Home  Kontakt  
Seite drucken
seperator
seperator
seperator
seperator
seperator
seperator
seperator
seperator
seperator


Titelgeschichte

Weitere Artikel

Ururgrossvater Wieland hätte am jungen Lucio seine helle Freude


Lucio Wieland arbeitet viel in der Schreinerei: «Ich will mit an die WM in London. Foto: Thomas Loosli

Lucio Wieland will es

wissen. Er möchte die Schweiz an der Schreiner-WM vertreten.

Thomas Loosli

Die Wielands sind eine Schreiner-Familie. Lucio Wieland ist bereits Vertreter der fünften Generation. Angefangen hat alles 1888, als Lucio Wielands Ururgrossvater die Möbelschreinerei gründete. Der jüngste Spross hat sich nun für die Endausscheidung der Schweizer Schreinermeisterschaften qualifiziert.


120 Jahre Tradition


«Das Holz hat mich seit meiner Kindheit geprägt», schmunzelt Lucio Wieland. «Als Kind schnupperte ich an den verschiedenen Holzsorten, und schon bald konnte ich die verschiedenen Arten voneinander unterscheiden.» Dennoch habe er nicht immer Schreiner werden wollen. In der Sekundarschule machte Lucio Wieland eine Schnupperlehre sowohl als Schreiner wie auch als Polymechaniker.


«Die Lehre habe ich dann in der Lehrwerkstatt für Möbelschreiner gemacht, weil mir dort das Betriebsklima mehr zusagte.» Die Lehre in der Lehrwerkstatt sei sehr vielseitig gewesen. Sie umfasste das Zuschneiden von Holz, die Übung an den verschiedenen Maschinen, Büro und Planung sowie Montage. «Ich habe nie von aussen Druck gespürt, dass ich das Geschäft fortführen müsse. Aber ich habe mir wohl selbst ein wenig Druck gemacht. Immerhin geht es um eine 120-jährige Tradition», gibt Lucio Wieland zu bedenken. Er sei sehr gerne Schreiner, da dieser Beruf enorm vielseitig sei. «Die Schreinerei hat viel mit Architektur zu tun und auch auf Montage zu gehen ist äusserst spannend.» Ausserdem arbeite er liebend gerne mit den verschiedenen Materialien Holz, Glas oder Metall.


Man spürt die Begeisterung Lucio Wielands, wenn er von seinem Beruf erzählt. Aber andere Dinge auszuprobieren, sei genauso wichtig, fügt Lucio Wieland an. Als Nächstes steht Wieland eine harte Rekrutenschule bei der Fallschirmjäger-Truppe bevor. Dort werde streng selektioniert, und er wolle unbedingt weiterkommen und die ganze Ausbildung machen. Lucio Wieland beweist also nicht nur Ehrgeiz, was das Schreinern betrifft.


Gelernt, mit Stress umzugehen


Nach den bravourös überstandenen Sektionsmeisterschaften in Zürich ist Wieland kurzfristig an die Regionalmeisterschaften in Basel angereist. Er durfte nur eine Skizze und Werkzeuge mitnehmen, war aber gut auf die Aufgabe vorbereitet. Alle Teilnehmer mussten in der gleichen Zeit das gleiche Möbel herstellen. Ein gestylter Tisch war das Ziel. Zweimal sieben Stunden Zeit und sechs Quadratmeter Arbeitsplatz hatte man für diese Aufgabe zur Verfügung. «Das war eine gute Übung, um zu lernen, mit Stress umzugehen», meint Wieland. Er gehört jetzt zu den neue besten Jungschreinern der Schweiz. Zwei davon dürfen an die Schreiner-WM reisen. Lucio wird sein Bestes geben, um in London dabei zu sein.


«Für Qualität bekannt»


Stolz führt Lucio durch die Schreinerei Ernst Wieland AG, die Innenausbau, Küchenbau und Ladenbau als Spezialitäten anführt. Im Grunde genommen macht die Schreinerei Wieland alles, was der Kunde wünscht. «Wir sind für Qualität bekannt», bemerkt Lucio Wieland. «Ich arbeite viel in der Werkstatt», sagt Wieland und zeigt auf ein entstehendes Tischchen, dessen Beine er schon kunstvoll fertiggestellt hat. Der Kunde kann bei der Schreinerei Wieland seine ganz persönliche Note einbringen. Ideen und Wünsche werden besprochen und dann ausgeführt.


Die Schreinerei ist auch um nachhaltige Entwicklung besorgt. Die gesamte Schreinerei wird mit Ökostrom versorgt und ist FSC-zertifiziert, was bedeutet, das nur Holzprodukte benutzt werden, die aus einer umwelt- und sozialverträglichen Waldbewirtschaftung stammen.
Lucio Wieland freut sich auf die Teilnahme an der Schreiner-Nationalmannschaft. Natürlich will er auch dort gewinnen. Und vielleicht wird die Schreinermeisterschaft eine willkommene Abwechslung zum Rekrutenalltag.

Werbung