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21.04.2017 - 12:36 Uhr

Fast die Hälfte aller Velounfälle verursachen Velofahrer selber


Rote Ampeln missachten, Stoppstrassen überfahren oder bei Stau aufs Trottoir ausweichen: Velofahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten, gefährden ihre und die Sicherheit der anderen. Bei knapp der Hälfte aller Velounfälle sind die Fahrradfahrer selber verantwortlich. Mit dem Kurzfilm «Der Velofahrer» sensibilisieren die Suva sowie die Polizeikorps Basel-Stadt, Waadt, Freiburg und Zentralschweiz die Velofahrer, nicht mit dem Leben zu spielen – dem eigenen und dem von anderen.
Mit der Verdichtung der Städte, der Hektik und dem spürbaren Zeitdruck aller Verkehrsteilnehmer kommt es täglich zu gefährlichen Szenen auf Schweizer Strassen, teils mit dramatischen Folgen. Die Unfallversicherungen registrieren jedes Jahr rund 17 000 Velounfälle von Arbeitnehmenden. Diese Unfälle fordern zahlreiche Verletzte und oft sind die Velofahrer verantwortlich.
Die Polizei hat 2016 schweizweit 3860 Unfälle mit einem oder mehreren beteiligten Velofahrern registriert. Das sind 31 weniger als im Vorjahr allerdings immer noch 449 mehr als im Jahr 2013. Für 1878 Unfälle ist im 2016 die Velofahrerin oder der Velofahrer verantwortlich. Bei den insgesamt 3860 Velounfällen haben sich 3374 Personen verletzt. Davon sind 24 Personen tödlich verunglückt, 854 haben sich schwer und 2496 leicht verletzt. Zudem hat die Polizei im letzten Jahr 748 Unfälle mit einem E-Bike registriert, was 81 mehr sind als im 2015. Die Polizei stellt fest, dass Alkohol, Unaufmerksamkeit und Missachten der Verkehrsregeln zu den Hauptursachen der Unfälle mit Velofahrern zählten. Dies sei auch bei den Automobilisten der Fall.

Velofahrer auf Verkehrsregeln sensibilisieren
Um die Velofahrer auf die Risiken aufmerksam zu machen, denen sie sich beim Missachten von Verkehrsregeln aussetzen, haben die Suva und die Kantonspolizeien Basel-Stadt, Waadt, Freiburg und Zentralschweiz den Kurzfilm «Der Velofahrer»  (siehe Kasten) realisiert. Er zeigt den Unfall eines Velofahrers in einer stark befahrenen Zone, der all diese Regeln ignoriert. Der Hauptdarsteller ist ein junger Familienvater, der die Vorteile dieses Verkehrsmittels schätzt: Er ist damit autonom, fördert seine Gesundheit und schont die Umwelt. Was er jedoch nicht kennt, sind Anstand und Respekt gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern. Auf dem Weg zur Arbeit hat der junge Familienvater eine aggressive Fahrweise und fühlt sich unsterblich. Dies führt zu einem Unfall, den er mit seinem Leben bezahlt.

Respekt im Strassenverkehr fördern
Damit die Velofahrt nicht mit fatalen Folgen endet, ist es wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer respektvoll miteinander umgehen. «Respekt im Strassenverkehr heisst den Blick für andere zu haben», sagt Esther Hess, Kampagnenleiterin Velo bei der Suva. Konkret heisst das: Die Verkehrsregeln gelten für alle Verkehrsteilnehmer und jeder muss sich dementsprechend verhalten. «Doch das Wichtigste ist, dass man für den Arbeitsweg genügend Zeit einplant, so dass man unfallfrei ankommt.» Denn niemand sei allein auf der Strasse.
Die Polizei rät, jede Richtungsänderung mit Handzeichen anzuzeigen und Blickkontakt mit den anderen Verkehrsteilnehmenden aufzunehmen. Diese Gesten können Leben retten. Zwar sind nur 20 Prozent aller Velounfälle Kollisionen, wie Zahlen der Suva zeigen. Doch sind die Verletzungen bei Kollisionen um einiges schwerer als bei Selbstunfällen. Das demonstrieren auch die Unfallkosten, die bei einer Kollision bei knapp 10 000 Franken liegen und bei einem Selbstunfall bei rund 5500 Franken. (pd./Foto: LIsa Maire)

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