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13.10.2017 - 13:30 Uhr

Der Mann, der für die Uni den ersten Computer anschaffte


Hans Künzi evaluierte den ersten Computer für die Universität Zürich. Hier sitzt er vor dem Nachfolgemodell. Foto: Privatsammlung Magdalena Künzi

Hans Künzi gilt als Vater der S-Bahn. Ein neues Buch beleuchtet diese und weitere Leistungen des Politikers und Mathematikers.

Kürzlich wurde der Zugang von der Europaallee zum Hauptbahnhof eröffnet. Zur Einweihung kamen der SBB-Chef Andreas Meyer, Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) und Filippo Leutenegger (FDP, Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements). Neben der Bedeutung des Bauwerks hing der prominente Aufmarsch wohl zu grossen Teilen mit dem Kunstwerk unter dem Dach zusammen. Geschaffen hatte es der Künstler Carsten Höller. Rund 400 Neonringe sind L-förmig im Dach des Zugangs angebracht. Sie leuchten in unterschiedlichen Zeitabständen auf. Das Ganze soll ein Denkmal zu Ehren von Hans Künzi (1924–2004) darstellen und das Bewegungssystem symbolisieren, welches er mit der S-Bahn geschaffen hat.

Das neue Buch «Hans Künzi. Operations Research und Verkehrspolitik» von Escher-Biograf Joseph Jung beleuchtet weniger bekannte Seiten von Künzi, der für die FDP im Regierungsrat sowie im Nationalrat politisierte. Herausgegeben wurde das Werk vom Verein für wirtschaftshistorische Studien, der Schweizer Pionieren bereits 109 Bände gewidmet hat.

Hans Künzi gilt als Pionier des Operations Research. Darunter wird der Einsatz von mathematischen Verfahren zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen verstanden. Dies erfordert den Einsatz von Computern. Kein Wunder, propagierte der Mathematiker, der 1958 mit 34 Jahren Professor für Operations Research und elektronische Datenverarbeitung an der Universität Zürich wurde, die Anschaffung einer grossen elektronischen Datenverarbeitungsanlage. «Diese sollte gleichermassen die Bedürfnisse der Universität wie der kantonalen Verwaltung befriedigen», schreibt Joseph Jung.

Ein Ungetüm von einem Gerät
So sei es dazu gekommen, dass 1962 ein Computer vom Typ IBM 1620 angeschafft wurde. «Unter den staunenden Augen gleich mehrerer Regierungsräte wurden mit Seilwinden die einzelnen Elemente des Computers durch das grosse Treppenhaus des Hauptgebäudes hochgezogen, wo das Rechenzentrum im Eckraum unter dem Uni-Turm provisorisch untergebracht wurde», heisst es im Buch. Der Computer sei ein Ungetüm von einem Gerät gewesen, der ein ganzes Zimmer ausfüllte. Es war der erste Schritt ins Computerzeitalter der Universität Zürich – ein Jahr nach der Universität Fribourg und gar ein Jahrzehnt später als die ETH. 1966 wurde Künzi an die ETH gewählt und bekleidete fortan eine an den Zürcher Hochschulen seltene Doppelprofessur.
Ein Jahr später folgte mit der IBM 360 an der Universität die Nachfolgelösung. Diese war noch grösser als ihr Vorgänger, so Jung. «Die Installation wurde zu einem Spektakel, zu dem Künzi seine Frau und seine drei Kinder mitgenommen hatte.» (pw.)

Joseph Jung: Hans Künzi. Operations Research und Verkehrspolitik. 192 S. www.pioniere.ch

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