Spannender ging es kaum. Das Drehbuch zum Spiel in Hombrechtikon hätte aus Alfred Hitchcocks Feder stammen können. Im entscheidenden dritten Satz schenkten sich Zollikon und der TSV Zumikon, wie in der gesamten Partie, nichts. Beim Stand von 6:6 brachten die Zuschauer die Tribüne mit kräftigem Fussstampfen zum Wackeln. Mit lauten Anfeuerungsrufen versuchten die Zolliker Fans, ihrer Mannschaft zum Sieg zu verhelfen – vergeblich. Die abgebrühten Zumiker behielten auch in dieser hitzigen Atmosphäre einen kühlen Kopf und gewannen den entscheidenden Durchgang mit 15:8. Dabei hatte es lange Zeit nach einem Erfolg für die Seebuben ausgesehen. Das Team von Spielertrainer Adrian Holzmann begann mit viel Elan. Es überrollte die offenbar überraschten Zumiker am Anfang förmlich, machte es aber gegen Schluss der Partie noch spannend. Mit 26:24 gewann Zollikon den ersten Satz und stellte die Weichen zum Sieg. Im zweiten Durchgang fehlten lediglich zwei Punkte zum Matchgewinn, doch die Zumiker befreiten sich aus der prekären Situation und zogen mit 1:1 gleich. Es sollte der Wendepunkt der umkämpften Begegnung sein. Zumikon gelang es, den Kopf gerade noch aus der Schlinge zu ziehen und den dritten Satz für sich zu entscheiden.
Zolliker auf gutem Weg
«Nach dem 1:0 hätten wir den Sack eigentlich zumachen können», sagte ein sichtlich zerknirschter und durchgeschwitzter Holzmann. Der Spielertrainer hatte das gesamte Spiel über vollen Einsatz gezeigt, mit seiner Mannschaft mitgespielt, mitgelitten und wortreiche Anweisungen gegeben. Dennoch stand er am Ende mit leeren Händen da. Trotz der knappen und unglücklichen Niederlage wurden die Zolliker von ihren Fans mit einem herzlichen Applaus verabschiedet. «Wir befinden uns trotzdem auf einem sehr guten Weg, nicht nur bei den Männern, sondern auch bei der Mixedmannschaft und beim Nachwuchs.»
Tatsächlich sprechen die Fakten für Zollikon. So hat sich die Mixedmannschaft nach Problemen in der vergangenen Saison mittlerweile sportlich stabilisiert, kämpft aber aktuell mit Frauenmangel. Und beim Herrenteam kommen viele junge Talente regelmässig zum Einsatz. Doch auf diesen Lorbeeren möchte sich Holzmann nicht ausruhen. Vielmehr richtet sich der Blick nach vorne.
Seine Spieler mussten bereits am selben Abend gegen Hombrechtikon die nächste Partie in der Meisterschaft bestreiten. Dabei nahmen sie die Partie mit vollem Elan in Angriff und kamen zu ihrem vierten Sieg im sechsten Meisterschaftsspiel. Beim 2:0-Sieg in Hombrechtikon war der Gegner kein wirklicher Gradmesser. Deshalb gönnte Spielertrainer Adrian Holzmann seinen Stammkräften nach dem zuletzt harten Match gegen Zumikon eine kurze Auszeit und konnte so von Beginn weg die Belastung auf frischere Spieler verteilen. Selbst gegen diese Besetzung lagen für die Hombrechtiker nicht mehr als 28 Punkte drin. Nach dem 16:25 und 12:25 war die Begegnung zu Gunsten der Zolliker entschieden. Deshalb konnten die Seebuben bilanzieren: erste Partie knapp verloren, dafür kurzer Prozess auf dem Feld gegen den Gastgeber.
Zufrieden trotz einem 1:2
Die Zolliker verloren gegen Zumikon, doch unglücklich mit der Leistung seines Teams war Adrian Holzmann trotzdem nicht. Der Spielertrainer hatte ein paar gute Spielzüge und auch einige Schwachstellen gesehen. Er freute sich über die Einsatzbereitschaft von Mittelangreifer Andreas Räber. Und er wusste vor allem, dass seine Spieler in guter Verfassung sind. Holzmann war angetan davon, wie die Mannschaft in den vergangenen Tagen Konstanz bewiesen hat. Er lobt Armin Schilter, Marc Studer und Stefan Giezendanner für ihre Arbeit auf hohem Niveau. Er spricht von Fortschritten, die Neulinge wir Christoph Dappler gemacht haben. Und er will die Pause im Februar dazu nutzen, der Mannschaft eine Auszeit zu gönnen, um die Batterien wieder aufladen zu können. Am 9.März treten die Zolliker zu Hause zu den nächsten Meisterschaftsspielen gegen Hombrechtikon und Hinwil an, bevor sie am 30. März erneut gegen Hombrechtikon und Ried auf dem Feld stehen werden. «Wir haben zwar ein kleines Polster, dürfen uns deswegen aber nicht zu sicher sein», warnt Holzmann. Sicher ist er sich indes, dass sein Team noch nicht am Leistungslimit angelangt ist. «Wir können in Zukunft eine ganze Menge erreichen und um den Aufstieg mitspielen.»
Es spielten für Zollikon: Adrian Holzmann, Armin Schilter, Jean-Pierre Rämi, Florian Ganz, Stefan Giezendanner, Marc Studer, Christoph Dappler, Andreas Räber.