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08.06.2017 - 10:15 Uhr

Die Schweizerische Adipositas-Stiftung wird 20


Als die Schweizerische Adipositas-Stiftung (SAPS) gegründet wurde, war
Übergewicht längst kein so zentrales Thema wie heute. Heinrich von Grünigen war Stiftungsrat der ersten Stunde und leitet heute als Stiftungsratspräsident die Geschäftsstelle in Oerlikon.

Aufklärung, Information, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Übergewicht und Adipositas (Fettsucht) – das sind die zentralen Anliegen der Schweizerischen Adipositas-Stiftung. «Vor 20 Jahren gab es kaum etwas auf diesem Gebiet», sagt Heinrich von Grünigen. «Obwohl Adipositas der Auslöser vieler Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Gelenkschäden und gewisser Krebsarten ist, fehlen bei der Ausbildung von Ärzten heute noch Lehrgänge, welche die Zusammenhänge aufzeigen.»

Vor 20 Jahren haben Mediziner und Übergewichts-Fachleute der Fachorganisation «Swiss Morbis Obesity Study Group» die Dringlichkeit des Problems erkannt und die Schweizerische Adipositas-Stiftung gegründet. Heinrich von Grünigen, selber Adipositas-Patient und bekannter Radiomann, wurde in den Stiftungsrat geholt und mit der Öffentlichkeitsarbeit beauftragt.

Adipositas-Zentrum scheiterte
Das Hauptziel der SAPS war damals, ein Adipositas-Zentrum aufzubauen, wo Patienten beraten und behandelt werden und auch Operationen durchgeführt werden. Daniel Vasella, damals Vorsitzender der Geschäftsleitung des Pharmakonzerns Novartis, welche an einer Pille gegen Übergewicht forschte, sponserte fünf Jahre lang je 100 000 Franken Starthilfe. «Wir hofften vergeblich auf Investi-tionen von Banken und haben das Projekt immer weiter entwickelt. Schliesslich hatten wir das Geld beinahe aufgebraucht und mussten die Pläne begraben. So beschlossen wir, kleinere Brötchen zu backen, und machten Spendenaufrufe.»

2001 ging Heinrich von Grünigen beim Radio in Pension und widmet sich seither mit grossem Engagement der Stiftung. «Es war eine schwierige Aufgabe, Sponsoren zu suchen. Oft bekamen wir Geld von Pharmafirmen, die Medikamente gegen Übergewicht auf den Markt brachten. Doch kaum wurden diese Medikamente wegen ihrer Nebenwirkungen vom Markt genommen, hörte auch das Geld auf zu fliessen.»

Viele unseriöse Angebote
Im Kampf gegen Übergewicht gebe es unzählige Angebote und viel Unseriöses, sagt der Fachmann. «Und nicht jede Methode hat bei jedem Menschen denselben Erfolg.» Im Fall von schwerer Fettsucht sei eine Operation eine Möglichkeit, dauerhaft abzunehmen. «Es gibt heute verschiedene Methoden der Magen-OP: das Magenband, der Magen-Bypass oder der Schlauchmagen, bei dem der Magen von der Speiseröhre bis zum Magenausgang verkleinert wird.» Derzeit baue SAPS ein Netz mit Kliniken auf, die seriöse Operationen durchführen. «Wir haben jetzt auch einen Leistungsauftrag vom Bundesamt für Gesundheit.»

50 Prozent der Schweizer Bevölkerung leidet an Übergewicht, 10 Prozent davon an Adipositas. Heinrich von Grünigen kämpft seit Jahrzehnten gegen sein Übergewicht. «Es begann, als ich mit Rauchen aufhörte», erzählt er. «Ich nahm 30 Kilo zu. Dann folgte eine Diät nach der andern – jedesmal nahm ich ab, um am Ende noch mehr zu wiegen als zuvor. Am Ende hatte ich 165 Kilo. Diesen Jo-Jo-Effekt kennen die meisten Abnehmwilligen.» Geholfen hat ihm schliesslich die Sinomedica-Methode. «Dabei isst man keine Kohlehydrate, nur Gemüse, Salat, Fleisch, Fisch und wenig Früchte. Begleitet wird die Diät durch Akupunktur, wobei der Fachmann gezielt auf die Nervenbahnen einwirkt, die für Hunger und Lust auf Essen zuständig sind.» Damit hat er 80 Kilo abgenommen.

SAPS-Tag am 10. Juni
Jedes Jahr führt die SAPS einen Tag durch mit Vorträgen zu verschiedenen seriösen Methoden. Am 10. Juni wird unter anderem auch die Sinomedica-Methode vorgestellt. Auch gibt es rund zwanzig Selbsthilfegruppen für Adipositas-Betroffene. «Hier werden Erfahrungen – gerade nach Magenoperationen – ausgetauscht.» Eine dieser Gruppen trifft sich regelmässig in Oerlikon. (kst./Foto: kst.)

SAPS-Tag 2017 am Samstag, 10. Juni, ab 13 bis 17.30 Uhr im Hotel Landhus in Seebach. Thema: Alternative Methoden zur Gewichtsreduktion. www.saps.ch

 

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