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Erneuerungswahlen in Zollikon: Erstmals stille Wahlen möglich

Alle vier Jahren wählen die Zürcher Gemeinden

ihre Behördenmitglieder neu. In Zollikon kommt es diesmal beim Gemeinderat vielleicht erstmals zu keinem Urnengang.

Claudia Benetti

In Zollikon scheinen die Gesamterneuerungswahlen recht ruhig über die Bühne zu gehen, zumindest was die Wahlen für den Gemeinderat, die Bau- und Sozialbehörde angeht. Für den Gemeinderat haben sich nämlich auf die amtliche Wahlausschreibung hin für die sieben Sitze gerade sieben Kandidaten gemeldet. Als Einziger aus dem Gremium zurücktreten wird SVP-Gemeinderat Jürg Widmer. Als sein Nachfolger nominierte die Partei ihren Präsidenten, den Landwirt Daniel Weber aus Zollikerberg. Die anderen sechs Gemeinderatsmitglieder, Präsidentin Katharina Kull-Benz, Thomas Bänninger, Dominique Bühler-Michel, Martin Byland, Urs Fellmann und Jürgen Schütt, stellen sich zu einer Wiederwahl zur Verfügung.


Neues Wahlprozedere


Kommt also auch während der amtlichen einwöchigen Nachfrist keine weitere Nomination hinzu, steht fest, dass in Zollikon für den Gemeinderat keine Kampfwahlen anstehen. Doch nicht nur das: Erstmals in der Geschichte Zollikons wird es dann auch keine Urnenwahl geben. Bisher war dies nur bei Ersatzwahlen während der laufenden Amtsperiode möglich.


Wie kommt es zu dieser Neuerung? 2005 wurde im Kanton Zürich statt des alten Wahlgesetzes das Gesetz über die politischen Rechte in Kraft gesetzt. Dieses ermöglicht den Gemeinden, in ihren Gemeindeordnungen stille Wahlen vorzusehen für den Fall, dass gleich viele Kandidaten nominiert sind, wie es Sitze gibt. Die Zolliker Stimmberechtigen haben diese Möglichkeit gutgeheissen und mit dem Urnengang letzten September ihre Gemeindeordnung entsprechend angepasst.


Gleich viele Kandidaten wie Sitze gibt es in Zollikon nach der amtlichen ersten Ausschreibung auch für die Schulpflege und die Rechnungsprüfungskommission. Kommen also auch für diese Ämter während der Nachfrist keine weiteren Kandidaten hinzu, stehen auch hier stille Wahlen an. Der amtierende Gemeinderat wird in diesem Fall voraussichtlich am 24. Februar die nominierten Kandidaten für gewählt erklären. Dann sind Urnenwahlen für den Gemeinderat, die Schulpflege und die RPK vom Tisch.


Urnenwahl für die Kirchenpflege


Eine Urnenwahl geben wird es jedoch für die Mitglieder der Bau- und Sozialbehörde. Hier bewerben sich mehr Kandidaten, als es Sitze gibt. Für die fünf Sitze in der Baubehörde bewerben sich zwei Bisherige und vier Neue. Ähnlich verhält es sich auch bei der Sozialbehörde: Für die sechs Sitze sind sieben Kandidaten vorgeschlagen, drei Bisherige und vier Neue. Eine Urnenwahl geben wird es zudem für die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde. Hier stellen sich zwar gleich viele Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung wie Sitze zu vergeben sind. Im Gegensatz zur Politischen Gemeinde aber kennt die reformierte Kirchgemeinde in Zollikon weiterhin keine stillen Wahlen für die Gesamterneuerungswahlen. Daher wird es für die Kirchenpflege unabhängig von der Anzahl Bewerber zu einer Urnenwahl kommen.

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