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17.03.2017 - 09:30 Uhr

FC Galaxy: «Wir wurden zuerst belächelt»


Armend Hida ist Präsident, Sportchef und Trainer zugleich. Foto: fzw.

Der FC Galaxy Zürich spielt seit dieser Saison in der Zürcher Regionalliga. Bis es so weit kommen konnte, mussten sich Vorstand und Spieler lange gedulden. Nun steht das Team bereits an der Tabellenspitze. Von Flavio Zwahlen

Real Madrid ist der erfolgreichste Fussballverein Europas. Die elf Champions-League-Titel des Clubs sind von der Konkurrenz unerreicht. Auch deshalb wird den Spaniern oft der Übername «Die Galaktischen» verliehen.
1600 Kilometer von Madrid entfernt, spielt seit diesem Jahr ein neues Team in der Zürcher Regionalliga. Der Name des Vereins klingt nicht minder galaktisch als jener von Real Madrid: FC Galaxy Zürich.

Realistische Ziele gesetzt

Der Werdegang der beiden Vereine könnte unterschiedlicher nicht sein. Während Real Madrid in der höchsten spanischen Fussballliga auf Platz 1 steht, kicken die Spieler von Galaxy Zürich in der tiefsten Liga. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Der Zürcher Verein wurde nämlich erst letztes Jahr gegründet. Deshalb blieb den Spielern nichts anderes übrig, als in der 5. Liga zu beginnen. Das könnte sich jedoch bald ändern: Nach der Vorrunde belegt man nämlich verlustpunktlos Rang 1 in der Tabelle. Geht das in der Rückrunde so weiter, spielt Galaxy Zürich nächste Saison bereits in der 4. Liga.
Bei der Zielsetzung neugegründeter Vereine kommen Erinnerungen hoch. Vor sechs Jahren drohte der FC United Zürich der Konkurrenz: «2018 werden wir Schweizer Meister.» Die ganze Fussballschweiz belächelte diese Aussage damals. Zurecht, wie sich nun herausstellt. United spielt zurzeit in der Promotion League (dritthöchste Liga) und kämpft dort gegen den Abstieg.
Beim FC Galaxy Zürich drückt man sich vorsichtiger aus. Präsident Armend Hida sagt: «Unser Ziel ist es, irgendwann in die 3. Liga aufzusteigen und attraktiven Fussball zu spielen.» Mehr sei vor allem auch aus finanzieller Hinsicht nicht möglich.

Bunt durchmischte Truppe

Armend Hida ist durch und durch Oberglatter. Er ist in der Unterländer Gemeinde aufgewachsen und spielte dort als Junior und Aktiver Fussball. Auch als Trainer betätigte sich Hida viele Jahre beim FC Oberglatt. Bis er entlassen wurde. Doch ein Leben ohne Fussball ist für ihn unvorstellbar: «Es ist meine Leidenschaft.» Schon länger spielte der 30-Jährige mit dem Gedanken, einen eigenen Verein zu gründen. Dabei sollte ihm vor allem sein grosses Fussballer-Netzwerk helfen. «Ich kenne viele ehemalige Junioren und Mitspieler, die zu dieser Zeit aus verschiedenen Gründen nicht mehr im Verein kicken wollten.» Hida machte sich also auf die Suche nach einem geeigneten Kader für seinen neuen Verein.
Heute besteht das Team aus 25 Spielern. «Sie wohnen alle im Unterland. Die meisten sind wie ich aus Oberglatt», erzählt Hida. Es sei eine bunt durchmischte Truppe: Verschiedene Altersklassen, unterschiedliche Herkunft, ungleiche Berufe. Trotzdem würden die vielfältigen Charaktere gut zusammenpassen und es bestehe bereits ein ausgeprägter Teamgeist. In Person von Martin Hirt fand er zudem einen Finanzvorsteher und mit Stefano Cuozzo einen Vizepräsidenten. Hida selbst ist Präsident, Sportchef und Trainer zugleich.

Heimstatt fast in Opfikon

Wenn Finanzvorsteher Hirt an das Gründungsprozedere zurückdenkt verdreht er die Augen und schüttelt lächelnd den Kopf: «Das war harte Arbeit», sagt er. Der Aufwand sei beinahe gleich gross gewesen wie bei einer Firmengründung. Ohne Geld, Platz und Vorstand läuft gar nichts. Dazu muss jeder Verein, der beim Zürcher Fussballverband (FVRZ) angemeldet ist, eigene Schiedsrichter zu Verfügung stellen.
Das Geld stellt, wie immer bei solchen Projekten, die grösste Schwierigkeit dar. «Die Vereinsgründung hat uns bisher etwa 25 000 Franken gekostet.» Um diesen Betrag zusammenzubringen, benötigten sie einige Sponsoren. Zudem bezahlt jeder Spieler einen Mitgliederbeitrag. «Wir sind froh um jeden Rappen», so der Finanzvorsteher.
Seine Heimstätte fand der FC Galaxy Zürich in Seebach auf dem Sportplatz Ettenfeld, gleich an der Opfiker Stadtgrenze. «Hier haben wir Garderoben und einen Platz, der den Normen entspricht.» Hirt blickt zurück: «Während der Gründung habe ich mir geschworen, nie mehr ein solches Projekt auf die Beine zu stellen.» Doch jetzt, wo er sehe was daraus entstanden ist, bereue er nichts.

Duftmarke gesetzt
Nun ist es geschafft: Der FC Galaxy Zürich spielt seit Sommer in der 5. Liga. Mit Erfolg. 8 Spiele 8 Siege stehen zu Buche. Präsident Armend Hida sagt: «Am Anfang wurden wir von den Gegnern belächelt.» Häufig seien sie unterschätzt worden und mussten sich vor den Spielen dumme Sprüche anhören. Das Blatt habe sich nun gewendet. «Unsere Gegner haben nun Respekt vor uns und wissen, dass es schwer wird gegen uns zu gewinnen.»

< «Ich wollte mein Herzblut in ein neues Projekt stecken»

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