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28.06.2017 - 07:38 Uhr

Dieser Gorilla engagiert sich in der Kinderbetreuung

Der Gorilla hat wohl keine Lust, sich den Fotografen zu zeigen. Fotos: Clara dos S. BuserSilberrücken N’Gola wurde 40 Jahre alt.Der ruhige Silberrücken kümmert sich lieber um sein Futter als um die Medienschaffenden.„Hey, mach mal ein Foto von mir!“ – N’Golas Familie interessiert sich mehr für die Kameras.Neugierig werden die zahlreichen Geburtstagsbesucher durch die Scheibe betrachtet.Der silberne Rücken ist ein besonderes Merkmal von älteren Gorillamännchen.Im ganzen Gehege wurde Futter verstreut als Herausforderung für die Gorillas.N’Gola muss sein Futter zuerst in den verschiedenen Gefässen im Gehege suchen.Auch die Jungtiere bekommen ihr Futter in Gefässen. Bei Schwierigkeiten eilt der gutmütige N’Gola zu Hilfe.Da oben stiehlt wenigstens niemand das Futter...Einmal eroberte Futterbälle werden nicht mehr hergegeben.Die gespannten Seile werden rege benutzt – und sei es nur als hängender Sitzplatz.

Grund zum Feiern im Zoo Zürich: Der Silberrücken-Mann N’Gola wird 40 Jahre alt. Sein hohes Alter ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Der Gorilla hatte kein einfaches Leben.

Die zahlreichen Geburtstagsgäste, die nur wegen ihm in den Zoo Zürich gekommen sind, scheinen den Silberrücken nicht gross zu interessieren. Gelassen sitzt der Gorilla-Mann in der Mitte des Geheges. Sein zentraler Platz bietet N’Gola eine gute Übersicht über die Gruppe und zeigt zugleich die wichtige Position des Gorillas in der Familie. Der liebenswerte Silberrücken sorgt für Zusammenhalt und interveniert bei Streitigkeiten. Sein grosses Herz zeigt sich bei Veränderungen, die dem Gorilla jeweils ziemlich nahegehen. Zookurator Robert Zingg erklärt, dass N’Gola fehlende Tiere sehr vermisst: «Er sucht ein paar Tage nach den Gruppenmitgliedern und unterstreicht seine Besorgnis mit einem Wimmern.»
Überraschend engagiert sich der Silberrücken auch in der Kinderbetreuung. Bei den Gorillas ist dies eine klare Aufgabe der Weibchen und bis vor einigen Jahren beschäftigte sich N’Gola kaum mit den Jungtieren. Unterdessen beteiligt er sich gerne an der Erziehung. Vor allem die jüngste Tochter Mahiri (geboren 2012) geniesst seine Aufmerksamkeit. Sie darf auf seinem Rücken reiten, auf ihm herumklettern und sogar von seinem Futter stehlen. Als sie noch kleiner war, gab es Zeiten, in denen sie in seiner Hand liegen konnte und er sich rührend um sie kümmerte. N’Gola zeigt eine «schon fast grossväterliche Verhaltensweise», wie Zoodirektor Alex Rübel liebevoll erzählt.

Gesundheitliche Probleme
Der 40. Geburtstag des Silberrückens ist nicht selbstverständlich. N’Gola musste in seiner Zeit in Zürich einiges durchmachen. Kurz nach seiner Ankunft entwickelte sich ein Konflikt zwischen ihm und dem drei Jahre jüngeren Männchen Golo, der schliesslich nach Budapest abgegeben wurde. Als später zwei neue Weibchen in die Gruppe integriert werden sollten, griffen diese den Gorilla-Mann sogar an.
2012 und 2013 durchlebte N’Gola zwei gesundheitliche Krisen. Zuerst wurden Herzprobleme festgestellt, von denen er sich aber wieder erholte. Nachdem er rund ein Jahr später abermals apathisch wurde, entdeckten die Spezialisten einen Befall mit dem Fuchsbandwurm. In dieser Zeit war auch N’Golas Chefposition gefährdet, denn die Jungtiere respektierten den angeschlagenen Gorilla nicht mehr. Mit der gesundheitlichen Verbesserung zwei Monate später übernahm der Silberrücken aber seine Aufgaben wieder und der Respekt der Jungen kehrte zurück.

Stark gefährdete Population

N’Golas hohes Alter – in Menschenjahren ist er 80 Jahre alt – darf durchaus geehrt werden. Die Lebenserwartung von Gorillas beträgt etwa 58 Jahre in Zoos. Im Freiland hingegen werden sie durchschnittlich nur 35 bis 40 Jahre alt, denn der westliche Flachlandgorilla ist in seiner Heimat stark bedroht. Lebensraumzerstörung durch Holzschlag grenzt das Gebiet des Gorillas massiv ein. Da «Bushmeat» in bestimmten Gebieten sehr beliebt ist, gefährden auch Jäger den Flachlandgorilla. Ebenso sorgen Ausbrüche von Ebola für etliche Todesfälle in der Gorilla-Population.

Mehr Raum für die Gorillas
Der Gruppenzusammenhalt in der Zürcher Gorilla-Familie ist sehr stark und die Tiere verstehen sich gut untereinander. Gemäss Ankündigung von Zoodirektor Rübel ist eine grössere Affenanlage bereits in Planung, der Bau soll aber erst in einigen Jahren stattfinden. Die Menschenaffen würden dann vermutlich in der Nähe der Elefanten untergebracht, so Rübel.

Der Zoo Zürich und die Besucher feiern den besonderen Geburtstag des Gorillas also noch in der alten Anlage. Doch wie feiert man einen runden Affengeburtstag? Robert Zingg: «Die Tierpfleger bemühen sich grundsätzlich jeden Tag, eine abwechslungsreiche Zeit für die Gorillafamilie zu gestalten. N’Gola bekommt aber von seinen Betreuern an diesem speziellen Tag bestimmt etwas mehr Aufmerksamkeit als sonst.» Vielleicht enthält sein Futter zu seinem Geburtstag auch einige Tomaten, denn die mag der Silberrücken laut Kurator Zingg wahnsinnig gern. (juf.)

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