Claudia Benetti
Im letzten Sommer besuchte eine Expertengruppe drei Tage lang die Schule Zumikon und interviewte Schulleitung, Lehrpersonen, Schulpflegemitglieder, Hauswarte und Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse haben die Experten in einem Bericht zusammengefasst. Ihr Urteil fällt weitgehend positiv aus. So wurde die Gemeinschaft der Schule Zumikon als lebendig und wertschätzend beurteilt. Die Schülerinnen und Schüler gehen gerne in die Schule, werden von den Lehrpersonen ernst genommen und bleiben oft auch gerne nach dem Unterricht im Schulgebäude.
Schulkrise förderte Teamgeist
Die Fachgruppe lobt auch das «differenzierte Lernangebot» sowie den «anregenden und abwechslungsreich gestalteten Unterricht». In allen Klassen herrsche ein gutes Klima, und alle Schülerinnen und Schüler seien gut in der Klasse integriert, heisst es im Bericht.
Als weitere Stärke evaluiert haben die Experten die Zusammenarbeit aller an der Schule Beteiligten. «Nach den schwierigen Zeiten der Schulkrise hatten sich die Lehrpersonen zu einem Team zusammengefunden», wird festgestellt.
Gute Noten erhält auch die Führung der Schule im personellen und im pädagogischen Bericht. Unter allen Schulbeteiligten herrsche eine gute Stimmung und eine hohe Motivation, die Schule weiterzuentwickeln.
Der Bericht bringt aber nicht nur Positives, sondern auch einige Schwächen zutage: So haben die Schüler in Interviews den Umgang untereinander bemängelt. Zudem, so die Fachgruppe, seien die Lernziele beim Unterrichten noch zu wenig auf den individuellen Lernstand der Schülerinnen und Schüler abgestimmt. Die Methoden zur Beurteilung der fachlichen Kompetenzen seien uneinheitlich, einige organisatorische Fragen in der Führung noch nicht geregelt. Ausserdem, so die Experten weiter, fehle noch ein professionelles Qualitätssicherungs- und Qualitätsentwicklungssystem, auch mangle es an der aktiven Förderung der Elternmitwirkung.
«Durch die aufgedeckten Stärken und Schwächen hat die Schule Zumikon wichtige Entwicklungshinweise erhalten, die in das Schulprogramm eingeflossen sind», erklärte Schulleiterin Birgit Höntzsch. Dieses enthalte die Zielsetzungen für die nächsten vier Jahre. So sei etwa geplant, am Umgang der Schülerinnen und Schüler untereinander zu arbeiten. Dazu käme ein gemeinsames Konfliktlösemodell zur Anwendung, das die Kinder selber befähige, Streitereien unter sich zu schlichten. Zudem sei eine «Benimm-ist-in-Schulhausregel» entwickelt worden, die jetzt umgesetzt werden solle.
Gestärkt in die Oberstufe
Um verstärkt den Unterricht auf den individuellen Lernstand der Schülerinnen und Schüler abzustimmen, ist die Schule laut Höntzsch besonders im Hinblick auf den Systemwechsel zum altersdurchmischten Unterricht im Sommer 2010 gefordert («Küsnachter», 11.2.). «Das Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, eigenverantwortlich, selbstgesteuert und miteinander zu lernen», so die Schulleiterin. Die Schule wolle sich vom defizit- zum förderorientierten Denken und Handeln entwickeln und durch altersdurchmischte Klassen die Kinder gestärkt und mit einem gesunden Selbstvertrauen in die Oberstufe entlassen. Ein wichtiges Ziel ist auch, dass die Lehrpersonen künftig verstärkt in pädagogischen Teams arbeiten, gegenseitig Ressourcen nutzen und stärker an einem Strang ziehen. Zudem soll auch die Zusammenarbeit mit den Eltern gefördert werden. Künftig würden die Eltern quartalsweise über Ziele, Inhalte und Termine der Schule orientiert. Und bei Problemen oder Vorfällen sollen die Eltern möglichst frühzeitig informiert werden, so Höntzsch.
Interessierte können den detaillierten Bericht zur externen Schulevaluation auf der Schulverwaltung einsehen.