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01.02.2017 - 09:30 Uhr

Bankkunden winkt Sparpotenzial von 6 Milliarden


Die historischen tiefen Zinsen haben die Bankkunden fest im Griff. Trotzdem sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Banken weiterhin erheblich, wie die Untersuchung des unabhängigen Online-Vergleichsdiensts moneyland.ch zeigt. Pro Jahr entgehen der Schweizer Bevölkerung mehr als 6 Milliarden Franken.

Die Zinsen befinden sich in einem historischen Tief, während die Gebühren stetig steigen, wie die Analysen von moneyland.ch zeigen. «Die Bankkunden sollten aber die Flinte nicht einfach ins Korn werfen», rät Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch. Denn das Sparpotenzial ist nach wie vor markant.

Hohe Gebühren, tiefe Zinsen

Das Sparpotenzial beträgt für dieses Jahr mehr als 6 Milliarden Franken, wie moneyland.ch hochgerechnet hat. Es gibt den theoretischen Wert an, wie viel Schweizer Bankkunden sparen könnten, wenn sie zur Bank mit den besten Konditionen wechseln würden. Dabei hat moneyland.ch die Bereiche Privatkonten (inklusive Debitkarten), Sparkonten, Säule-3a-Sparkonten, 3a-Vorsorgefonds, Kreditkarten, Hypotheken und Trading betrachtet. Das Sparpotenzial wäre noch höher, wenn weitere Dienstleistungen wie Vermögensverwaltung und Konsumkredite ebenfalls berücksichtigt würden.

Hypotheken: 2.6 Milliarden Franken
Zur Enttäuschung der Hypothekarkunden haben die Hypothekarzinsen den generellen Zinsverfall nicht vollständig mitgemacht. Während sich die Sparzinsen auf einem historischen Tief befinden, sind die Hypothekarzinsen auf einem höheren Niveau als im Sommer 2016. Unverändert sind die grossen Unterschiede zwischen den Anbietern. «Dabei gewinnen die Versicherungen im jetzigen Zinsumfeld an Terrain: Gerade für längere Laufzeiten bieten sie im Durchschnitt günstigere Zinssätze als Banken an», so Felix Oeschger, Analyst bei moneyland.ch.

Noch günstigster sind Online-Hypotheken, die mit den attraktivsten Zinsen aufwarten, allerdings auch keine Beratung offerieren. Unter der Annahme, dass auch laufende Festhypotheken ohne Strafgebühren abgelöst werden können, ergibt sich ein jährliches Sparpotenzial von geschätzten 2.6 Milliarden Franken für alle Hypothekarnehmer. Pro Festhypothek sind das rund 1980 Franken pro Jahr.

Sparkonten: 1.4 Milliarden Franken
Das grosse Sparpotenzial mag erstaunen, gibt es doch auf Schweizer Sparkonten mit durchschnittlich 0.1% (für Erwachsene) kaum noch Zins. Das Sparpotenzial erklärt sich zum einen mit dem hohen Volumen an Schweizer Spargeldern (rund 300 Milliarden Franken) und zum anderen mit den weiterhin vorhandenen Zinsunterschieden der Sparangebote. Summa summarum könnten Bankkunden mit dem Wechsel zum besten Zinsangebot etwas mehr als 1430 Millionen zusätzlich sparen. Pro erwachsenem Kunden sind das rund 240 Franken pro Jahr.

Privatkonten: 841 Millionen Franken
Auf Schweizer Privatkonten für Erwachsene gibt es zurzeit keinen Zins mehr, auf Privatkonten für Jugendliche und Personen in Ausbildung auch nur noch durchschnittlich 0.4%. Die Gebühren für Kontoführung, Zahlungsverkehr und Debitkarte sind in den letzten Jahren hingegen gestiegen. Für durchschnittliche Nutzer bis zu einem Alter von 25 Jahren beträgt das gesamte jährliche Sparpotenzial rund 264 Millionen Franken. Die erwachsene Schweizer Bevölkerung ab 25 Jahren kommt auf ein gesamtes jährliches Sparpotenzial von ungefähr 577 Millionen Franken (97 Franken pro Kopf).

Kreditkarten: 610 Millionen Franken
Die Kreditkarten-Nutzung steigt weiterhin an. Sogar für Mobile-Payments (zum Beispiel via Apple Pay) werden Kreditkarten-Daten hinterlegt. Das durchschnittliche Sparpotenzial pro Jahr und Karte für einen Durchschnittsnutzer beträgt 92 Franken, für alle Schweizer Kreditkarten ergibt das insgesamt rund 610 Millionen Franken. Dabei werden Prepaid- und Platinumkarten nicht einmal berücksichtigt. Das maximale Sparpotenzial mit Berücksichtigung von Platinumkarten würde 868 Franken pro Karte betragen – allerdings haben Platinumkarten-Inhaber auch Anrecht auf diverse Leistungen.

Säule-3a-Sparkonten: 159 Millionen Franken
Auf Säule-3a-Sparkonten gibt es im Durchschnitt nur noch eine Verzinsung von 0.46%. Trotzdem sind die Unterschiede zwischen den 3a-Sparzinssätzen erheblich. Pro Säule-3a-Sparkonto mit einem Durchschnittsguthaben in der Höhe von 22'000 Franken könnten Vorsorgenehmer jährlich bis maximal 220 Franken zusätzlich sparen. Im Durchschnitt sind es immerhin noch 44 Franken pro Konto. Wenn alle Vorsorgesparer ihr Vermögen bei der Bank mit dem höchsten Zinssatz deponiert hätten, ergäbe das für die Gesamtheit der Säule-3a-Sparkonto-Inhaber einen zusätzlichen Ertrag von rund 159 Millionen Franken.

Säule-3a-Wertschriften: 157 Millionen Franken
Die riskanteren 3a-Fondslösungen sind weiterhin deutlich weniger populär als Sparkonten. Schätzungen gehen davon aus, dass es rund 685'000 3a-Vorsorgedepots mit einem durchschnittlichen Volumen von etwas mehr als 31'000 Franken gibt. Dafür ist das Sparpotenzial pro Depot wesentlich höher als auf Sparkonten: Im Durchschnitt beträgt es 229 Franken, im Maximum 502 Franken pro Jahr. Gerade bei Vorsorgefonds ist ein vorgängiger Kostenvergleich besonders wichtig.

Online-Trading: 156 Millionen Franken
Schweizerinnen und Schweizer sind eher risikoavers und damit alles andere als geborene Trader. Der Schweizer Online-Wertschriftenhandel weist deshalb nur ein langsames Wachstum auf. Für die bestehenden Kunden lohnt sich ein Vergleich aber unbedingt, da hier das Sparpotenzial erheblich ist. Ein Durchschnittskunde kann bis zu 1470 Franken sparen, im Durchschnitt sind es immer noch 375 Franken im Jahr. Damit ergibt sich ein totales Sparpotenzial von rund 156 Millionen Franken pro Jahr.

Vergleichen lohnt sich
Die Wechselquoten von Schweizer Bankkunden sind noch tiefer als von Versicherungskunden. «Treue ist im Allgemeinen ja eine lobenswerte Eigenschaft. Im Bankenbereich kann sie aber teuer zu stehen kommen», so Felix Oeschger. Zumindest empfiehlt sich ein regelmässiger Vergleich der Gebühren, Zinsen und Leistungen. Sonst gewinnt am Ende nur die Bank. (pd/Foto: Lisa Maire)

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