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19.05.2017 - 15:13 Uhr

Mit fetten Ochsen gegen den Hunger


Menschen für Menschen Schweiz stellt hungernden Familien in Äthiopien Vieh zur Verfügung – aber nicht zum Eigenverzehr. Die Familien mästen die Tiere und verkaufen sie mit beeindruckendem Gewinn. Langfristig können sie so ihre Not beenden und Lebensperspektiven in ihren Heimatdörfern aufbauen.

Durchschnittliche Familien im äthiopischen Landkreis Abaya haben die Hälfte des Jahres nicht genug Nahrung zur Verfügung. Das bedeutet: Eltern müssen ihren Kindern täglich Mahlzeiten vorenthalten. «Die Familien brauchen Hilfe von aussen, um diesen für jede Mutter und jeden Vater unerträglichen Zustand zu beenden», erklärt Josefine Kamm, Geschäftsführerin von Menschen für Menschen Schweiz. «Deshalb bekommen die ärmsten Familien von uns Kleinkredite, um auf dem lokalen Markt Vieh kaufen zu können.»

Das Vieh ist aber keinesfalls für den Eigenverzehr gedacht, sondern als Möglichkeit, langfristig Einkommen zu erzielen. Für umgerechnet 200 Schweizer Franken erhalten die Bauern auf den lokalen Märkten einen jungen Mastochsen. Drei Monate dauert es, um ihn mit zerhackten Bananenblättern und anderem selbst gesammelten Futter zu mästen und ihn dann für 300 Franken wieder zu verkaufen.

«Die Marge ist also beträchtlich», erklärt Josefine Kamm das Konzept. Den Kredit müssen die Bauern erst nach zwei Jahren voll zurückzahlen. So bleibt ihnen genug Zeit, mehrmals Jungtiere zu kaufen, zu mästen und zu verkaufen. Die Gewinne können sie verwenden, um in neues Vieh zu investieren und gleichzeitig ihren Familien ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Mit den ersten Gewinnen kaufen die Familien gewöhnlich Kleidung und Schulmaterialien für die Kinder.

Innerhalb eines Jahres förderte Menschen für Menschen Schweiz so rund 400 Familien. Die Familie von Birke und Tadesse Robe gehört zu den Empfängern. «Es tut so weh, wenn die Kinder um Essen bitten, ich ihnen aber nichts geben kann», sagt die Bäuerin. «Aber jetzt haben wir zum ersten Mal Hoffnung, dass sich unser Leben zum Guten wendet.»

Die Kreditschulden zahlen die Familien nicht an Menschen für Menschen Schweiz zurück, sondern an ortsansässige Bauernkooperativen. Diese verwenden das Geld, um neue Kredite an ihre Mitglieder zu vergeben: «So wird über Monate und Jahre der Hunger in den Dörfern besiegt und verhindert, dass die armen Bauern zu Armutsflüchtlingen werden», betont Josefine Kamm. «Um das erfolgreiche Konzept weiterzuverfolgen, sind wir aber weiterhin auf die grosszügige Unterstützung unserer Spender angewiesen.» (pd./Foto: zvg.)

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