle Schichten vertreten sind», erklärt Hans-Rudolf Strässler, Präsident des Curling-Clubs Küsnacht. Und Strübin hält fest, dass Spitzencurling kein Sport mehr sei, bei dem ältere Herren ihre Bettflaschen übers Eis schöben. «Die Physis ist enorm gefordert, in meiner Position spiele ich die ersten zwei Steine und bin nachher für das Wischen verantwortlich, und das ist Hochleistungssport.»
Ein Mann, der so wischen kann, muss ja eigentlich der Sechser im Lotto für jede Ehefrau sein. «Das erledigt bei uns die Putzfrau», meint Mirjam Strübin. Die Ehefrau erzählt, dass ihr Mann nach den Spielen von Turin mit dem fünften Rang nach Hause gekommen sei und gesagt habe, er wolle unbedingt noch eine Medaille gewinnen. Nun habe er sie zum Glück und könne sich seiner Familie widmen. Es sei nicht so einfach, wenn der Mann und Vater so lange abwesend sei.
Neuzuzüger-Apéro mit Strübins
«Wir Curler betreiben eine Randsportart und verdienen nicht so wie ein Roger Federer», freut sich Strübin über den Check, den er von der Gemeinde erhält. Dafür erhält die Gemeinde das signierte Leibchen, das Strübin im Bronze-Spiel getragen hat. Und die spontane Zusage, dass er am nächsten Neuzuzüger-Apéro im Juni teilnehmen werde. Am 26.6. können also Neo-Erlenbacher einen Olympiamedaillen-Gewinner kennenlernen. Einen sehr sympathischen obendrein.