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25.09.2017 - 11:11 Uhr

92 Prozent der Schweizer glauben an Prämienanstieg


Symbolfoto: mai.

Herr und Frau Schweizer rechnen auch für nächstes Jahr wieder mit einer Prämienerhöhung. 47 Prozent gar mit einem deutlichen Schub von 4 bis 6 Prozent. Dies teilt das Vergleichsportal Comparis.ch mit. Nur jeder zwanzigste Schweizer (5,3 Prozent) geht davon aus, dass die Krankenkassenprämien nächstes Jahr für einmal nicht steigen werden. Die sich stetig weiterdrehende Prämienschraube überfordert dabei viele Familien: 28 Prozent geben an, ihren finanziellen Spielraum dafür aufgebraucht zu haben.

Die Befragten glauben nicht, dass die Politik den ungebremsten Kostenanstieg und die unaufhörlich steigenden Krankenkassenprämien bald in den Griff bekommen wird: 62 Prozent trauen den Politikern nicht zu, das Gesundheitssystem zu reformieren und den Kostenanstieg zu bremsen. Diese Einschätzung erstaunt Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte beim Internet-Vergleichsdienst comparis.ch, nicht: «Seit Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Jahr 1996 versucht die Politik, regulierend auf die steigenden Kosten einzuwirken – bisher erfolglos. Besserung verspreche ich mir erst, wenn endlich der Behandlungserfolg vergütet wird und nicht mehr nur die Menge der medizinischen Leistung.»

Romands am wenigsten pessimistisch, Tessiner desillusioniert
Geht es um die Politik, sind die Romands am wenigsten pessimistisch. Von ihnen glauben «nur» 52 Prozent, dass die Politiker ausser Stande sind, eine Verbesserung herbei zu führen. Bei den Deutschschweizern sind es 65 Prozent und richtiggehend ernüchtert sind die Tessiner: Von ihnen haben knapp 70 Prozent den Glauben an die Gesundheitspolitiker verloren. Für Felix Schneuwly kommt dieses Resultat nicht überraschend, denn: «Die Romands verlassen sich generell eher auf den Staat als die Deutschschweizer und Tessiner.»

Grösste Kostentreiber: Pharmaindustrie und eingebildete Kranke
Die Verantwortung für den ungebremsten Kostenanstieg im Gesundheitswesen lasten die Befragten mehreren Akteuren an. So nennen sie als die Hauptschuldigen Patienten, die bei jeder Kleinigkeit Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen (60 Prozent), die Pharmaindustrie (58 Prozent), die Krankenkassen (42 Prozent), Ärzte und Spitäler (37 Prozent) und Menschen, die nicht auf ihre Gesundheit achten (24 Prozent).

Einen weiteren Grund sehen 17 Prozent bei dem immer dichter werdenden Gesundheitsversorgungsnetz, das selbst bei Bagatellfällen zu Arztbesuchen verleitet.

Für Krankenkassenexperte Felix Schneuwly ist klar, dass Versicherte mit tieferen Prämien belohnt werden müssen, wenn sie nicht gleich wegen jeder Bagatelle den Spitalnotfall oder den Spezialarzt bemühen. Und er stellt eine Forderung auf: «Das Bundesamt für Gesundheit muss den Versicherern mehr Spielraum geben, die Rabatte auf alternativen Versicherungsmodellen wie Telmed, Hausarzt und HMO zu erhöhen». (pd.)

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