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Naturnahes Zumikon ist grosses Anliegen

Zumikons Gemeinderat präsentierte den Bürgerinnen und Bürgern sein Landschaftsentwicklungskonzept LEK. Das Interesse an der Veranstaltung war überraschend gross.

Willy Neubauer

Im Mai vergangenen Jahres wurde die Idee des LEK präsentiert und gleich ein Workshop unter der Leitung von Landschaftsplaner Christian Wiskemann vom Büro Quadra GmbH ins Leben gerufen. Die Vorschläge dieses Workshops, in dem beispielsweise Ernst Rüegg, Präsident des Verschönerungsvereins, oder Wildhüter Kurt Erni ebenso mitarbeiteten wie Walter Senn, der letzte Landwirt Zumikons, der Milchvieh hält, wurden den gut und gerne 70 anwesenden Interessierten präsentiert, die den Anlass im Kirchgemeindesaal besuchten.


Das LEK dient als Wegweiser für die Nutzung und Planung in der Landschaft und soll Zumikon als Erholungsgebiet noch schöner und naturnaher gestalten, indem es Vorschläge ohne direkte Verbindlichkeiten für Behörden und Private präsentiert. Dabei sind so visionäre Gedanken wie die teilweise Überbrückung der Forchautostrasse enthalten. Die vor Jahren diskutierte Überdachung würde 200 Millionen kosten und ist aus den Traktanden gefallen, aber die Überbrückung an drei Stellen könnte durchaus Chancen zur Realisierung haben, wie Wiskemann anmerkte. Seit auf der Allmend Zollikon die Vorschriften gegen frei laufende Hunde verschärft wurden und auch der Wildhüter am Zürichberg den Leinenzwang strikt durchsetzt, leidet Zumikon unter einem grassierenden «Hundetourismus». Dabei sind nicht die Halter von gut erzogenen Hunden gemeint, sondern diejenigen, die vielfach mit einem ganzen Rudel das Naherholungsgebiet «überfallen» und die Spuren ihrer Lieblinge ungerührt liegen lassen. «Täglich bis zu 400 Autos mit Hunden kontaktieren täglich die neuralgischen Punkte in Zumikon», merkt Gemeinderätin Ursula Rasch an. Das LEK schlägt vor, Hunde-Ranger einzusetzen, die beispielsweise Flyer mit Verhaltensregeln abgeben und darauf hinweisen, dass der Boden landwirtschaftlich genutzt wird. Bei der Präsentation wurden noch weitere Stellen aufgezählt, die man mit wenig Mitteln punktuell verbessern könnte. Zum Beispiel die Nachnutzung des ARA-Geländes, das man mit Magerwiesen und standortgerecht gepflanzten Böschungen aufwerten kann. Oder der «Aktionstag Heckenpflege Tobelmüli», der die Bevölkerung sensibilisieren soll. Und die Wildruhezone Wassberg, die ein vernünftiges Miteinander von Wald, Wild und Menschen zum Ziel hat. Das Anlegen von Weihern soll dem Naherholungsbebiet neue Impulse vermitteln. Und auch in der Nähe des Golfplatzes sind ökologische Massnahmen vorgesehen. Dazu möchte man entsprechende Anwohner motivieren, ihre Gärten so zu gestalten, dass der Übergang zum Wald naturnaher gewährleistet ist.


Bevölkerung muss mithelfen


Alle diese Massnahmen sollen im Laufe der Zeit mit Hilfe der Bevölkerung umgesetzt werden. Am 30. Oktober findet der erste Anlass statt: Da werden die Hecken in der Tobelmüli gepflegt. Ähnliche Aktionen haben schon früher stattgefunden. Aktionen und Ergebnisse werden später auch unter www.zumikon.ch präsentiert. Im April 2011 findet eine Open-Air-Messe über das LEK statt. Gemeinderätin Ursula Rasch war erfreut über das grosse Echo, das der Informationsanlass ausgelöst hat. Auch Gemeindepräsident Hermann Zangger diskutierte angeregt.

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