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05.07.2017 - 13:16 Uhr

Triemli: Das «Herz des Spitals» zieht um

22 statt bisher 15 Behandlungsbetten in der Notfallstation: Die Infrastruktur entspricht sämtlichen Anforderungen an ein Notfallzentrum der höchsten Leistungsklasse. Fotos: Franziska JudZwischen den Behandlungsbetten stehen Betonwände, um den Patienten mehr Privatsphäre zu ermöglichen.Im Agitationszimmer werden Patienten untergebracht, die sich selbst oder andere gefährden könnten.Das Notfallzentrum ist mit modernen medizinischen Einrichtungen wie dem Computertomografen (CT) technisch auf dem neusten Stand.Andreas Platz, Leiter des Notfalldepartements, zeigt einen der zwei Schockräume. Patienten mit schweren Verletzungen werden hier stabilisiert.Das Notfallzentrum ist farblich in einem leichten Gelbton gehalten.Die Beschriftung an den Wänden ist benutzerfreundlich auf Augenhöhe angebracht. Bis zur Eröffnung soll auch die Bodensignalisation vorhanden sein.Bei der Ankunft von Rega-Helikoptern fährt ein Lift aufs Dach und wartet mit offenen Türen auf den Patienten. Mit diesem fährt er dann ohne Unterbruch bis ins Notfallzentrum.Durch die eigene Einfahrt können Ambulanzen Patienten bis vor die Liegeplätze oder den Schockraum transportieren.Blick in einen Untersuchungsraum: In der Notfallpraxis untersuchen Fachärzte Patienten mit kleineren Leiden wie Schnittwunden.

Im Triemlispital ist der Bau des neuen Notfallzentrums abgeschlossen. Vor der Inbetriebnahme erwartet das Spital noch eine grosse Umzugsaktion.

In einer Notfallstation ist kein Tag wie der andere, aber für das Stadtspital Triemli wird der 12. Juli ein ganz besonderer Tag. An diesem Datum zieht die gesamte Notfallstation bei laufendem Betrieb vom alten Standort ins neue Bettenhaus. Innerhalb weniger als 24 Stunden soll der Umzug abgeschlossen sein, deshalb planen die Verantwortlichen den Ablauf minuziös durch. Die Notfallstation wird während dieser Zeit für Ambulanzen nur beschränkt aufnahmefähig sein, die Patientenversorgung sei aber durchgehend gewährleistet.

Mit dem bevorstehenden Umzug rüstet sich das Spital für die Zukunft, denn laut Spitaldirektor Erwin Carigiet steigen die Patientenzahlen der Notfallstation kontinuierlich. Mit dem neuen Zentrum sollen die zusätzlichen Patienten genügend Platz erhalten und Abläufe vereinfacht werden. Um die Wartezeiten der Patienten zu verkürzen, ist das Zentrum zweigeteilt: Patienten mit schwerwiegenderen Erkrankungen werden wie bisher in der Notfallstation behandelt. Neu ist die räumlich getrennte Notfallpraxis für Personen mit kleineren medizinischen Problemen. Die Trennung schafft mehr Kapazität in der Notfallstation, denn leichte Erkrankungen können meist schnell abgeklärt werden und benötigen keinen Liegeplatz. Die Notfallaufnahme entscheidet mit einem Triagesystem über die Schwere des Leidens und damit die Dringlichkeit der Behandlung. Triage steht für die Bemühung, mit unvollständigen Informationen eine möglichst gute Einteilung vorzunehmen. «Der Notfallpraxis sollen nur sitzende oder stehende Patienten zugewiesen werden. Wenn Übelkeit auftritt oder Patienten plötzlich doch liegend behandelt werden müssen, ist ein Triagefehler unterlaufen», erklärt Andreas Platz, Leiter des Notfalls.

Das neue Notfallzentrum verbessert zudem die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen. Die Sanität erhält eine eigene, vom Haupteingang unabhängige Ein- und Ausfahrt. Für die Rega stehen zwei Landeplätze zur Verfügung, davon einer auf dem Dach mit direktem Liftzugang. Patienten, die sich selbst oder andere gefährden könnten, bringt das Spital neu im sogenannten Agitationszimmer unter. Das Notfallzentrum ist deutlich grösser als die bisherige Notfallstation. Mit 22 Notfallbetten (bisher 15) und einem zusätzlichen Schockraum steht mehr Kapazität zur Verfügung. Dies ist unentbehrlich: «Nötig ist ein grösseres Notfallzentrum neben dem Universitätsspital», meint Platz. So könnten schwer verletzte Patienten im Spital Triemli versorgt werden, wenn das Universitätsspital an seine Grenzen stosse.

Verbesserte Privatsphäre
Der Grundriss des rund 3690 m2 grossen Zentrums vereinfacht die Arbeitsabläufe: Schockraum und Computertomografen liegen gleich nebeneinander. Die neue Infrastruktur erhöht zudem die Privatsphäre. Das Personal erhält einen neuen Arbeitsplatz mit elektronischem Dashboard. Platz: «Bisher konnte jeder Vorbeigehende einen Blick auf das Whiteboard mit Daten werfen. Neu sind die Informationen baulich abgeschirmt.» Zwischen den einzelnen Behandlungsbetten stehen Wände statt bisher Vorhänge, um die Patienten besser zu schützen.
Mit dem Umzug ins neue Bettenhaus macht das Notfallzentrum einen entscheidenden Schritt in die Zukunft. Spitaldirektor Carigiet betont die Bedeutung der Station: «Das Notfallzentrum ist das Herz des Spitals. Es lebt immer, aber es ist nie so hektisch wie im Fernsehen. Das zeigt die Qualität, die wir bieten.» (Franziska Jud)

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