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05.10.2017 - 08:24 Uhr

Institut bekämpft gefährliche Keime

Noch stehen die Baugerüste, die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2018 vollständig abgeschlossen sein. Fotos: Pascal WiederkehrIm Neubau des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich wird aber schon fleissig gearbeitet.Auf einer Führung für die Medien zeigte Reinhard Zbinden, Leiter Diagnostik, die neuen Labors.Reinhard Zbinden erklärte wie Bakterien sich entwickeln und wie sie untersucht werden.Mit dieser Maschine kann die DNA von Bakterien automatisch und schnell sequenziert werden.Neu verfügt das Institut zudem über eine automatisierte Laborstrasse.In diesen Anlagen werden Fläschchen mit Blutproben zur Keimbestimmung vollautomatisch bewegt.Blick in den Schrank: Die ständige Bewegung regt die Vermehrung der Bakterien an. Sie entwickeln sich dadurch schneller.Nun wird das alte System schrittweise auf die automatisierte Variante umgestellt.

Bei der Bestimmung von gefährlichen Bakterien zählt die Zeit. Im Neubau des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich ist dies neu noch besser möglich.

100 000 Patientenproben untersucht das Institut für Medizinische Mikrobiologie (IMM) der Universität Zürich jährlich. Ein Viertel aller ambulanten Arztbesuche gehen auf Infektionen zurück. Die Behandlung dieser Krankheiten verursacht 15 Prozent der Gesundheitskosten. Jeder zehnte Patient infiziert sich im Krankenhaus mit teilweise lebensbedrohlichen Infektionen, erzählte Erik Böttger, Direktor des Instituts, vergangenen Donnerstag. «Im Kampf gegen Infektionskrankheiten nimmt die Mikrobiologie eine wichtige Rolle ein», betonte Böttger. Zu ihren Aufgaben gehört die Verhinderung von Infektionen, der Nachweis von Erregern sowie die Behandlung.
Seit Juni hat das IMM einen Neubau an der Gloriastrasse in Fluntern bezogen und ihn den Medien präsentiert. «Der Neubau war aus betrieblichen Gründen und wegen feuerpolizeilicher Auflagen wichtig», sagte Stefan Schnyder, Direktor Finanzen, Personal und Infrastruktur der Universität. Zusätzlich wurde das denkmalgeschützte Nachbargebäude saniert. Dieses beherbergt Speziallabore. Das Gebäude hatte Bruno Giacometti, der jüngere Bruder von Alberto Giacometti, entworfen.

Kostenpunkt: 30 Millionen
Insgesamt haben Neubau und Umbau laut Schnyder rund 30 Millionen Franken gekostet. Wie von Schnyder und Böttger mehrfach betont, sei das Institut ein gutes Beispiel dafür, weshalb Universität und Universitätsspital räumlich zusammengehörten. «Die Zeit ist bei Infektionen entscheidend», sagt Böttger. Deshalb müssten die Proben möglichst schnell ins Labor gelangen, nicht erst nach 18 Stunden.
Das Institut ist beteiligt an der Erforschung von Wirkstoffen gegen multiresistente Keime. «Was wir dringend brauchen, sind neue Antibiotika», erklärte Böttger. Es müssten rasch entsprechende Substanzen verfügbar gemacht werden. Zahlen der Weltgesundheitsorganisation besagen, dass weltweit jährlich rund 700 000 Menschen wegen Antibiotikaresistenz an Infektionen sterben. Das IMM ist zudem vom Bundesamt für Gesundheit als nationales Zentrum für Mykobakterien, Tuberkulose, beauftragt.

Roboter bereiten Proben auf
Neu verfügt das Institut über eine automatisierte Laborstrasse. Zwei Roboter, die der Hersteller Tarzan und Jane getauft hat, führen Aufgaben effizienter als der Mensch aus. Die Auswertung der Blutproben erfolgt in einer weiteren Maschine. Wegen des Gewichts wäre die Verwendung der Laborstrasse im alten Gebäude nicht möglich gewesen. Mit neuen Verfahren dauere der Nachweis von Mykobakterien und die Resistenzbestimmung nur zwölf Stunden. Vorher waren es mehrere Wochen gewesen. Nun wird das alte System schrittweise auf die automatisierte Variante umgestellt.
Noch stehen die Baugerüste, die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2018 vollständig abgeschlossen sein. Das Institut werde für mindestens 15 Jahre an diesem Standort bleiben, so Schnyder. Was danach passiert, hängt vom Masterplan Hochschulgebiet Zentrum ab. Möglich, dass es später anderswo angesiedelt wird. (pw.)

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